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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
857
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Zwölfftes Buch / HollMndWeidwerck.

kleinen Schroffen und Felsen dick befestet; dazwischen

die anschlagende und durch dte Winde getriebeneWel-len mit solchem Sausen anfallen/ daß die hohlen undschmalen Durchwege der Felsen mit Schaum undPrausen eriullet/ dte Ohren und Augen der Menschenerschrecken; mitten unter diesen selsiwten Schrofien/zuderFrühlings-Zeit/kommen unbekannte sremdeBöge-lein mit unzchltchen grossen Häuften den Schwalben/und wie etliche wollen / den Spatzen ahnlich/ die setzensici) (ohne daß man weiß/woher sie kommen) gleich da-selbst an das Meergesrad nieder und ba«en und henckenan dieselben selsichten Klippen ihre Nestlein mit sonder-barer künstlicher Anklebung/woraus sie solche formi-ren/ist noch unerfahren/und nachdem sie ihre Brüt ver-richtet/und ihreJungen fliegen können/ ziehen sie wiederweg / woher sie kommen sind / und verlassen ihre leereNestlein/die von den Schifleuten ausgesucht/ damitgantze Schifsbeladen/und in China und Iaponien/ zurWürtzung und Lust der Sp eisen / verkaufst werden.

Diese Nestlein sind (spricht er ferner) durchsichtig/gelblichter Färb/aus/ weiß nicht was für einer gewurtz-ten/ noch der Zeit unbewusten Materia zusamm getra-gen/und sind dieser Eigenfchafft;daß/man mische sie un-ter Fische/Fleisch oderKräuter sie jedwederm einen be-sondern angenehmen lieblichen Geschmack zubringen.

Dieser Nester gedenckt auch ? ?Kiiippus Kl?rinu8in seiner welschen Beschreibung von ckins,und meldet/i diese Nester seyen eine köstliche Sache / und von gutenMwchrt/ wegen ihrer sonderbaren Tugenden/die Ge-sunden zu erhalten/denKrancken ihre Unestigkeit U.Un-willen zum Essen zu benehmen / und ihnen wieder einenkust darzu zu verursachen: Non sie ö li>, Kora (sagt erserner) porutlZ s. pere ckc matcris tcnace cllo ni-t!c> e trzzpsrcnte, compolio <ji moltc ccllctlc, ^ zuisatii LocekiZIic msZzisri, ci»c cc>mc tozlie, intorno

ancchzo ü<!irami ksnno sttaccate, cciascrin» kor-msla s lsvoro crclpv e ruzolvcome Ic üclZc Loccbi.Z>ie . e cii cZual e prcncivno U colvr cki

, quancio tia sccca.

Es werde dafelbMagt er)ohne sie keineMahlzeitgehal-ten/ehe man sie braucht/werchet man sie eineNacht vor-her» in warm esWasser. daß sie gantz mild und zart wer-den / lasset sie wieder ein wenig im Schatten trocknen/und zieht es voneinander/gleichsam wie Faden/allem eshar keinen sonderbaren Geschmack/wie die Schwam-men/ wann es aber von einem guten Koch von darzuschicklichen Gewürtzen conckirt wird/so erweckt es denppctitwundersam/un widerstehet/durch öffrere Wie-derholung/ nicht wie andere Speisen zu thun pflegen/sondern erwecket vielmehr den Lust davon zu gemessen.

kralm us 5rancisei in seinem Ost-und West-India-nischen Lustgarten schreibt/daß auch in Ost-Zndttn amGestad von (.aromanciei eine Art schwartzec Vögelzu finden sey / Schwalbens-Grösse/ die sich von demSchaum des Meers nehren / welchen sie mit einer ausihrem Mund kommenden Feuchtigkeit mengen/ daraussolgends eine Materi / fast wie ein Hartz wird / davonbauen sie ihre Nester/ nicht viel grösser / als ein halbesHüner-Ey, und hencken solche an die Felsen/die werdenmit Fleiß gesucht/für sich selbst verspeiset/oder unter an-dere kostbare Salsen vermischet; man weichet sie vorin warmes Wasser/und reinigt sie vom Unrath und Fe-dern/nachmals werden sie mitHünerbrühe vollends zu-gerichtet/daß sie dieGestalt bekommen wie eine Galret.

IV!r. 8amlon cl' Hlzbcvillc in seinem (iloko tcrrcstri

schreibet: Wann dieses Nest aufgelöst / und an dieSpeise gelegt wird / so mach es einen annehmlichenWürtzgeschmack/ als ob Zimmet/ Negelein /Pfeffer/und andere Specereyen darunter wären; nunmehrwerden sie auch in Luropam überbracht.

Das c^xiil. und letzte Capitel.

Beschluß des gantzeö Werckes.

CH habe zwar/durchBeystand GöttlicherGna-de / dtß mühsame Werck von der Wirlhschasstnunmehr zu Ende gebracht/und mich beflissen/soviel mäglich/was einemChristlichen/emsigen und curio-sen edlen Hausvatter zu wissen' und zu leisten/ zu thun/und zu lassen vonnöthen / oder doch nicht unanständigwäre/ nichts auszulassen. Wiewol mir gar wol bcwustist/daß/in diesen Geschafften nichts so vollkommen und

unter den zweyen/unter und ob derEnnß liegendenPro-vinzen desErz-HerzogthumsOesterreich/ein merklicherUnterscheid/da eine Art/wie sie daselbst gewöhnlich/sichauf das andere Land nichtpractlcireund ausüben liesse/will geschweige Böhmen/Mähren/Schlesien Ungarn/die Znner-Oesterreichischen Länder/ wie auch Bayren/Schwaben/Francken/Sachsen Niederland und Nor-den/da allenthalben andere und andereGebrauchein ei-

genuqsam kan ausgearbeitet werden / worzu man nicht nem gehalte/geübt und gelobt/am andern aber verwors«nothwendig etwas beyfügen kvntc/und der unterschied- l sen und ring geachtet werde.Weil so wol der Erden Fa-liche Situz. l i^vstion und Gelegenheit der Länder/auch hiqkeit und eingepflantzteEigenschafft/alsdesHimmelSunterschiedliche Arten undWeiien/dieHaus-undFeld- ^ Einfluß/desGewitters/undderWinde Beschaffenheit;Wirthschafften anzustellen / erfordern. Es ist schon! auch sehr viel die lang-hergebrachte/gebrauchte und gut

befun-