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breitenden Gräuel. Aerzte und Wundärzte verkauften Lebenund Blut, und die Landvögte *) selbst sollen mit ihnen undihren Günstlingen den sündhaften und schandlichen Gewinngetheilt haben. Recht und Sitte schienen von der Erdegewichen, und die Zeit der Menschenopfer wiedergekehrtzu sein.
Heute und Normals.
Um den Unterschied des frühern und des heutigenZustandes einleuchtend darzustellen, verzichten wir darauf,uns streng an die Zeitfolge zu halten, nach welcher dieVerbesserungen unserer Deutschen Staatsverwaltung eintra-ten, und stellen sogleich eine Betrachtung über die wach-sende Güte der gegenwärtigen Rheinischen Rechtspflege undanderer Zweige der Staatsgewalt an. Die Rechtspflegehat unter Preußischer Hoheit ihr schönstes Zeitalter erreicht,denn obgleich die Fränkische Gesetzgebung fast gänzlich un-verändert beibehalten worden ist, so findet sich doch, dadie ihr nachtheiligen Uebelstände von unserm Staate besei-tigt worden sind, ein großer Unterschied zwischen der vor-maligen und der jetzigen Handhabung der Gesetze. Selbstdie wenigen Rheinländer, welche mit der jetzigen Gestal-tung der Dinge nicht zufrieden sind, hört man die Worteäußern: „Es ist doch Gerechtigkeit im Lande." Ueber die
') Als Thatsache, für deren Wahrheit ich einstehe, führe ichan, daß, als ein Arzt einen Landvogt von der Lustseuche geheilthatte, dieser ihm die Stelle als Untersucher der Konskribirten, alseine für Beide sehr einträgliche, anbot. Der redliche Arzt schlugdas Anerbieten mit einer Entschuldigung auS. ,