Druckschrift 
3. Th. (1715) Deme zum Beschluß, Ein bewährtes, meistens aus eigener Erfahrenheit, und unterschiedlich-practicirten Manuscriptis, wohleingericht- sehr nutzliches Koch-Buch beygefüget ist In welchem, gantz besondere zu diesem Zweck, sehr curiose Materien, deren man sich, mit grossem Nutzen, und seiner Vergnügung bedienen kan, enthalten ...
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

Dritten Theils Siebendes Buch.

iz

Acker. (8.) Roch und leimigter zugleich. (9.) Grau-undsandigter/und dann auch(io .)stein-undjand?g-

ter Äcker

So' viel nun (1.) die schwartze Aecker betrifft/ sogiebt die Erfahrung / daß selbige gute feiste Erden bey

sich führen / darinnen allerley Gerraid/wie es Lah-men hat / auch alles Saamen-Werck / wobl wachst/dürffen auch nicht so offrundstarck/ wie em andererhungeriger Boden gedünget werden/wie man dannosst nach sechsjähriger Düngung noch Weitzen dar-ein säen kan ; es müssen aber solche Aecker mit demPflug wohl durcharbeitet werden / und wollen tieftund lucker geackert seyn / sonderlich / da man (wie ins-gemein bey dergleichen die Art ist/) eines guten Bo-)ens / in die Tieffc versichert / so daß man keine wildeErde hervor pflüget: Ingleichen mag man auf sol-chen guten Boden den ^>aamen wol dick ausjaen /und die Hand voll Körner nehmen / weilen er dieStärcke zu treiben hat / zumalen auf einem solchenBeete wol so viel / als sonsten auf andern dreyen zuwachsen pflegen ; Doch haben diese Aecker auch dieArt an sich/ daß sie bald naß und auch bald feste wer-den/daher dann die Mittel-Zeit in derselben Bestel-lung wohl beobachtet werden muß. Diese Lands-Art wird gefunden in Thüringen/um Hall/auchLandsberg / Lützen und Dolizsch. (2.) Der graueAcker-Boden / so ein wenig fahlbig nur ausstehet / alswieMörgel/und im Altenburgischen gar gemein ist/wiewol er auch umDreßden/ Mörseburg / Dolizschund unterschiedlichen andernOrten angetroffen wird/istgleichfals das beste Erdreich in Wachsthum/son-derlich wann man anflehet / wie im AltenburgischenLande so herrlicher Weitzen / Korn und allerhand an-ders Geträidig / in zimlicher Menge wachset^/ wiedann/ wo solch Erdreich ist / es an keinen Früchtenund Wachsthum mangelt; Dieser Art Aecker haltensich stets fein lauter / dürffen nicht offt gedünget wer-den/und wächset daher auch das Geträidig fein lau-ter und rein darinnen / sind auch nicht feste zu pflü-gen. Aber

(z.) Die gelbe und leimigte Aecker sind nicht diebesten / sondern in der Mittelmasse / wollen scharffgedünget seyn / r ichset aber gemeiniglich hernachchwehr Korn in jachen Feldern / auch Gersten / Ha->ern und Erbsen / und absonderlich Flachs / nach demGebürge zu. Solch leimigter Boden erstrecket sichein gutes Theil von Leipzig biß ans Gebürge/wiewo-len sich noch immerzu anderer guter Boden mir unter-mischt. (4.) Die rothen Aecker sind fast das gering,steLand/auch der Erfahrung nach / böß zu arbeiten/und wollen wohl gedünget seyn ; jedennoch aber/wann sie wo! gewartet werden/so wächset doch nochzimlich Geträide darinnen/so/daß sich fast zu verwun-dern / wie in so festem rothen Erdreich noch so gutKorn / Haber und Gersten wachsen kan / der Wei-

Voigtland mit unter gefunden werden,steinigte Acker ist unterschiedlich / eines Theils führetergure Erde mit sich / welches noch vor Mittel-Feldzu achten / und mehrentheils Korn und Haber traget;

wann er auch steinigt und leimigr ,st / so gehet er auchnoch hin. Wo aber röche Erde und Sand nebenden steinen gefunden wird / so ist es eine Anzeigung/daft es sehr geringe Felder sind / und wächser ,Um,Winter - Korn darauf/ wie gegen dem Gebürge zuse-hen/ sondern nur Sommer-Korn und Haber/ undwill noch / neben blutsaurer Arbeit / wchl gedüngetseyn ; Wann ein armer Mann einen solchen Ackerhat/ so muß er chn mit einer guten spitzigen Hackenarbeiten / sonst wird er das Pflüger-Lohn nickt wie-der heraus bringen; Darbe» muß man dannoch ge-dencken/daß solchen der liebe GOn auch geschaffen/so wol als den guten Acker/ darvor GOtt auch zudancken ist.

(6.) Der sandigte Acker ist auch unterschiedlich;dann sandig mir Erden vermengt ist guter Acker / dar-innen rein und schön / auch allerhand Geträidig wach-ser. Sandig und leimigter Acker ist auch noch gut/dann diese werden nichr leichte zu naß / noch auch zudürre. Sandig und steinigte Aecker bringen beynassen Jahren gut Korn / in trockenen dürren Jah-ren aber versihemet oder schwindet das Korn gemei-niglich / nemlich / es bekommt dünne Körner / die da-zu noch ein sehr grau oder fahligt Mehl geben. Esgiebt aber auch noch schwartze und sandigte Aecker/darinnen alles Geträidig wohl wächset; DergleichenArt findet man um Wirrenberg/Torgau und in derLaußniz / darneben aber auch (wie gemeiniglich) an-dere gure Land-Art und Aecker.

(7.) Die rhonigten Aecker werden hin und wiederin diesen Landen gefunden / und sind meistentheils sau-re Felder / weil sie viel Nässe an sich ziehen / und lang-sam trocken werden / daher in solchen Aeckern vielTrespen mit unter dem Korn wächset; Weitzen undGersten will darinnen nicht fortkommen/ müssen auchofft gedünget werden / und wächset dennoch kaumeinmal Korn und Haber darinnen / indem der Thonden Dünger scharff ausziehet durch die Nässe / undwollen solche Felder im Pflügen und Egen/ auch mitder Zeit wol getroffen seyn; dann saei man zu zeitig /so erkältet der Saame in der Erden; will man es aberlassen trocken werden / so fliesset es wie Tafeln zusam-men / und werden dann durch das Pflügen grosseStücke erbrochen; Dahero wann Zeit saens ist/mußman zuvor wissen / ob diese Aecker kalt oder warin lie-gen : ist es kalt Land / so muß es desto zeitlicher bestel-let werden/ damit es desto eher Herfür kommen / undsich vor den, rauhen Winter schützen möge; ist dasLandaberwarm / so muß es desto langsamer bestelletwerden / damit sichs nicht überwachst / und wann jasolches geschickt/ so ist es besser/ daß die Matten Jähr-linge und Lämmer solche belauffen / und sich damit er-' olen/ als daß es von den rauhen Winden abgewa-et werde.

(8.) Roth-und leimigte Aecker mit etwas grauerErde vermischet/wie im Altenburgischen an etlichenOrten zufinden / sind nicht die besten / doch auch nichtdie geringsten/ sondern von einer Mittel-Gattung/und wächset Weitzen / Korn / Gerste / Haber / Erb-sen und Wicken darinnen/doch muß ihnen mit fleissi-ger Wart - und Düngung / bey welcher Unterlassungauch wol die guten verderbt werden können / Hülffe

(B) z

geschehen/