Einleitung. 197
Basler Münster 1 ). Auch enthält die Sammlung allerlei erdich-tete Grabschriften, und zwar meistens in Versen, wie z. B. fürSultanMohamed.II. 2 ), sowie auch sonstige kurze Gedichte ver-schiedenen Inhalts. Zu dem allem aber fügte Brilinger noch5 manche eigene Entwürfe zu Grabschriften für Personen bei,die er verehrte, wie z. B. für Kaiser Maximilian oder für seineEltern 3).
Diese durchweg lateinische Inschriftensammlung scheintBrilinger erst lange nach 1509 angelegt zu haben. Denn schon
10 auf Bl. 4, wo er anlässlich der römischen Inschriften von Mainzseinen damaligen Besuch dieser Stadt erwähnt, bemerkt ernebenbei, dass dort Doctor Gresamundus der jüngere »id tem-poris« erzbischöf'Jicher Hofrichter gewesen sei — also invergangener Zeit. Andrerseits aber verzeichnet er auf Bl. 67 v
15 noch eine Grabschrift aus Basel von 1525 4 ), und selbst nachseiner Uebersiedlung nach Freiburg trug er auf Bl. G8 V einedortige noch von 1531 ein. Erst in dieser Stadt war es wohlauch, dass er an die bisherigen 70 Blätter, welche aus 5 gleich-förmigen Heften von je 7 Bogen (mit dem Ochsenkopf! bestehen,
20 noch ein weiteres Heft von 10 Blättern andern. Papiers (mitdem Bären) fügte. Hier nun legte er sich zunächst auf Bl. 71ein Verzeichnis der auf Inschriften üblichen Abkürzungensamt ihrer Bedeutung an, und weiter trug er auf Bl. 72—74noch einzelne Inschriften aus Rom, Padua, Verona, Metz und
2r ' Trier nach, worauf Bl. 75—80 leer blieben.
Auf diese Inschriftensamuilung folgt wieder ein Heft von16 Blättern (Bl 81—9(5) mit dem Ochsenkopf, deren vorderstesnur die Ueberschrift trägt: »Cronica quorundam Basileorumantistitum, cum quibusdam statutis papalibus et aliis antiquis in
30 civitate Basiliensi et prope eam gestis«. Im übrigem bleibenBl. 81—82 leer, und erst auf Bl. 83 v stehen die verschiedenenBerechnungen des Zeitraums von der Schöpfung bis ChristiGeburt, und zwar genau so wie bei Blauensein 5 ). Weiter folgtnun auf Bl. 84—91 die vollständige Abschrift der von diesem
115 verfassten Chronik der Basler Bischöfe, samt Brilingers nach-
1) S. Hs. Bl. Ol! und vgl. B. Mitteilungen d. Antiquar. Gesellsch. X5 U. 10.
2) S. ebend. Bl. 54* und vgl. oben S. 109.
3) S. ebend. Bl. 65.
4) Diese bei Tonjola fehlende Inschrift betrifft Doctor Lucas Klettsam 22. März 152-S verstorbene Ehefrau Elisabeth.
5) S. oben S. 32.