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Des Adelichen Land- und Feld-Lebens
geschehen / alles der Land-Art gemäß. (9.) Dasgraue und sandigte Feld / wann man selbiges fettund wohl dünget / so wächset noch wohl gut Getrai-de darinnen/ alleme mehrenthcils dünne / doch aberauch frisch. (io.) Auf den steinig-und sandigtenAeckern/ welche sehr hitzig sind / wachset zwar rein/aber gleichfals dünner Getraidig mit etwas Trespen/man muß aber auch darmit vorlieb nehmen/und destosser düngen und arbeiten/ so wird solche Aecker Gottdannoch segnen. Diese zehnerley Arten des Erd-reichs kan ein jeder Hauswirth oder Besitzer der Ae-cker jedes Orts fleissig in Obacht nehmen und nach-forschen/ wie einem oder dem andern am füglichsten
zu helffen sey / aufdaß er alles zu rechter Zeit verrich-ten und bestellen last/darneben fleissig beten/alsdannwird er den Seegen GOttes zu seiner Zeit auch schon
geniesen: Dann einen jeden Acker nach seinerUtät und Eigenschaft! ins besondere zu beschreibenist unmöglich / weilen derselben allzuviel und unter-
schiedlich sind/auch offters ein Gewand oder einSrückbesser als das andereist; Daher wer Lust und Liebezum Ackerbau hat / der mache sich / wie gesagt / seineFelder und Aecker selber wohl bekandt / und erlerneaus allen Umständen/ was Art und Eigenschafft sieseyen / und wie er ihm thun solle/damit er sie am vesten brauchen und nutzen möge.
<^I>. VII.
Von manZerley Arbeit/ welDe die Aecker oder AuIt,
Felder gemeiniglich haben müssen.
Amit ich bey dieser Gelegenheit nur etwas vomKorn-Getraid (worvon bald ein mehrerswird gemeldet werden) und Gemüs-Bau ge-dencke / so sollen Ackers-und Bauers-Leute vorhin
Felder liegen
das nöthigste / daß man die Kinder und jungen Leu-te allererstens lasse die Brach-Aecker (welche die Al-ten rettsdiles. ruhende oder müssge Aeckergenannt haben) von den Steinen und andern wil-den Unart ablesen/ reinigen und saubern/ es geschehenun gleich mit einem Rechen/ oder andern hierzu be-quemen Gezeug; dann ein wild und ungebauet Feld/träget für sich selbst sonst nichts anders/ dann Steinund Unkraut / welche nichts anders sind/ dann dasübrige Theil von verwesenem Mist/welcher biß in denfünffren Grad / von grosser und überflüssiger Hitze /ist alterirr und verändert worden. Naebdem man nundie Felder einmal durch sonderbare Mühe und Arbeithat aushauen / und das Unkraut aus der Wurtzelausropffen lassen / soll man auch zum Überfluß nach-mals (fürnemlich die Disteln ) zu kleinen Stückleinzerschlagen / dann es kan der erste Regen/ so darauffället/ siedermassen verderben undzerkritschen/ damit
sie hernachjeben wenig ^isschlagen/als wann aus ei-ner ertödteten gifftigen Schlange snolten andere jun-gen Schlangen Herfür kommen. Dann sie habenohne das solche Art an ihnen / daß / so bald sie nurein wenig des Regens empfinden/ sie sicb dermc-ssenin das seblammicht und kothigte Erdreich verschlupf-fen und einstecken / daß sie auch zum öfftern die mirder Wurtzel selbst erstecken. Ist demnach meine Mey-nung/ daß die erste Arbeit des Acker-oder Feldbauesseyn soll / das Stein-lesen / Tungen/Mist und Mer-gel-Zettelen/ Ackern/ die Furchen machen/das Schollen brechen und zudecken-/ darnach über eine kleineZeit / wann es nemlich darauf geregnet hat / folgetdie andere Arbeit / und das ist das Falgen/ (welchesdie Alten l rersre. das ist erwiedern genennet) welches nicht ohne das Furchmachen geschieht. Zumdritten pfleget man an vielen Orten zu rühren / oderauch zu Zarte fahren; Darnach das Feld zu besäen/zuegen/ und das Unkraut/welches von überflüssigemRegen oder Fettigkeit der Erden gewachsen ist/undden bereits abgegangenen Saamen überwachsen undbestecken will/ auszujäten oder auszuropffen. Zuallerletzt pfleget man zuschneiden / die Frucht in Gar-ben zu binden / und die Stupffeln zusammen zu rechen.
VIII.
Von Gewöhnung und zu Dungung der dürren und magern
Frucht-Feldern / daß sie überaus fruchtbar werden.
iwKJe Frucht-oder Korn-Felder/ sie seyen Ncu-Brüch-oder sonst Brach-Aecker / oder auch /da sie schon vorhin ihre Früchte m mehrma-len getragen haben / soll man gleich zu Anfang desWmters/ ungefehr umS.Martms-Tag/ oder umdie Advents-Zeir/ mir Schaafs-Mist/damit sie sicherwarmen / allwegen über das dritte Jahr / wann esmagere Gründe seynd / oder sonst mir gutem Kuh-und Roß-Mist / durcheinander vermischt/ bedungen/
und ihnen also hiermit eine temperirte oder mittelmas-sige Hike zuwege bringen.
Es ist aber zu mercken/ daß man zum ersten denfaulen Mist oder Mergel/welchen man ausgeführet/und das Feld damit zu bedungen Willens ist/ aufklei-ne Haussen schütten soll; oder Stück-Weise den lan-gen Weeg um die Forchen streuen; solches muß vor-nemlich zur Wmters-Zeit geschehen / damit solcherMist von stetem Regen u nd Schneyen durchnasse/
feucht