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Deutsches Namenbüchlein : Ein Hausbuch zur Mehrung des Verständnisses unserer heimischen Vornamen und zur Förderung deutscher Namengebung
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fremde Lappen einzuflicken, als wäre es ein Hanswnrstenkleid?Und doch geschieht's. In unserm Sprachschatze wnchert alswüstes Unkraut ein fremdes, eingeschlepptes Siebentel. Und esgiebt Leute, bei deueu nicht bloß jedes siebente, nein jedes zweitenud dritte Wort ein fremdes ist. Sind das noch Deutsche?Ist jene Mischsprache noch die deutsche?

Wie das Übel gekommen und wie das Eleud gewachseu, daslehrt die Geschichte ganz genau. Es ist der Begleiter nnd dassprachliche Widerspiel unseres nationalen Verfalles gewesen.Aber tapfere deutsche Männer haben die Schmach immer em-pfunden nnd seit Jahrhunderten gekämpft, leider bis auf dieueueste Zeit vergeblich. Sollte uuu aber nicht endlich mit demAufschwünge des deutschen Volkes anch das Sprachgewissen wie-der lebendiger werden, und die Sprache ihrerseits diese» Aus-schwuug durch Rückkehr zu ihrem wahren Wesen und echteuGeiste wiederspiegelu? Wir glaubeu's. Und darnm haben wirHand angelegt in der Hoffnung, daß der Erfolg mit uns seinwerde.

Manches ist ja schon erreicht. In den Verwaltungen desneu erstandenen Reiches und einiger Einzelstaaten ist manchesaltgewohnte fremde Wort verbannt worden, und man begreiftheute kaum uoch, wie es möglich gewesen, es so lange zn er-tragen. Viele Einzelne bemühen sich redlich in Sprache undSchrift, sich vou der schlechten Augewöhuuug frei zu macheuuud sich durchaus wohlanständig auszudrücken. Es hat ja auAnregungen, Vorhalten uud Mahnungen nicht gefehlt, besondersseit der Zeit als unser Ehrenmitglied Herr Staatssekretär vr. vonStephan, Excellenz, in dem weiten Bereiche des PostWesens dieReinigung der Dienstsprache unternommen hatte. Nun aber, dadiese Rufe so vielfache» Widerhall gesunde» habe», hat der all-gemeine deutsche Sprachverein diese Bemühungen zusammengefaßt,und will durch das große Gewicht des gemeinsamen Bestrebensnnd Wollens so Vieler der gnten Sache dienen. Denn nur mitvereinten Kräfte» ist der Sieg z» gewiuueu. Viel geistige Thatund viel Geld ist erforderlich, »m das Ziel z» erreiche»: deshalbkan» der Einzelne nnr wenig, ein einheitlicher Verein aber Vielesund Großes erringen. Die Mittel, die derselbe hierbei anzu-wenden gedenkt, sind in seinen »Satzungen« geuau bezeichnet;unter denselben steht die Vereins-Zeitschrift obenan.

Wie schon bemerkt, handelt es sich aber durchaus nicht alleinnm deu Kampf gegen die uuuöthigeu uud entstellenden Fremd-wörter, sondern überhaupt um die Pflege und die Hebungder deutschen Sprache: um Heilung von Entartungen undVerkrüppelungen, um Abwerfung vo» Künsteleien uud Ziere-

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