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7 (1915)
Seite
97
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Einleitung. 97

Diese Uebereinstimmuug hinsichtlich der entstellten Reihen-folge der Bischöfe beschränkt sich jedoch auf deren Namen.Denn während der Bischofsrodel von Münster nur die gleich-zeitigen Päpste beifügt, und auch diese nur bis Bischof Iring,6 nennt Blauenstein zu den meisten Bischöfen neben den Päpstenauch die gleichzeitigen Kaiser samt einer Jahrzahl. Doch dieseZahlen sind meistens von einem vorsichtigen »citra« begleitet,und zwar aus dem guten Grunde, weil sie sich lediglich aufdie Thronbesteigung der beigefügten Kaiser beziehen. Und10 gleicherweise stimmen auch die Päpste in der Kegel besser zurRegierungszeit dieser Kaiser als zu derjenigen der betreffendenBischöfe. Beide aber, Päpste und Jahrzahlen, lassen sich durch-weg auf die Flores Temporum zurückführen und erscheinen da-her lediglich als eine Zutat Blauensteins, so dass einzig die

"> Kaiser sich als alte Beigabe erweisen.

Hinsichtlich dieser Kaiser ist zunächst zu beachten, dassbei Blauenstein dem Bischof Landelous, trotz seiner Verschie-bung vor Adalbero I. , ganz richtig noch Kaiser Otto I. bei-gegeben ist, dem hinter ihn verschobenen Adalbero I. hingegen

20 der viel spätere Kaiser Heinrich II. Dieser Irrtum erklärt sichjedoch schon daraus, dass bei Blauenstein diesem Adalbero I.die 1019 unter letzterem Kaiser und Adalbero II. erfolgte Ein-weihung des Münsters zugeschrieben wird, über welche, wieschon H. Bresslau wohl mit Recht vermutet hat 1 ), noch eine

25 Urkunde vorlag. Fragen wir daher, ob neben Adalbero I. nichtursprünglich ein andrer Kaiser gestanden habe, so finden wirin dem ältesten noch vorhandenen deutschen Verzeichnis derBasler Bischöfe, nämlich in Konrad Schnitts Wappentafel, nebendem dort gleichfalls hinter Landelous verschobenen Adalbero I.

30 den Kaiser Konrad II. Dass jedoch hier ursprünglich der rich-tige Konrad I. gemeint war, das zeigt schon die beigefügteJahrzahl 915, welche genau zu Adalbero I. stimmt 2 ). Nebendiesem Bischof, so gut wie neben Landelous, stund also ur-sprünglich der richtige Kaiser, und hieraus ersehen wir wohl

36 zur Genüge, dass das alte Verzeichnis bereits auch die Kaiserenthielt, noch bevor durch einen Abschreiber die sinnlose Ver-schiebung jener zwei Bischöfe erfolgte.

Sind demnach die beigefügten Kaiser jedenfalls älter alsdiese Verschiebung, so sind es ebenso sicher auch jene nur bis

10 Iring reichenden Päpste im Bischofsrodel von Münster. Das

1) S. Jahrbücher d. D. Beiches unter Heinrich II., Bd. III 82, A. 1.

2) S. oben S. 96, ferner unten die Einleitung zu Schnitts Wappentafel.

Basier Chroniken. VII. 7