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3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
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! bige verunreinigen möge. Worbey auch dieses zu

mercken/ daß die Bottiche deswegen auch wohl tru-cken gehalten werden müssen/damit sie / und sonder-lich im Sommer / wann selten gebrauet wird / nichteinen sauren und müchtzenden Geschmack oder Ge-ruch bekommen/und nachgehends das darein gegos-sene Bier nicht verderbe / wie öffters zu geschehen pfie-

Dritten Theils Sicbendeö Buch.

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gct. Wann nun etwa sothanes Übel an denen Brau-Bottichen sich ereignere / daß sie durch irgend etwasverunreiniget oder sauer-riechend und müchtzend/ odersonst mit einer Schalckheit beleqet worden waren/(wie von boßhaffrigen / neidischen Mirbrau-Mei-stern / so dem andern nicht gönnen / daß er gut Bierbraue / je zuweilen / zwar recht leichtfertiger Weise/zu geschehen pfleget; Dann dardurch wird der Brau-Her: um sein gut Bier und Nahrung / der Brau-Meister aber um seine Ehre / guten Nahmen / undfolglich um seine Unterhalrungs - Mittel gebracht/welches ja nicht ehrlich gehandelt ist/) soll man solchemit Hc«-Saamen oder guten Krautern und siedheis-sen Wasser wohl wieder auswaschen/ oder gar voneinander schlagen/die Kuffen oder Tauben wohl rei-ben und reinigen/und alsdann wieder zusammen se-tzen lassen / so wird es dem folgenden Bier keinenSchaden geben.

Unter dem Zugehör des Brau-Hausses sind auch >die Meisch-Krücken oder Stangen/ damit man dasMaltz im heissen Wasser umzurühren oder zu mi-schen pfleget / wie auch das Stroh zum Gestell / wo-durch das gekochte Bier oder die Würtz vom Bot-tiche / welcher am Boden ein groß Loch mit einemZapffen haben muß/ablausset/ und die Trabern zurück'Met / welches gute reine Schütten von Rocken-!Stroh / die auf untergelegte Latten oder Stangenmir Fleiß ausgebreitet werden / um daß die Trabernicht mit durch laussen / können / seyn müssen / enthal-ten/ welchen auch noch der Hopssen-Korb beyzufü-gen / so von Weiden geflochten / und auf zwey starckeStangen feste gemacht / und zimlich groß seyn muß/um / daß man ihn mit denen Stangen über die Pfan-ne oder Bottich setzen / und allen Hopffen da hineinschürten / und das Bier durch lausten könne / worzudann die an lange Stangen gemachte Schöpff-Slö-tze/ vermittelst welchen man das Heisse Bier aus derPfanne oder Kessel in den Bottich schöpsset / auchmit gehören. Das übrige / als Besen / Lappe»und andere dinge / so zum rein-machen der Gefas-st erfordert werden / bedörffen keiner sonderlichenBeschreibung.

xi.il.

Vom Maltz und dessen Zubereitung.

HAs wir Teutschen Maltz / und die Lateiner^ klalcum oder klalcam, wie auch Lrslmm,? nennen / wird von denen Griechen / sonder-lich dem ^erio , /Zdv-, genannt / welches Wörtleinö/r>e, jsnus Lorriarius , korcleum rnscietsÄum,quoä germen emilir.inrerpreriret/ das ist/ naß ge-machte oder angefeuchtete Gersten/ welche keinen aus-gestossen hat. Es wird heutiges Tags nicht nur Ger-sten zum Maltz und Biermachen gebrauchet/ sondernohne dieselbe auch noch unterschiedliche andere Früch-te/daraus Malk auf die in unsers seel. 7.Buchs sehr ausführlich beschriebene Art und Weisezubereitet. Die Früchte / so zum meisten darzu aciki-biret und angewendet werden / sind Waitzen undGersten/ jedoch hat diese vor jenem dennoch denRang und Vorzug in der Ossterkeit des Gebrauchsund Nutzens.

In vetettu oder Ermanglung aber dieser bey-den / wird auch ^Rocken-Korn / oder Haber / wie auchSpeltzoder Dünckel/ darzu genommen/doch selten(ohne in der grosten Noth) allein/sondern gemeini-glich mit Waitzen oder Gersten / und zwar erst nachdemMaltzen/ versetzt/ dann sie vorher nicht zugleichin eine Kuffen geschüttet und eingeweicht werden dörf-fen/ob der Ungleichheit im Keimen und Wachsen/ alsworan sehr viel gelegen / wann beyderley Frucht gutMaltz / und folglich auch gut Bier geben foll.

Rocken-Korn darff nicht langer / als einen Tagund ?n7cht im Wasser liegen oder eingeweicht stehen/hernacb muß man ihn heraus nehmen / zum wachsenausschütten/ dorren/und darmit proceckren/wie

mit Waitzen und Gersten / jedoch ist darbey dieses

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noch zu erinnern / daß vonRocken-Maltz allein / sel-ten/ wie oben schon gedacht worden / ohne in derhöchsten Noth und Mangel anderer Früchte / Biergebrauet / sondern mehrentheils mit Gersten-Maltzvermischt werde/es wird sonsten das Bier gar zu hi-tzig und dürrend davon.

Vom Rocken-Korn bat man wahrgenommen /daß das brandigteMaltz vessersey/ als das andere/weilen es etwas vollkommene Körner hat. Mußauch hart gedörret und vor dem Mahlen ein wenig

genetzt werden.

Haber weicht in einem Tag und Nacht / auf denmuß man sonderlich Achtung geben / daß er nichtwarm wäcyst; Deroweqen muß man ihn immer / da-mit er nicht zu lang wachse / durcheinander rühren /und nicht so dicke an die Scheiben setzen / auch nachdem wachsen bald auf die Dörre bringen/ und hartedörren / aber vor dem Mahlen nicht / wie vom Ro-cken gemeldet/ netzen.

Speltz oder Dünckel wird auf gleiche Weise / wiediese beyd? / eingewässert / zum wachsen aufgeschüttet/und folglich in allen darmit proceckret/wie mit vori-gem / so bekommt man auch ein gut Maltz und Bierdavon / doch nicht so krassrig / lieblich und angenehm/als vom Waitzen und Gersten.

Nachdem wir nun die Species, der zum Maltz-machen dienlichen Früchten erzehlet / und so viel all-hier vonnöthen/ beschrieben/wollen wir auch der beymMaltz-machen vorfallenden Zufalle ein wenig geden-cken. Dann zuweilen gieret das Maltz auf in den

Botti-