6c> Des Adelichen Land - und Feld - Lebens
tjchadloß erhalten könne/ nützlich prsätic>ret werden/-wann es d>e Richtigkeit/ dem Vorgeben nach/ inHer That erweise. Es hat aber solches ein / seiner ra-ren Perser und klugen Haußhalrung wegen / auch.nach seinem Tode / berülMer Sächsischer Fürst/ vordiesem einmal p^d-ren lassen / da er dann die Ver-geblichkeit des Wei cks befunden. Massen man ausdem / nach d'!aut)e! schen Rath und Vorschlag/dickeingekochten Bier / nachdeme es mit so viel Wasser/als'durchs Einkochen weggerauchet'war/wiederumctiiuiret und verdünnen worden/ nichts mehr als ei-nen Kofenr bekommen / wie mir dann solches dessenLeib-^ccjicus, H. l). l^> einsten selbst erzehlet. I-Inc
obirer. Kec^eo r unc asi ^urorem naltrurp. Oo
Lkor V^il!i5. saget er/in Fortgang des Viscourses vonder Mumme / verordnet die Mumme in unterschied-lichen langwirigen Kranckheiren/ als Scharbock/in der ÄZassersucht / und dergleichen zehrendenSchwachheiten mehr. Die Teutschen / insonderheitdie in Sachsen wohnen / halten diesen Tranck in sogrossen Ebren / daß sie ihnen einbilden / ihr Leib könnenimmer abnehmen / oder hinfällig werden / so langesie mit diesem krafftigen T 'anck benetzet / und balsami-ret würden. Und in Wahrheit / wann wir insge-mein die Gestalt und <.vir>f>lexivn der Teutschen be-trachten/ so mögen sie anzusehen seim/ als lebendigeMumien. Aber alles mit einem Wort zu beschlos-sen/ wann dieses Geträncke/ die Mumme genannt/! recht mit Fleiß nach der vorgeschriebenen Anweisunggemacht wird / so muß sie nothwendig ein fürtrefflicheslcei-irendeArtzeneyseyn/indemedie darzukommen-de Stücke recht gute und auserlesene Dinge sind/und keine Kranckheit in der Natur fast ist / wider wel-che etliche davon nicht krässrig sind; Als Betonica /Majoran / Thymian / in denen Kranckheiten desHauvts. Bircken/ Viebernell / Brunn-Kresse/Bachbungen / Meer-Rettich / in dem meist veralte-ten Schaar-Bock/ Grieß / Husten / AbnehmendesLeibs/und allen Verstopffungen; Benedicren-Wurl;und Cardamomen/vor kalte schwache Magen/ Car-dobenedicten und Hollunder-Blühe in nachlassen-den Fiebern / Lorbeeren und Poley in Mutter-Be-schwerungen ; Es ist aber zu besorgen / daß unter-schiedliche von unsern Londenern nicht so ehrlich undsorgfältig sind / daß sie ihre Mumme aufrichtig undgetreulich machen; Thun sie es/ so sind sie so glück-lich/ daß sie ihr Land mit einem der allernützlichstenGeträncke unter der Sonnen versehen und versor-gen / indem dieselbige so kräfftig und dienlich ist in vie-len langwierigen Kranckheiren / wo eine Verderbungdes Geblüts und der Eingeweide sich befindet.
Dieses ist also des Englischen ^urork Beschrei-bung der Mumme/welche zwar an-und vor siel? eingut Krauter-Bier / aber gar keine BraunschweigischeMumme / dafür sie ausgegeben wird / ist.
Breyhan oder Gose. Gose ist ein Geschlecht derWeiß-Biere/so mehrentheils in Nieder - Sachsen/fürnehmlich aber zu Goßlar / Quedlinburg/ Halbers-stadt / Aschers-Leben und Werningeroda/ gebrauetwerden. Ist ein Wohlgeschmackes krässriges Bier/td grosten theils aus Waitzen bestehet / und wird demBrepha n gleich zu bereitet/ohne daß sie stärcker/als
der Breyhan / gebrauet wird. Unter allen Gvftnaber cxceMret die Goßlarische/ welche sehr wohl nucriret und Isxiret / /sonderlich aber verursachet siedenen Ungewohnten den i^urnc ciro gerne.
