IV Vorwort.
sessen, und die alten Schulkameraden nehmen zumeist auch iu späteren JahrenInteresse aneinander. Dazu kam, daß ich 1864 von der verwitweten FrauLuise v. V. geb. v. Mitzlass (Nr. 504) zum Hauslehrer für ihren einzigenSohn Achaz (Nr. S32) berufen wurde, den ich nach seinem unglücklichenSturz vom Pferde mit zerbrochenem Schädel auf meinen Armen nach demHerrenhaus zu Schönfließ hereintrug. Die trauernde Mutter, welche michspäter in ihrem Testamente mit einein Legat bedacht hat, wollte mich alsInventarium in Schönfließ, so lange mir zur Vorbereitung auf dieExamina oder zu wissenschaftlichen Arbeiten die unmittelbare Nähe vonBerlin passen würde, behalten, aber ich folgte einer Aufforderung ihresSchwagers Ludolf (Nr. 306), als LäsicommisLum t'amilms, wie er michausdrücklich bezeichnete, nach Ostrau als Lehrer seiner Söhne überzusiedeln.Er wies mir in den drei Jahren meiner dortigen erzieherischen Tätigkeiteine solch freundliche Stellung zu seiner Person, zu seinem Hause und zudem Kreise seiner Verwandtschaft zu, wie sie kaum je einem Hauslehrerin seiner in manchen Fällen zweifelhaften Lage gegenüber einer vornehmenFamilie zuteil geworden ist, so daß ich die allgemeine Verehrung, die er nochheute in weitesten Kreisen genießt, im höchsten Maße teile. Auch seine Söhne,meine alten Schüler, haben das Wohlwollen und die Freundlichkeit ihresVaters pietätvoll auf ihreu ersten Schulmeister nach dem Gesetze der Ver-erbung übertragen. So habe ich denn auch in Ostran und in Schönsließmannichsach liebenswürdige Gastfreundschaft genossen.
Nach Darlegung dieser meiner persönlichen Beziehungen zu dem altenGeschlecht ist es verständlich, daß ich seit länger als 40 Jahren alles aufdie Familie Bezügliche, wo es nur irgend entgegentrat, Gedrucktes und Nn-gedrncktes, zusammengetragen habe, nnd daß ich auf die Anfrage nach Über-nahme der Arbeit geradezu antworten konnte, es sei für dieselbe kein an-derer so wie meine Persönlichkeit geeignet.
Auch aus dem Grunde konnte ich mich zur Abfassung einer v. Veltheim^schen Geschlechtsgeschichte bereit erklären, weil die sscles mawrias in Magde-burg, in den Brannschweigschen Archiven und im Schloß Harbke für michunschwer zu erreichen nnd einzuheimsen war, während ich sonst die ver-lockendsten Anerbietnngen, mich der Geschichte pommerscher, mecklenburgischer,fränkischer Familien zn widmen, wegen der Schwierigkeit der Beschaffungdes urkundlichen Stoffes jedes Mal abzulehnen mich veranlaßt sah.