Dritten Theils Zehendeö Buch.
VI.
Von den Treiölingen und sZwaZm Stöcken.
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Je Treiblinge sind Bienen/ die aus vollen Kör-ben oder Stöcken in ledige getrieben werden/und solches geschiehet nur/wann vielHoniq fällt/und darzu früh im Sommer / und dürre Zeit ist / imfeuchten Sommer aber ists gut/ daß sie in ihren altenStöcken bleiben. Wann man sie nur aus vollenKörben in die ledige will übertreiben / so nimmt manden Korb von seiner Stelle am Mittag oder Nach-mittag/ und setzt einen ledigen an sein Statt/ daß dieausgeflogene Bienen nit in andere Körbe fliegen sol-len/ da sie von den anderen getödtet werden; Daraufsetzt man den vollen Korb mit der Oeffnung in die Hö-he/ zuvor aber verstopfft man die Eingange mit Grasoder sonst etwas/und füget einen andern ledigen Korbgleich auf den vollen/und verstopfft mit demKorb-Tuchden Hingang am obern ledigen Korbe; wann das ge-schehen/ so räuchert man mit einer Lunte/ oder ein StuckLeinwand zum untersten Loch in den vollen Korb hinein/und klopfft mit der Hand daran/so werden sie sich ge-machlich aus demGipffel in die Höhe zum ledigen Korbemachen: und wann man nun vurchs untere Loch sie-het/ daß sie hinauf gehen/ welches auch an ihrem Ge-säuse zu hören: so macht man das zweyte Loch auch auf/und thut wie beym ersten gesagt/bis sie alle hinaufsindin den ledigen Korb; dann thut man die zusammen ge-setzte Körbe von einander / und setzt die übertriebeneBienen auf ihre vorige Stelle. Daß man aber derTreiblingen ihrer Gerechtigkeit versichert sey / ist rath-sam lein klein Schwärmlein bey zu thun/daß sie nichtohne Weiser seyn. Die schwache Stöcke aber denWinter über zu erhalten/ können folgender Weise gestärcket werden: Man nimmt die Vollesten Körbe mitHonig/ und schneidetsie/ und heffet das geschnittene mitetlichen Stöcklein fest in die schwachen Körbe/ eben sowie die Bienen ihr Gewürcke angefangen haben dar-aufsoll man die Körbe gegen die Nacht mit derOeff-nung in die Höhe setzen/ein Tuch darauf decken/undlegen noch ein Bretlein darüber/ daß der warme Bo-den/den die Bienen machen/darinnen bleibe . Des an-deren Tages wird man befinden/daß sie das eingelegteGewürcke werden fest gemacht haben / alsdann magman den Korb wieder umkehren/ wie er gestanden.
Ihrer viele haben empfunden/ daß es ihnen zumöfftern übel gelungen / wenn sie junge Schwärme inalte inkcirte oder vergiffte Stöcke gesetzet hatten,j Weil man aber die alten Stöcke nicht flugs wegwerf-fen will/ kan man allem Schaden und Gefahr also vor-kommen: Man nehme, die Stöcke/daraus die Bienen
an gefährlicher Seuche gestorben (wenn sie aus Huy«ger sterben/ oder Weisel-loß werden/ bedarff man sol-cher r-ulirznon oder Reinigung nicht) trage sie an ei-nen geraumen sicheren Ort/ da das Feuer keinen Scha-den thun kan/ lege einen brennenden Strohwisch m denStock/ so fängst das alte Gemausche von Wax undHartz im Stocke an zu brennen/und wird zugleich be,neben der pechichten Materien der Hinterlaß von deeKranckheit der Bienen auch verzehrt/und der Stockdavon gereiniget. Man muß aber die Beuten-Bret-ter bey Handen haben/auf daß/wenn das Feuer denStock zu sehr angreiffen will/man die Brunst alsbalddamit dämpffen könne. Man pfleget auch die Endenoder Ender an Seiten des Stocks mit Leimen zu ver-kleiden/ so kan sie das Feuer nicht beschädigen. Dochmuß solche Reinigung etliche Wochen vor derSchwärm-Zeit/ehe man die Bi«en darein fasset/zurHand genommen werden/sonsten wo die Stöcke nachdem Rauche und Brande riechen/ so bleiben die Bienennicht darinnen/ wenn sie aber etliche Wochen an derLufft liegen/ wittert sich der Rauch und Stanck aus:Wenn man auch nach solchen Ausbrennen/ die Stöckemit einem Drechsel oderStütz-Schaben inwendig ver-neuertund aushauet/ so ist es desto besser.
Daß das Roos öffters im Stocke schimlich und be-schlagen wird/ beschneidet; Wenn die Bienen in grosserKalte gewaltiglich brausen oder blasen/daß sie sich da'mit erwarmen mögen/so geben sie gleich wie Menschenund Vieh einen Athen und Broden von sich. Vonsolchen wird nicht allein der Stock und dasGewürch-te naß / sondern es gefrieren auch offtermals zwischenden Kuchen im Stocke Eiß-Zapffen davon. Wenndenn Thau-Wetter darauf einfället/ so beginnen dieEiß-Zapffen gemachsam zu verschmeltzen/ und zeuchtsich solch Wasser in das Gewürchte/ davon die Bienen so naß werden/ als hatte man sie aus Wasser ge-zogen / fallet denn von neuen wiederum darauf grim-miger Frost ein/so ist es um solche Bienen geschehen/sie erfrieren in der Nässe. Da auch gleich die Kälteund Frost nicht übrig grimmig/und die Bienen durchihr Blasen und Brausen sich wiederum erwärmtenund treugten ; so wird ihnen doch das Roos oderGewürchte von solcher Nässe gantz schimlicht und un-tüchtig/ daß davon die Bienen/ wo nicht gantz eingehen/doch zu voller Nutzung dasselbe Jahr nicht kommenmögen. Jngleichem schadet den Bienen/ wenn mandie Stöcke von aussen naß werden lasset/ von Regenoder Schnee. - .
vii.
Wie man die Bienen gegen den Winter versorgen soll.
AHILeichwie einHaus-Vatter seine gantze Hauß-LLAHaltung/ als Gesinde und Vieh / gegen denS^^strengen und herben Winter / mit aller Noth-durfft versorget; Also issll auch ein Bienen-Halter sei,
ner Bienen das gantze Jahr durch mit Fleiß warten/und allen ihren Schaden/ Zufällen/ Kranckheiten sehenvorzukommen/ und zu helffen. Soll derowegen erst-lich gegen den Winter die Körbe/die er zu erhalten ge-
i'I. Theil.
(Nn 2) denckt/