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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Des Adelichen Land - und Feld-Lebens

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Die Bienen verderben in nassem Laim/oder besudelnsich zum wenigsten also darinnen/ daß sie ihnen nach-mals selbsten die Flügel verbeißen. Wann die Sto-cke innwendig wohl ausgetreuget / und der Laim ge-dorret ist/so ists am besten. Ingleichem muß man

auch einen Tag/ zween oder drey :c. den Bienen denAnsatz oder Vorstoß in den Stocken zurichten / da-von Nicol. Jacob sagt: Ich formire und mache et-liche Stücklein War weich und länglicht/ wie kleineWax - Liechtlein / die drücke ich oben an. Diesespflege ich nicht allein zu thun/ darum/ daß die jun-gen Bienen daran desto leichter können ansetzen/son-

^ern fürnemlich geschicht es/daß die Bienen nach sol-cher Maas in dem Stock ansangen zu bauen / unddie Kuchen des Gewürchtes nicht die Zwerch / son-dern die Länge setzen. Wann man drey oder viersolche Linien von Wax in einem Stock drucket / solst es gar genug / wann sie nur erstlich einen Ansanghaben / sie verfahren nachmahls ohne unsere Hulffegantzwohl. - . . ^

Etliche aber thun kurtze Stucklem Roos m denZeideln mit Fleiß auf / suchen auch die kleinen Ku-chen/ so in den jungen Schwärmen im Anfang pfle-gen herunter in den Stock zu fallen / diese stossen siein warm Faß-Pech / das nicht gar zu heiß ist / undpicken solche / also oben/ nach ihrem Gefallen/ andem Stock an / darnach die Bienen auch anfangenzu bauen. Wo man aber zu grosse Stucke anrichtet/und die Bienen sich Haussen - weise daran hangen /so fället das angekleidete Gewürchte von Bienen übereinen Haussen herunter in den Stock.

Man kan auch die Stöcke / darein man Bienenfassm will / mit nachfolgenden Sachen reiben oderschmieren. Als: Man nimmt Melissen oder B^

nen-Kraut/ stösset es in einem Mörsel/ und reibttden Stock am Haupte wohl darmik Jnglelchembrauchet man Linden-Blüht/Huendel/oder reinenKünlmel/item/weissen Klee/Fenchel/Taube-Nesseln/ein jedes insonderheit. Mit Meth den Stock undBeuten - Bret oben wohl befeuchtet / ist ebenfallssehr dienlich.

Etliche gebrauchen Malvasier oder Muscateller/oder nehmen eine Blase von einem wilden Schwei-ne/ füllen MSchmeer hinein / und hangen sie her-nach an die ^>onne/ nachmals schmieren sie die Beu-ten damit.

Ich aber mache die Beuten reine / nehme einKram / das heisset Grenze/ oder wilde Rosmarin/lind Bienen - Krallt oder , darm ein reinesWax von jungen Bienen / reibe oder bestreiche dieBeuten damit / stecke drey oder vier Zweiglein vonder Grenze hinein/und mache von dürrem Holtz einBret/so vest hinein geschlagen/ darvor / daß/wann Wasser darinnen wäre / es nicht wohl könn-te heraus fliesten / auch von dürrem Holtz eine Flug-Schicne.

Oder nimm süssen Land-Wein/ oder RheinischenWein / item/alten Meth/des besten jungen Biers/so fein süsse ist / thue darunter geriebene Raute/ eineHand-voll Samey / so an der Sonnen gedörret/klein - geriebenen Zucker / Zimmet - Rinden / langenPfeffer/ Mosicht-Bast/Bienen-Pulver/sieds mit-einander / lasse es kalt werden / und thue es in einGlas oder verglasten Topff/setze es an die Sonne/und rühre es osst um / damit bestreiche den Stockoben im Haupt/inn-und auswendig/um das Fluc-Loch. Jlem / lege Lilien - Kraut in den Stock / sofliegen die Bienen nicht hinweg.

Lx?. V.

Bon denen sogenannten Lager -- Stöcken.

Bwal Höfler von den Lager - Stöckengar nichts halt/ so kan und mag es die Ursa-che seyn/weil sie hiesiger Orten nicht bekandt/vielweniger gemein sind / und sind die angeführtenUrsachen so wichtig nicht/ daß man sie abschaffen undverlassen soll / dieweil/wie er selber anführet/ durchdicke Pfosten - Bretter der Kälte und Hitz kan Wi-derstand gethan werden. Des Leims / damit solchedünne Lager-Stöcke können überzogen/und vor al-lem Unfall verwahrt werden/zu geschweige». Dannich habe höltzerne und ströherne stehende Stöcke beyliegenden in einer Hütte vielmal bey guten Bienen-Vättern gesehen/ wann sie so unnützbar wären/ die-se Bienen-Vatter/ weil sie klug/und auf den Nu-tzen auch verständig waren/ hätten solche nicht gedul-tet/ darum Heisset es: Ländlich/ sittlich. Und ich hal-te es mit Nicol Jacob/daß/wer nur mit den Lager-Stöcken überein kommen kan/sonderlich im Zeideln/derselbe dem Honig und Wax nach mehr Nutzunghaben kan/ als von stehenden. Die Läger solle manlegen/ daß sie mir dem Haupt ein wenig höher liegenzurrechten Hand / um des bessern Scyneidens/wiedann aucb um des Wassers willen. Item/ man sollsie fein mit Zwercb -Höltzern zusammen halten/ daß

sie von der Lusst und Hitze/ ihren Feinden zum Be-sten / nicht voneinander gerissen werden / man kanzween nebeneinander legen / und den dritten in derMitten drüber/hernach alsdann mit Schindeln vordem Regen bewahren.

Solche Stöcke zu reinigen / ist am besten / daßman in der Fasten / ohngefehr im Mertzen/wann eswarm wird/daß die Bienen fliegen können/ die lie-genden Bienen - Stöcke schneidet/ zu solcher Fege-eit soll alles Gewürchte unten/ so lang der Stock

haben weggebissen/gantzauf dem Boden mit der Kratze heraus können gefe-get werden/als liess der Bienen-Stock ist. Wo esnicht geschicht / so werden Würme und Maden in demAbgange sich finden/die erreichen das Gewürchte/ undvermögen sie die Bienen nicht heraus zu bringen / wel-ches der Bienen Verderben. So die Bienen vonscbwartz und alt Gewürchte die Beuten voll haben / soschneiden etliche in denen liegenden Stöcken das Ge-würchte samt dem Honig aus dem Haupte/imMayen folgends machen sie gantzneu Gewürchte.