Dritten Theils Zehendeö Buch.
wund kommen allda um. Ksn/iorius schreibet im^a-Icncjzrio, man soll sie IM Fsnusrio fortführen/jedochwann es nur geschicht/ ehe sie ansahen zu fliegen/ so ist eszeitlich genug.
D>e Güte der Bienen betreffend/ halten wir es fürdas bequemste / daß einer mit einem guten bekandrenFreunde auf Glauben handele/ und stelle es der Kaufferdem Bienen-Herrn heim/ will ihn der wohl verwahren/so kan ers thun/ denn er weiß wohl/ was an einem jedenStock ist.
Wer diesem Vorschlag nicht folgen kan/ derselbenehme dieses Mittel zu Hand.
i. Lese er keine Bienen/ die in alten verfaulten Stöcken sitzen/ aus/ denn es ist Gefahr dabey/ wenn man siefortführet/und noch grösser/wenn man sie in einen an-dern Stock fasset/ ja es gehet auch nicht ohne Schadenzu. Bringet man sie gleich zu recht im neuen Stock/daß sie bleiben/ so werden sie doch am Eintragen/ undam Schwärmen / dasselbe Jahr mercklich gehindert,darum sollen die Stöcke/ so man kauffen will/ gut oderzum wenigsten mittelmassig seyn. Die guten Stockewerden an der Schweere bey dem Aufheben und amFluge erkannt; denn wenn ein Stock starck fleugt/unddie Bienen im Flader-Loch ein ander mir Gewalt trei-ben/ und viel Hößlein oder Gebau am Beinlein brin-gen/ solche seynd gewiß gut. Was aber von Bieneneinzelig fleucht / wenn jetzoeine/2.4. geflogen kom-men/und unter zehen kaum eine Hößlein bringet/ihnenauch fein der weile im Em-und Auszuge nehmen/da istwenig besonders dran.
z.Wenn es aber der Zeit/daß man diß lnäiciumoder Merckzeichen nicht habe/ so lasse man ihm die Beu-ten oder den Stock aufmachen/ sehe an/ wie sie gebauet/denn je mehr Bienen im Stocke / je besser sie sind/brausen sie sehr nach einem gelinden Rauch und zeigensich böse/ so sind es gute Bienen. Darbey ist auch inAcht zu nehmen/ ob sie dicke/ oder geringe dünne Kuchenhaben / ob sie gemeinen oder steinigten Zucker-Honighaben/ welche sehr dicke Kuchen und kein Honig gesetzethaben/ die sind die besten.
Ehrlichen Bieder, Leuten / sie seyen auch / wer siewollen/ gedeyen die Bienen wohl/ wenn sie nur die Bie-nen - Zucht weißlich ansteilen und führen. Geitzigen/betrüglichen und unerbarn Leuten/ als Henckern/Büt-teln zc. wudeln sie nicht. Dcnn Anno 15 78. hat derBurgermeister zu Leißnick einen unterwegens und in ei-nem Hute und Regen-Hut fortgebrachten Schwärmum ei»en halben Thaler gekaufft/und in seinen Gartentragen und einfassen lassen / welche aber etliche mahlaus unterschiedenen Stöcken gezogen / und sich dochallezeit wieder angeleget haben/daraus denn der Bie-nen-Mann vermercket/ daß eine Person/ welche dieBienen nicht leiden können/ im Garten verHanden seyn
musie/ und als er sich darnach umbfiehet/ so wird er dcsBüttels gewahr/ solchen befiehlst er auszutreiben. Sobald der Hascher weg/fasset er die Bienen/darauf siedann willig blieben/und viel Jahre sich wohl geNchretund gemehret haben/(darum nicht allezeit gut ist/daßallerley Leute bey Bimen-Schwarme-Fassung in Gär-ten gedultet werden.)
So ist auch am bequemsten/daß/ wo immer möglichen/einHaus-Wirth felbsten mir seinen Bienen umb-gehe/täglich zu ihnen gehe/und fleissig zufehe/oder daßer/ wo es seine Gelegenheit nicht giebet/ die ganhe Wartung einem in solchenSachen wohlgeübtenManne vertraue/und nicht bald diesen/ bald einen andern Zeidlerdarzu nehme / denn am besten und nützlichsten'ist es/wenn Bienen/wie andereThiere/ ihren Herrn kennen/ sohaben sie alsdann Freude an si incr Gegenwart. Un-erbareWeibS-Personen/item/diejenigen/so nicht reinseyn/ ingleichen Personen/ so da Mannschlächlig/ demHencker m Handen gewesen seyen/ wie denn auch die/ somit heilen und schlachten umb^ehen/lasse man nicht ode?ja selten zumBienen gehen/oder in dieStöcke sehen/weilsolcher Geruch von Naiur den Bienen sehr zu wieder ist.
Ob Bienen/ wovon der Haus-Wirth verstorben/ohne Gefahr zu kauffen/beantworten wir mit ja/wennman sie fort führet/ so ist keine Gefahr dabey/ und isteben also/wie man sonstenBienen v^rkauffcund fortfükret. An der alten Stelle aber die Bienen stehen lassen/ist nicht allezeit zu wagen/ denn erstlich haben solche Bie-nen einen fleissgenHaus-Vatter gehabt/den sie gelie-bet/so ist es glaublich/wie etliche fürgeben/daß sie fürKummer und Gramschafft sterben. Über dies, s aberso kommen solche Bienen leichtlich um / well sie ihrentreuen Warter verlohren/und tie jungen Erben nichtmehr so fleissig/ als der Alte/ auf sie sehen/und in acdtnehmen. Ich habe dergleichen in einem Dol ffe gese-hen/da ein alter guter Bienen-Warter abschiede ver-wahrten die Erben die Bienen Stöcke nicht/ wie derAlte gethan. Im Frühling/als die ^>onne beguntewarm zu scheinen/ fielen die Bienen Hauffenweise her-aus aufden Schnee/ und blieben stracks etliche Stöckeauf dem Platze. An dieser Bienen Untergang warnicht der tödtliche Abgang ihres vorigen Herrn > son-dern die Nachlässigkeit der Erben schuld. Darff sichderowegen niemand an die gemeine Rede kehren/ daßder Verstorbenen Bienen nicht wudeln sollen: sondernman pflege ihrer nur nachmahls wie ihrer -uvor ist ge-pflogen worden. Doch wollen etliche/ daßder Nalur verborgen seyn sollen/welches ich einem jedenzu glauben frey zulasse/ meines theils bin dieser Meinungnicht/und hab lch es erfahren/daß/wenn sie in densel-ben Garten fortgesetzet / und durch einen starctcn!Schlag an der Stelle erschrecket worden/ und gleich-sam verwirret/ daß es ihnen nichts geschader hat.
Lx?. IX.
Von den Bienen - Gärten/ und ZeiZnen der Stöcke.
S soll zum Bienen-Garten/ oder zum Standeder Bienen/ ein reiner lustiger Ort erwählet wer-den/ der nicht naß und sumpffigt liege/ auch keinestinckende Sudel-Cloacken darum oder darneben seyn.
Ferner ein solcher Ort/ da man Bienen hinein setzenwill/fein in der Stille liegen/daß der Wind nicht vonallen Seiten auf sie ffossen könne/weil der Wmd siemerckliche n am Fluge hindert/ er versäumet sie an der
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Arbeit
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