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Deutsches Namenbüchlein : Ein Hausbuch zur Mehrung des Verständnisses unserer heimischen Vornamen und zur Förderung deutscher Namengebung
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ligem Geschlecht und mächtiger Sippe und der freie, von denVätern vererbte Besitz sehr hoch. Wir finden daher auch alle dieseBegriffe iu den Namenworteu wieder. Die edle Herkunft bezeichnendie Wortstäiume Ad, Adel, Edel, Erken, Erl uud Gisel, die Zu-gehörigkeit zu Geschlecht und Sippe Fara und Knni, den freienErbbesitz Od, Odal, Erb. 94) und a.ä.^1 (der Begriffskernder germanischen Wurzel ->.t,Ii scheint zu sein der .der Vererbung",des .Angestammten'. »Daß die fWort)sippe eine aristokratischeFärbung im Westgermau. zeigt, ist für eine ältere Kulturzeitnicht auffällig: nur der Vornehme hatte ein Geschlecht; die Namenmit aäi>.l sind uralt,- Kluge unter .Adel'. Dies Namenwortkommt bei allen deutschen Stämmen häufig vor, am häufigstenbei den Franken, vgl. Förstemanu Namenb. I, 135) an ersterStelle. 95) säst (Eigenschaftswort mit der Bed. .von gutemGeschlecht', .adelig'. In den Nameu erscheint .Edel' hänfig,aber es liegt in der That fast immer das Hauptwort Adel pnangelsächsischer Form asälisln) vor) an ersterStellc. 96) srkg.u,erken (Bed. .recht', .echt', .reiu', .ausgezeichnet') an erster Stelle. 97) erl (Bed. .vornehmer Mann'; das Wort findet sich jedochselbständig nur mehr im Angelsächsischen ssorl .Edelmann', davonenglisch öiu-1 .Graf') und im Altnordischen sig.rl .Gangraf', .Fürst'),im Althochd. nur uoch in Zusammensetzungen, besonders Namen)an erster Stelle. 98) gisel (Bed. .Kriegsgefangener', .Bürg-schaftsgefangener'- ob das Wort mit Zis zusammengehört, wieFörstemann will, ist ungewiß. Da zu .Bürgschaftsgefangenen'nur Kiuder angesehener, edler Eltern genommen wurden ^Walther,Hiltgunde uud Hageu im Waltharilied!), so muß .Gisel' im Ver-laufe auch die Bed. .junger Edeliug' angenommen haben, dennnur diese würde für Namen paffen. Auslautendes -gisel findetsich seit dem 4. Jahrh., wird aber seit dem 7. kaum mehr zurBildung ueuer Namen verwandt, Förstemanu Nameub. I. 519.Anlautend wird es sehr häufig zu Gil- verkürzt) au erster undselten zweiter Stelle. 99) ks-rs (Bed. .Verwandtschaft', .Ge-schlecht', selbständig nur im Langobardischen in dieser Bed.)an erster uud, wiewohl selten, auch an zweiter Stelle. 1<X>)kuni. kuu (Bed. .Verwandtschaft', .Geschlecht', .Stamm'; überdie Herkunft dieses Wortes s. Schade altd. Wörterb. I. 522) anerster Stelle. 101) üt (Bed. .Besitz', .Gut', .Reichthum',.Glück')*, sächsisch »ud angelsächsisch uud e^ä; daher gehenFormen mit Ot-, Od- und solche mit Ed- nebe» einander) anerster Stelle. 102) üäsl. noÄa.1 (Bed. .angestammtes Gut',.Erbgut', .heimathlicher Besitz', .Erbbesitz', .Laudeigenthum einer

* Das Wort lebt im mittellat. allodinm. das Allod d. h..Gauzbesitz', .freier Besitz' weiter.