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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
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291
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Dritten Theils Zehendeö Buch.

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mm grossen Löffel/und giessr es über ein Rade/dasin einen Zuber voll kalten Wassers stehet/ und um-gedrehet wird / oder lasst das Wax durch ein Be-cken/ darinnen acht oder zehen kleine Löchlein sind/übers Rade laussen/ daß das Wax sich in kleine dün-ne Schelssen oder Hautlein zertheile: Diese soll mansammlen/und werffen auf ein naß Zegel-Tuch von-einander/ auf eine Tafel oder Hürde/ daß das Waxbleiche/und begiessen osstmals mit rein Wasser/bißes weiß genug ist : Darnach schmeltzt mans wiederin Stücklein oder Kuchen / wie einem jeden gefällig:Ware es aber noch nicht weiß genug/so wiederholtman die Arbeit / wie gesager. Andere haben dieseWeise/das Wax zu weissen: Man nimmt ein Wax/

jchmeltzer es un Wasser / darnach ommer man aueholtzerne naß-gemachte Scheibe darein/zieket es ge-schwinde wieder heraus / nnd thurs in kalt WojA/auf daß das anhangende Wax in dünne Scheibleinoder Schelssen komme/ dieses so lang gethan/ biß al-les Wax aus dem Kessel geschöpsst - Darnach solleman diese dünne Wax - Schafflein / wie gemeldt /aus Tafeln oder Hürden legen/ zu bleichen. Unterwahrendem Bleichen muß man fieissig verhüten/ daßbey windigem Werter kein Staub/Asche oder Sand/auf das Wax wehe / darum soll man auch bey sol-chem Wetter das Wax mit Tüchern/jedoch immer-fort wohl genetzt/ bedeckt halten.

XV.

Von dem Seiden - Wurm/ samt dessen Veränderungen.

.Je Seiden - Würmer sind eine Art von!'"Indianischen Raupen/und deren habe ich^ zweyerley Sorten/ eine gemeine weißlich-te/ und eine andere in Frießland gesehen/mit etwasschwarten Flecken / warum er auch der bunte Sei-den - Wurm genennet wird. .

11. Sie kommen / gleichwie alle andere Thiere/aus Eyern / welche Eyer / wann sie ein Jahr an ei-nen warmen Ort verwahret/ wieder neue Seiden-Würmlein durch die Warme der Lusst geben/ oderwann sie zwischen den Brüsten einer Frauen dreyTage gebrütet worden/kriechen sie auch aus.^ Erst-lich sind diese Eyergen Viol-blau/ darnach Schwe-fel-farbig/ und endlich Aschen-grau: Dieser Unter-schied der Farbe kommet zuweilen von unterschiedli-cher Umwendung des Würmleins / innerhalb derSchaale des Eyes / her / welche durchscheinend ist.Es scheinet / daß diß Wmmlein/ von Hunger ge-zwungen/eine Spitze des Eyes durchnaget/und sichin kurtzerZeit einen Weeg bahnet: Zuweilen kommtes nutzem Kopss/und manchmal mit dem hinterstenTheil des Leibs aus. Es hat sowol die eine als dieandere 16. Füßgen. An dem Vorder - Leibe sindz. Paar / welches scharffe/ in der Mitten 4. Paar/so dick und stumpffe sind: Über diese haben sie hintenam Sckwantz noch ein paar stumpffe.

ui. Wann sie nach dem Essen ruhen oder schlaf-fen / so ruhen sie auf ihren hintersten oder mittelstenFüssen / den Vorder - Leib und Haupt in die Höhehaltend. Jbr Leib bestehet aus Gliedergen. An je-der Seite des Leibes haben sie neun schwartze Tüp-gen / welches ihre Athem - oder Lusst - Löchlein sind.Aus ihrem Hinter - Leibe haben sie eine aufstehendeSpitze / gleich einem Horn. Sie sind alle sehr kaltim Antasten.

i v. Ihr Haupt ist geruntzelt/ und haben gantzkleine Zähnlein im Maul / womit sie die Mauweer-Blatter sehr artlich abnaaen. Ihr Abgang ist tro-cken und gekrümmet. Hier in unsern kalten Lan-dern sind sie klein und dünn / nicht wohl eines Fin-gers lang/ und so dicke/ wie die starckste Schwanen-Feder. Man setzet sie auf ein schön weiß Papier/welches an allen vier Seiten in die Höhe gebrochen/

III. Theile

so bleiben sie darinnen / kriechen auf ein Maulbeer-Blat / welches man ibnen giebt. Man muß ihnenalle Tag zweymal frische Blatter geben / und wannsie noch jung sind/ streicht man sie sachte von den al-ten mit Federn auf frische Blätter: Auch dienet es/daß man sie alle Tage zweymal von ihrer Unreinig-keit säubert. Wann man die Gelegenheit nicht hat/alle Tag frische Blatter zu geben/ so pflückt man et-liche Hand-voll/ und legt sie in treugen Sand / sobleiben sie etliche Tage M: Aber die frischen seynddie besten und gesundesten für sie/dann der Sasst indenen andern Blättern verdirbt leicht. Die Augensind klein und braun; Deren Backen scbwartz/ unddarauf ein grau Flecklem habend/solche begeben sichaufs Abwerssen oder Ablegen/und dann das schwar-tze Backgen fallt ab; Aber die mit breiten Backen zusehen/ haben allezeit abgeleget.

v. Wann sie acht oder zehen Tage alt seyn / le-gen sie manchmal die Lxuvias das erstemal ab. Undthun solches wo! drey-oder viermal/und dann wer-den sie nut Macht grösser.

VI. Wann sie erst auskriechen/sind sie gantz kleinund schwartz/sterben auch leicht / es seye dann / daßman wohl Achtung darauf giebct. Man muß sie be-dienen mit jungen trockenen Maulbeer - Blattern/und einem warmen Ort/oder sie werden leicht was-sersüchtig.

v il. Wann nun diese Wurmer groß gewachsenseyn / werden sie gantz durchscheinig und klar / dannsie werffen alsdann allen ihren Koth von sich / undbeginnen manchmal etwas zu spinnen; Alsdann thutman deren zwey in ein papieren Hauslein / welchesman vor das Fenster setzet: Oder man bohret in einBret etliche Löcher/ in welche man die papiereneHauslein setzet. Die derer viel haben / können ihreWürmer bequem in Tannene Spahne setzen / oderin solche Aestlein von Bäumen stecken / daß sie spin-nen können/dann so kriechen sie in die Zweige/undmachen sich daran vest.

vm. Der Geister/ den sie in ihrem Maul haben/ist klebricht/ welcher alsobald durch die Lusst in Sei-de verwandelt wird. Sie spinnen erstlich etwasrauhe Wolle/ hernach / wann sie sich gleich/ als in

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einem