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De6 Adelichen Land - und Feld-Lebens
dert alle Faulung im Leibe/ und treibet die biliosischeFeuchtigkeiten aus. Dieser muß auch recht und lan-ge genug / doch auch nicht zu viel im Bierbrauen ge-sotten werden/und bestehet hierinn die meisteKunst desBierbrauens. Dann muß man auch zusehen und fleis-»g mercken/ wie lang ein jeder Hopffen das sieden.eiden und ausstehen kan/ daß er nicht zu rohe bleibe/und auch nicht mit übrigen Sieden seine natürlicheKräfften verkehre / etlicher wird zwey / dritthalb / bißin drey Stunden gesotten. Und muß diese Kunst desBierbrauens an einem jeden Qrr fast anders geler-net werden; Dann ein jeglich Land und Refier hat ^seine sondere Art und Eigenschafften / man kan nichtan jedem Ort Kehlheimer - Amberger - Böhmisch-Wendauer - Ordrufisch - Torgisch - Zerbster - Ber-nauisch/Wolisch/Laubnisch/ Breßlauer-Bier oder
Schöps / Hamburger und Lübisches Pier / Braun-schweiger ?)?umm / Rostocker-Oel/ Lübecker Israel/Einbeckisch Bier / Dantziger Doppel-Bier/ und auchmehr / wann man gleich Hopffen / Getraid / WasserundBie:brauer/von denselben herholen lasset/brauen/derHimmel und dieLufft nuiß aucb etwas darbe» thun.So ist auch viel an eines jeden Orts Maas/ LuffrGOttes Gnad / Geschenck und Gab gelegen / an demgehören so und so viel Scheffel oder Metzen Hopf-sens/ auch so vielGetraides/ an einem andern Ortnicht so viel / oder auch wol mehr. Man muß auchAchtung auf die Zeit und der Luffr haben;
Dann wann man brauen will / so muß es nicht zu kaltnoch zu warm seyn / ists zu kalt/^o frierer die Ger-sten/ ists zu warm / so schlagt der Sommer in die Fäs-ser / und wird das Bier leichtlich sauer.
Xl.1.
Vom Brau-Hause / dessen Stelle und anderm Zugehör.
As Gebäu des Brau-Haußes anlangend / las-set sich solches eben nicht also vorstellen / daßes einem jedenOrt ausständig seyn konte. Ins-gemein soll ein Brau-Haus; fein groß / raumig undweit seyn/^damit man sich wohl darinnen regen kön-ne/ von steinen/ und zwar also aufgebauet / daßdie Sonne nicht viel hinein scheinen könne/und es imSommer fein kühl darinnen sey / sonst werden dieBier leichtlich sauer und verderben. Soll auch hier-nechst an einem solchen Orte stehen/da reinerionesaus der Erden aufsteigen/und eine gute Lufftdarinnen machen/welche dem Brauer nicht^u widerseye. Massen man dann von unterschiedlichen Or-ten/ insonderheit aber von der berühmten StadtBraunschweig weiß / daß sie ihre Mumme nicht inallen Brau-Häußern des Orts gut brauen können/ob sie schon eben das Maltz / Wasser und Brau-Mei-'er darzu gebrauchen / welche sie bey andern Ge-
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rauen der Stadt ^Kidiret haben. Woraus abzu-nehmen/daß solcher Mangel nicht vom Wasser / wie
andere wollen / noch vom Maltz und Brau-Meister /sondern von der eigenen und widrigen Lufft des Ge-bäudes / so durch die Lxkslgriones oder Ausdünstungdessen Erdreichs oder Grunds corrumpirer und ver-derbet wird / herkommen und entstehen muß / welchesdenen Herzen ?kylicis cunoliorikus genauer zu un-tersuchen und auszumachen überlassen wird. Zu die-ser Untersuchung rönte/ meines Erachtens/ gute An-leitung geben / die Verderbung der Biere /welche imDonner-Wetter/ und beystarckem Schiessen grosserGeschütze / gebrauet werden / allwo die Lufft vomSalpeter - und Schwefel-Dampffinkciret und cor-rumpiret wird.
Wo keine Steine vorhanden/oder die Kosten nichthinlangen/kan mannurHoltz/es seyEichen-oder anderHoltz/nehmen/und bey dessen Anrichtung dahin sehen/daß die Pfanne oder Kessel mit ihrem Camin oderRauch-Fang/so weit von den Wanden abgesetzet undaufgebauet werde / daß das Gebäude vom Feuer keineGefahr und Schaden zu befürchten habe.Oder so man
ja die Brau-Pfanne oder Kessel/wie in Wohn -Häus-sern oder in kleinen k^riv-vr - Bräu-Häussern offterserfordert wird / an die Wand ftr-enmuß/darffmannur selbiger Seite eine steinerne Wand oder Brand-Mauer halten/ daß vom Feuer dem Gebäude keinSchade zugefüget werden möge.
In der Kayserlichen freyen Reicbs-Stadt Nord-hausen / hält man keine gemeine Brau-Häußer/ son-dern ein jeder Brauer bat sein eigenes im Hauße / undwird einem jeden zur Brau-Zeit eine Brau - Pfann/deren 14. in der Stadt gehalten werden / mit einemgrossen starcken eisernen Vier-Fuß oder Trager/aufeinem sehr grossen Schlitten/mit Pferden vors Haußgeführet / hernach von den Brau-Knechten an dieBrau-Stelle getragen/auf den Vier-Fuß gesetzt/und unten herum ein wenig vermauret/ daß das Feuerbeysammen bleibe. Und dieses geschicht ohne Wandund Rauch-Fang/wie sonsten an andern Orten ge-bräuchlich zu seyn pfleget. Hier nechst wird auch die-ses darbey requiriret/ daß es an einem solchen Ortstehe/da entweder das Wasser nechst beywegfiiesse/oder durch Röhren füglich dahin geleitet werden kön-ne / oder ein guter starcker Quell-Brunn nahe daranstehe / damit das Wasser nicht mit grosser Mühe undUnkosten darzu beygetragen werden müsse.
Die andere Zugehör betreffend / bestehen diesel-ben in einer guten starcken küpjsernen Pfanne oderBrau-Kessel/ nachdem das Gebäu groß oder klein ist/oder des Brauers Gelegenheit und Beliebung es er-heischet/ und in guten geräumigen / starcken / wohl-gebundenen Bottichen/deren theils kleinerund zumabkühlen/daher man sie Kühl-Bottiche oderKühl-Fässer zu nennen pfleget / theils grösser und zum Bah-ren des neugebrauten Biers gebrauchet werden / wel-che allemal sauber ausgewaschen und wohl getruck-net/ entweder / wo sie nicht zu groß und zubewegensind/ auf steinerne oder höltzerne Unterlagen umge-stürtzet/daß dieLufft darunter gehen/und sie truckenerhalten kan / oder mit Brettern zugedecket werdensollen / damit nichts unsauberes hinein fallen/ und fel-