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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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Waitzen-und GerstewMal; mit gar wenig Hopffen/vor diesem mehrentheils nur inNieder-Sachen/bißheraber auch an andern Orten / im Ober-Sachsen/und

Dritten Theils Siebendes Buch.

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sonderlich in Thüringen / sehr gut gebrauet worden/die wohl zu trincken sind. Davon soll unten ia lpcciöausführlicher geredet und gehandelt werden.

XUII.

Bon unterWedliHm EigensZassten der Wassern / welZe

zum Bier-Brauen genutzet werden.

SUm Bierbrauen kan zwar allerhand Wasserj im Nothfall genommen werden / als da ist! Quelle - Wasser / Bach-oder Fließ-Wasser /Regen-oder Cisternen-Wasser/ trüb stehend Graben-Wasser/Meer-See-oder Berg-Wasser. Am üblich-sten und dienlichsten aber sind / das fließende Brunn-Wasser / oder das Quell-Wasser selbst / wie dannauch an vielen Orten aus denen Quell-Ziehbrunnendas Wasser in die Brau-Häusser geleitet oder getra-gen/ und gut Bier daraus gebraut wird. Da darffman sich nicht besorgen/ daß man die (^mnrzm xssen.

von dem (i'cwenrsI.Zibeth/oder den LxrrsÄder Haus-und Hinder-Morcheln / wie beym Fließ-Wasser an etlichen Orren zu geschehen pfleget/ Mithinein trincken muß ; Hiernechst ist das Rcgen-undCisternen-Wasser/welches/ wann es eine Zarlanggestanden / und seine ?cce5 ciepomret oder zu Bodenbesetzet hat / auch wobl zu gebrauchen / durch welchMittel allen harten Wassern geholffen werden kan/wann sie nemlich eine Zeitlang in holtzernen Befassenund an der Sonnen / und gleichsam ein wenig pu c?e-lciren oder faulen lasset / und eben daher kommt esauch / daß das in denen Gräben gesammlete und ge-

standene trübe Regen-Wasser gut und dauerhafftigBier giebet/ welches nicht so bald/ als ander ausBrunnen-oder Quell-Wasser gekochtes Bier / sauerwird. Dann im Stehen setzet jenes seine t-cces oderUnreinigkeit nieder / und verliehrer seine Hartigkeit/so zur Saure Anlaß giebet / und lieget nichts daran/ob es schon ein wenig trübe ist.

Das Meer-See-und Berg-Wasser giebet keinegesunde Biere/ also bloß darzü gebrauchet/wann sieaber etlichmal und allezeit durch guten frischen Lettoder Laimen / wie auch andere süsse reine Erden/ gleicheiner Laugen gegossen werden / (da dann das Saltzund die Bergwildigkeir darinnen sich verbirget undzurück bleibet/) und alsdann Bier daraus gebrauetM'd / ist es noch wohl zu trincken. Wo nun aber aneinem Orte das bißher zum Brauen gebrauchte Was-ser kein gut Bier giebet / sollten grosse Herren oderreiche Städte und Gemeinden/etliche Versuche mitanderem Wasser/ welches sie in der Nahe haben/ unddurch Kunst fuglich beybringen könnten / auf gemeineUnkosten thun lassen / biß ein zum Brauen bequemesWasser erfunden und ausgemacht würde.

xi.iv.

Bon allerhand Bieren / welEe an unterWedWen Orten

gebrauet werden/ nach dem Alphabeth beschrieben.

Om Berlinischen Bier/ dieses Bier wirdnach des Zvieri Beschreibung folgender Mas-sen zubereitet: Erstlich schüttet man die Gerstein ei nen Bottich/und last sie drey Tage und Nächte imWasser stehen und weichen / im Winter auch wol4.Tag?. Hernach schüttet mans auf einen Söller oderBoden über einen Haussen/ biß es beginnet zu kei-men und zu schiessen. Alsdann rühret mans unmerein wenig nach und nach von einander/ biß es an denSpitzen fein ledig wird.' Wanns nun gnug geschos-ser oder gewachsen hat / so bringet mans weit vonein-ander und treuget oder dörret es/entweder in einerStuben oder an der Sonnen/oder über einem Dürr-Ofen/ das ist / auf einer Dorre / oder aufm Söller.Auf den Dorffern habe ich gesehen / daß man überstarcke mit etlichen Sprossen befestigte / und an dieDecke der Stube angehängteStangen eine rohe Lein-wand / (grob Tuch) gebreitet / und im Winter dasMalz darauf gedörret habe / welches gar fein angan-gen undizut Malz gegeben bat.

Wann nun das Malz also recht und wohl zuberei-tet ist/ mahlet man es auf der Mühlen ein wenig grob/daß sich das Meel darinnen fein ausscheelet. Dann

lll7 Theil.

bringet man es in das Brau-Haus / und schüttet esi-n einen Bottich. Daselbst aber lässet man eine Pfan-ne Wasser sieden / schüttet solches heiß darüber undrührets um. Demnach schöpftet man es miteinanderaus dem Bottiche in die Pfanne oder Kessel/ rühretsdarinn wobl um / auf daß das Mal; nicht anbrenne/und das Bier brantzigt davon werde. Inzwischenleget man Höltzer/ wie Latten-Stücke/eines nebendas andere / in einen Bottich/ und Stroh umherdichte darauf/ damit das Mal; nicht mitdurchlauffenkan. Der Bottich aber muß unten ein Loch / und ei-nen langen Zapffen vorgesteckt/ haben. Wann nunsolches geschehen / geust oder schöpftet man das gekoch-te Malz in den Bottich auf das Stroh/und zapfftsab / und schöpffts wieder in einen andern Neben-Bottich. Ist des Malzes viel / so macht man nocheine andere Pfanne oder Kessel voll heiß Wasser undgeusts auch darauf/so viel als man Bier haben will.Will man es gut haben / geust man wenig / will manes aber leicht und dünne haben/ geust man viel Wasserdarauf. Darnach/ wann das Bier also von dem Malzgesammlet ist/geust man ein wenig davon in die Pfan-nen oder Kessel/ daß sie etwann zum dritten Theil voll

(H)

davon