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7 (1915)
Seite
165
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Einleitung. 165

wog er diese, vorläufig noch dem Vorgehen des Rates beizu-stimmen 1 ), und um Weihnachten übernahm er eine Sendungnach Ruffach, zum päpstlichen Legaten Angelus, Bischof vonSessa, der gegen Basel eine sehr drohende Haltung angenommen

5 hatte 2 ).

Wiewohl diese Verhandlung scheint erfolglos gebliebenzu sein oder wohl gerade wegen der bedrohlichen Lage, inder sich Basel damals befand, versicherte sich der Rat auchUrsis weiterer Dienste, indem er ihm am 16. Januar 1483 noch

io neben seiner bisherigen Besoldung von 57y 2 Ib. als Professoreinen Jahrgehalt von I 20 Gl. aussetzte, wogegen Ursi, so oft esnötig würde, auf eigene Kosten die Stadt auswärts als deren Ge-sandter vertreten sollte 3 ). In dieser Eigenschaft wurde er gleichdarauf mit dem Ratsherrn Lienhard Grieb zu Kaiser Friedrich

15 nach Wien gesandt, um Basel in dem Streit mit Bischof Kasparze Rin vor dem Kammergericht zu vertreten 4 ). Das Zerwürfnismit dem päpstlichen Stuhl hingegen wurde erst zwei Jahrespäter beigelegt, als am 23. Januar 1485 für Basel die Absolu-tion verkündet wurde, und bei dieser Feierlichkeit war es wieder

20 Ursi, der dem päpstlichen Gesandten Benedikt Mansella gegen-über im Namen des Rats und der Bürgerschaft das Wort führte 6 ).Im Herbst dieses Jahres wurde er nach Rom gesandt, um mitInnocenz VIII. wegen eines zu Gunsten des Basler Spitals undder Elendenherberge bewilligten, jedoch scheinbar wieder in

25 Frage gestellten Ablasses zu unterhandeln 6 ). Nach längeremAufenthalt daselbst erlangte er im wesentlichen alles, was derRat gewünscht hatte, in einem Breve vom 3. Dec, in welchemer vom Papste sehr gelobt und zugleich der Rat gebeten wird,seine durch verschiedene Umstände so lange verschobene Heim-

30 kehr zu entschuldigen 7 ). Ueberhaupt scheint er das ZutrauenInnocenz' VIII. in hohem Grade sich erworben zu haben, dadieser ihn noch mit einem besondern, für uns jedoch nichtnäher bestimmbaren Auftrag an den Rat von Basel betraute 8 ).

1) S. Stadt. Urk. 1482 Oct. 31, und vgl. Jakob Burckhardt in B. Bei-trägen V 60.

2) S. B. Chron. VI 304, A. 1, ferner B. Beiträge V 77 ff.

3) S. Erkanntnissb. I 14 v , auch Stadthaushalt II 446.

4) S. B. Urkb. VIII No. 664, auch Stadthaushalt II 440.

5) S. Stadt. Urk. 1485 Jan. 23, wovon im B. Urkb. IX No. 5 nur einAuszug.

6) S. hierüber B. Wackernagel, in B. Zeitschr. f. Gesch. II 259.

7) S. B. Urkb. IX No. 23.

8) S. ebend. No. 28.