Druckschrift 
7 (1915)
Seite
196
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196 Brilingcr.

General B. F. von Zurlauben von Zug käuflich erworben wurde,von dessen Hand sie einige Randbemerkungen enthält, und dasssie mit dessen ganzer Sammlang später von der HelvetischenRegierung gekauft wurde und schliesslich nach Aarau in dieKantonsbibliothek gelangte 1 ). B

Die Hand- Diese Handschrift umfasste ursprünglich 182 Blätter in

ih/inhait. folio, wovon jedoch eines hinter Bl. 150 ausgeschnitten ist.Als Wasserzeichen tragen sie meistens den Ochsenkopf mit demStern. Doch weisen auch zwei Hefte den Bären auf, und weitereines den Ochsenkopf mit der Schlange. Der Umschlag, aus weiner Pergamenturkunde von 1435 gebildet, trägt auf der Vorder-seite die Aufschrift »Vetustatis fragmenta«, und auf der Rück-seite des Buches folgt ergänzend: »foecundat officiosa sedulitas«.Die Paginatur, bis Bl. 21 mit roter Tinte, aber weiter blos nochmit Bleistift geschrieben, ist modern und zählt infolge des >sschon erwähnten Ausschnitts statt 182 nur 181 Blätter.

Ueberblicken wir den Inhalt dieser Handschrift, so bildendie vordersten 70 Blätter ein Ganzes für sich, nämlich einebunte Sammlung von allerlei Inschriften, teils römischer Her-kunft, teils Grabschriften aus späterer Zeit. Die erstem stam- 20men meistens aus Born und dessen Umgebung, zum Teil auchaus Mainz und Rheinzabern, wo Brilinger, wie er ausdrücklichbezeugt, sie selber sah 2 ). Ausserdem aber sind mit vereinzeltenrömischen Inschriften auch Städie wie Neapel, Benevent, Ravennaund Rimini, ja selbst Tarragona und Cadix vertreten, wohin 26er wohl niemals gelangte. Die Grabschriften, soweit sie ausRom stammen, betreffen meistens berühmte Humanisten, undnicht minder zahlreich sind diejenigen berühmter Juristen ausBologna. Weitere Inschriften dieser Art stammen aus Mantuaund Ferrara, sowie auch aus Basel 3 ), und ferner finden sich 30einzelne aus Heidelberg, Strassburg, Innsbruck und Halberstadt.Neben diesen Grabschriften jedoch finden sich zwischenein auchbeliebige sonstige Inschriften aus späterer Zeit, wie z. B. die-jenigen in der Burg zu Breisach 4 ), oder an einer Monstranz im

1) S. Zurlaubens Brief vom 11. Mai 1786 an Vander Meer: Coinparaviegregium manuscriptum ec.

2) S. Hs. Bl. 5.

3) S. ebend. Bl. 63 ff.

4) S. ebend. Bl. f>2 v , und nochmals Bl. 144 v . Den genauem Wort-laut dieser Inschriften s. unten in Briefers Chronik, z. J. 1254.