Einleitung. 363
zeichnis der Bischöfe zusammenzustellen 1 ), und in der Tat trägtdie an Stumpf gesandte Handschrift seiner diesbezüglichen Chro-nik die Jahrzahl 1546. Dieses Werk warjedoch wohl sein letztes.Denn er starb schon 1548, in der Nacht vom 14./15. April, als der6 letzte seines Geschlechts, und wurde bei St. Peter begraben 2 ).
Die von Briefer 1546 verfasste Chronik der Bischöfe, welche B ^"er an Stumpf sandte, ist noch vorhanden im Sammelband A 69 echrift(früher A 74) der Zürcher Stadtbibliothek, in welchem sie 1912 mi T ^™'"durch Dr. Gustav Müller (damals noch Cand. Phil.) glücklicher- üw seine
10 weise entdeckt wurde. In diesem sehr umfangreichen Bande Quell<m -bildet sie ein Heft von 24 Folioblättern mit dem Wasserzeichendes Bären, und ihre 45 beschriebenen Seiten sind in der durch-gehenden Paginatur des Bandes als S. 509—553 bezeichnet.Ueber die Entstehung und die Quellen seines Werkes gibt
,5 Briefer einige Andeutungen schon in dem bereits erwähntenSchreiben vom 23. Mai 1546 an Rhenanus, indem er bemerkt,er habe die Bischöfe zusammengestellt »ex catalogo quodamvetusto, sed valde mutilo, qui fertur extitisse in sacrario ec-clesiae Basiliensis, et ex quodam fragmento cuiusdam veteris
0 psalterii. Sed utraque non satis indicant, quae desideramus« 3 ).iJoch einlässlicher äussert er sich in einem Brief vom 11. Julidesselben Jahres an Stumpf, nachdem er vernommen hatte,dass der Druck von dessen Beschreibung der Eidgenossenschaftbevorstehe. In diesem Schreiben, welches in der schon er-
26 wähnten Handschrift seiner Chronik auf S. 505 vorausgeht, be-klagt er zuerst die Erfolglosigkeit seiner Bemühungen um Geb-wüers hinterlassenen Katalog und fährt dann fort: »Uff sollichshab ich besichtiget den catalogum episcoporum Basiliensium,so ir by mir vor dryen joren verlessen und villicht usz demselbigen ettwas verzeychnet, und dogegen conferiert ein altfragmentum, so mir innerhalb jors worden usz einem altenpsalterio, in wellichem verzeychnet werden ettliche episcopiBasilienses ab anno domini 741 usque ad annum 1072. Noch-dem ich sy beyde besichtiget gegen den summis pontificibus
36 und imperatoribus, befinden ich, das obgedochter cathalogusunflissig colligiert und abgeschriben worden«.
Aus diesen Aeusserungen ist zunächst ersichtlich, dassBriefer einen Catalogus, welchen er Stumpf einst vorgewiesen
1) S. Briefwechsel d. B. Rhenanus S. 552.
2 ) S. Gasts Tagebuch z. 15. April 1548, und Tonjola S. 116.
3) S. Briefwechsel d. B. Rhenanus S. 552.