Zu Braunschweig nimmt man zu einem MispelGeisten zehen Himpen Waitzen/ davon brauet mandaselbst sechsthalb Faß Breyhan. Zum Bingelbei-mischen Weiß - Bier / welches zuch eine Art Goseoder Breyhan ist / nimmt man 4. Achtel Waitzen / 2Achtel Gersten / 6. oder 7. Pfund Hopffen. (Etlichethun auch ein wenig gestossene Lorbeeren / um die Vi.scainu-r oder Zähigkeit dadurch zu corrißiren / unddas windige Wesen / ihme zu benehmen / hinzu.) Ausdieser brauen sie ungefehr 12. oder dreyze-
hendhalb Ohmen / das ist 25. Emner Bier.
Folger nun die Art und Weise / wie man denBreyhan an etlichen Orten / sonderlich in Thü-ringen / zu brauen pfleget : Erstlich wird gleichvielGersten - und Waitzen - Maltz / so an der Lufft oderin einer warmen (^tube gedörret ist / genommen / sel-biges vor dem Mahlen ein wenig benetzet / oder ve-feuchter / daß es in der Mühle nicht zu sehr staube/ undsich gar zu klein schrote oder mMe. Dieses geschro-rene Maltz schüttet man in siedheiß Wasser / und mi-schet es bekandter Massen; Hernach gieset man esaufs Gestell / lasset es eine oder anderthalb Stundendarauf stehen / alsdann wieder davon ablausten / undsieder es noch einmal / schäumet es auch zugleich feinrein / und setzet es wieder aufs Gestell. Darnachthut man den Hopffen darzu/ kochet ihn mit Wassereine Weile / und giesser hernach den Breyhan auchdarzu / und siedet sie miteinander / wann dieses zurGenüge geschehen/ schöpffetman ihn in einen Wei-den-Korb/und lasset das Bier in einen oder mehr/flache / weit und breite Bottiche / nachdem desselbenwenig oder viel ist / lausten / darinnen sich zu erküh-len/daß man ihme die Hefen geben kan/welche manzuvor mit einer Baum-Kanne voll zurückgesetztenund erkoleten Breyhans vermischt/ehe sie in Bottichgethan wird. Wann er nun zur Gnüge gegohren /füllet man ihn auf die Fässer/ jedoch behutsam / daßer nicht zu sehr tobe und üverlauffe/ sonst gehet dessenviel zu nichte und Schaden.
Nö. Zu einem Eymer Breyhan nimmt man ge-meiniglich fünss Viertel Gersten-und Waitzen-Maltz / und darauf ein Maßgen Hopffen. Willman ihn aber starcker und kraffriger haben / können2. Theil Waitzen-und 1. Theil Gerstcn-Maltz darzugenommen werden. Summa/je mehr Waitzen/jebesser der Breyhan. Die besten Breyhane sind biß-her zu Halberstadt/ Hannover/Hildesheim/ Ge-ringen und Quedlinburg gebrauet worden. Jetzofindet man sie auch an vielen Orten in Thürmgen /sonderlich zu Friederichswerth/so etwa zwo Stun-den weit von Gocha / an dem Muß / die Nasse ge-nannt/ lieget/und des von Ihrer Hochf. Durcbl.Hertzog Friedrichen von Sachsen Gotha / daselbstneuerbauten Schlosses und schönen Lust - Haußes we-gen / also benähmet / bekannt und berühmt ist; Item/zuGünderschloben/Herbslöben/Groß-Vargula/zc.Es ist aber der Breyhan ein lieblich süsses Bier / star-cker 5ubltantz und ^mri menrz; Dannenh ero er
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