98 Blauensteins Bischöfe.
Verhältnis zwischen letzterm und Blauenstein lässt sich dahernicht wohl anders erklären als durch die Voraussetzung einesursprünglich nur bis Bischof Iring reichenden, jedoch nebenden Kaisern auch die Päpste enthaltenden Verzeichnises, wel-ches erst unter dem 1057—1072 regierenden Bischof Beringer 6eine Fortsetzung erhielt. Damals aber hatte bereits der Streitzwischen Kaiser und Papst begonnen, und so erscheint es wohldenkbar, dass dieser Fortsetzer, wenn er kaiserlich gesinnt war,den von ihm nachgeführten Bischöfen bloss noch die Kaiserbeifügte. Durch nachlässige Abschrift entstund hierauf jene toirreführende Verschiebung von Adalbero I. und Landelous, unddiese Abschrift diente nun als Vorlage sowohl für den Rodelvon Münster als auch für die längst verlorne Handschrift, welchewir als mittelbare Quelle Blauensteins voraussetzen müssen.Der Schreiber des Rodels, vermutlich ein päpstlich gesinnter' 5Mönch jenes Klosters, Hess wohl grundsätzlich die Kaiser wegund behielt bloss die Päpste. Da jedoch diese in der Vorlagenur bis zu dem bei Bischof Iring stehenden Marinus reichten,so versuchte er die spätem zu ergänzen, indem er Irings zweinächsten Nachfolgern die im Papstkatalog auf Marinus zunächst 20folgenden zwei Päpste beifügte, doch ohne diesen ganz ver-fehlten Versuch weiter fortzuführen 1 ). Der Schreiber der mittel-baren Quelle Blauensteins hingegen, vermutlich kaiserlich ge-sinnt, Hess auch die bisher vorhandenen Päpste weg, währender die beigefügten Kaiser durchweg beibehielt. 25
Weiterer Diese von einem kaiserlich gesinnten Schreiber gefertigte
enten" Handschrift, welche wir als die mittelbare Quelle BlauensteinsTeiia. voraussetzen müssen, mochte, wie schon bemerkt, wohl auf der-selben Vorlage beruhen wie der Rodel von Münster, und mit-hin gleich diesem noch dem XL Jahrhundert angehören. Sie :i0bildete jedoch für die älteste Zeit, bis auf Bischof Beringer,die Grundlage nicht nur für Blauenstein, sondern, wie wirspäter noch sehen werden, auch für Schnitts Wappentafel derBasler Bischöfe' 2 ). Ueber die Folgezeit hingegen hat jededieser zwei Schriften ihre eigene Fortsetzung, und hieraus er-sehen wir, dass ihre gemeinsame Vorlage nicht weiter reichteals bis zum bereits erwähnten Bischof Beringer.
Vom", alten Verzeichnis unterscheidet sich diese Fortsetzungbei Blauenstein zunächst dadurch, dass zuerst bei Beringer, und
1) S. unten Beilage III.;
2) S. unten die Einleitung zu Schnitts Wappentafel.
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