Druckschrift 
Rheinpreußen und seine staatswirthschaftlichen Interessen in der heutigen europäischen Staaten-Krise : oder vergleichende Betrachtungen über den frühern und den gegenwärtigen Zustand der königlich preußischen Rheinlande, mit volkswirthschaftlichen Vorschlägen und statistischen Nachweisungen
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

Ausgaben abgehalten, und zur Sparsamkeit aufgefor-dert werden, und zweitens nach einer gewissen Fristdurch die anhaltende Entrichtung des Zuschlages un-merklich und ohne besondere Opfer und erschöpfendeAnstrengungen zu dem Besitze des angeliehenen Stamm-vermögens gelangen.

Bevor wir diesen Gegenstand verlassen, erlauben wiruns noch zu bemerken, daß die Verbindung eines kleinenAcker- und Gartenbaues mit der Weinkultur den Wohl-stand des Winzers fördert, und die Unsicherheit seiner Sub-sistenz vermindert. Er kann nemlich auf Grundstücken,deren Bau und Pflege die schwächeren Glieder seiner Fa-milie übernehmen, die unentbehrlichsten Bedürfnisse desLebens selbst gewinnen, und die niüßigen Kräfte der Sei-nigen auf eine höchst eintragliche Weise benutzen. Die aufdiese Weise bearbeiteten Böden liefern zuweilen einen un-glaublichen Ertrag. Der Vortheil der Verbindung vonAcker-, Garten- und Weinbau wird deshalb von klugenWinzern anerkannt, und der steigende Wohlstand bekundetsich häufig durch den Ankauf.neuer Grundstücke aus denGemarkungen angränzender, nicht weinbauender Gemeinden.*)Hieraus leuchtet hervor, wie vortheilhast der GebrauchdesKapitals für den verständigen und unternehmenden Winzersei. Die Zinsen, welche er für dasselbe entrichtet/ gewinnt er oftvierfältig aus dem Ertrage des dafür angekauften Grundstücks.

Was endlich die Mitwirkung der Behörden zur Be-förderung des Weinbaus in Rheinpreußen betrifft, so freuen

') Der Ort Winningen, welches die einsichtsvollsten und thätig-sten Weinerzeüger in sich vereinigt/M in dieser Hinsicht großeStrecken von seinen Nachb.irn erworben haben.