Druckschrift 
7 (1915)
Seite
362
Einzelbild herunterladen
 

362 Briefer.

kundensammlung das Kloster Olsberg besonders stark vertretenist, war es offenbar das Dominikanerkloster in Colmar, welchemBrief er den Besitz jener einzig noch vorhandenen Handschriftder Colmarer Annalen verdankte, die sich jetzt in Stuttgartbefindet i). 5

Dem gleich ihm in Basel wirkenden Sebastian Münster,dessen Kosmografie 1544 im Druck erschienen war, lieferte erfür die schon 1545 folgende zweite Auflage zahlreiche Berich-tigungen, welche meistens die deutschen Kaiser betrafen 2 ).Doch auch dem Zürcher Johann Stumpf war er bei dessen 101540 vollendeter und 1548 gedruckter Beschreibung der Eid-genossenschaft behilflich, indem er ihm hiefür über Basel nichtallein >allerhand Antiquitäten« mitteilte 3 ), sondern sowohl eineAbschrift von Blauensteins Chronik der Bischöfe 4 ), als aucheine von Schnitt aus altern Quellen kurz zusammengestellte uBaslerchronik zusandte 5 ).

Gleichwie Briefer die Arbeiten seiner Freunde förderte, sosuchte er auch für seine eigenen Forschungen stets nach wei-tern Quellen. Kaum hatte er im Juni 1541 seine Genealogieder Habsburger vollendet, so bat er seinen Freund Beatus Rhe- 20nanus, ihm eine Abschrift der im Besitz des Humanisten Hierony-mus Gebwiler befindlichen »annalium rerum Basileae et locisvicinis gestarum« zu verschaffen 6 ). Auch nach Gebwilers 1545erfolgtem Tode bat er um dessen hinterlassene »Gesta Basili-ensia«, und ebenso um seinen »Catalogus episcoporum Basili- #ensium« 7 ). Doch seine fortgesetzten Bemühungen blieben völligerfolglos, selbst als er in einem Briefe vom 23. Mai 1546 nurnoch darum bat, ihm aus Gebwilers Katalog wenigstens dieNamen der Bischöfe und die Zeit ihrer Regierung mitzuteilen 8 ).Er selber nämlich hatte inzwischen begonnen, ein solches Ver- 8°

1) S. Urstisius, Germaniae historici illustres II 4, und Mon. Germ.Sor. XVII 183.

2) S. Briefwechsel d. B. Khenanus S. 533.

3) S. Stumpfs Einleitung zum XII. Buch seiner Beschreibung der Eid-genossenschaft.

4) S. oben S. 10G.

5) Ueber diese seither verlorne Hs., welche Stumpf in seinem Quellen-verzeichnis als »Basler Chroniken Conrad Schnitten«, und Herzog, AthenaeRauricae S. 110, als »Historia succincta civitatis Basileae« bezeichnet, vgl-Basler Ztschr. f. Gesch. XI 248.

t>) S. Briefwechsel d. B. Rhenanus S. 480.7 ) S. ebend. S. 535, 539 u. 545.8} S. ebend. S. 552.