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Des Adelichen Land, und Feld - Lebens
Minger in seinem andern Theil / vom Vogelstellenim Felde/ im 28. Capitel schreibt / man könne zwar woldie gantzen Vögel also / wie sie gefangen und erwürgetwerden/daß man sie in einem Backofen so offt trocknet/! biß sie keine Feuchtigkeit behalten/ doch haben sie keinenBestand / ziehen wieder Feuchtigkeit undFäulungansich / daraus Wurme wachsen/ welche sie bald verwü-sten und untüchtig machen.Daher am meisten von demAusbalgen zu halten ist/ welche etliche mit einem gleich-gestalten dörren Holtz denCörper also form>ren/und andemOrt/ wo die FW sind/ genügsame Löcher einboh-ren/ darein sie einen Drat einstecken können; diese Vö-gel aber werden schwer und ungeschickt / und beschwer-lich aufweit entlegene Tenne fort zu bringen / lobt alsoam meisten von denen/ die über Stroh oder Heuwischgezogen werden/ sonderlich wann es grosse Vögel/Ky-bitz/^aubey und dergleichen seynd. Die Haut streifftAitinger im nachfolgenden Capitel ein wenig auf einandere Art ab / damit aber das Bälglein gantz bleibe,und nicht zerrissen werde/schreibt er/soll man Aschen,Schwefel / Alaun / und was irgend sonst zu langwüri-ger Erhaltung der Bälge nützlich ist / darauf streuen/sonderlich in die Flügel-Löcher / damit den Motten / sogern an diesem Ort am ersten wachsen / gewehret wer-de ? wie er sonst ferner damit verfahret / mag man da-selbst sehen / ist hier um Kürtze wegen ausgelassen wor-den; weil mir der erste Socius, den ich von HermGeyman/Freyherm/ bekommen/besser gefällt/ undich auch Proben davon gesehen / daß die dergestaltzugerichten Vögel etliche Jahr just und schön verblei-ben.
O. (Ziovsnni ?ictro01ins sagt in seiner Uccsllisi-Z.
zu Ende seineSWercks: 1. Die Vögel/die man also zu-richten will / müssen nicht verreckt / sondern gewürgtseyn/ sonst haben sie keinen Bestand. 2. Soll auch ge-schehen zur Zeit/ wann sie schon vermausset haben, z.Soll es nicht im wachsenden / sondern im abnehmen-den Monden vorgenommen werden; Er will / mansoll am Halse die Federn wegblasen/biß man eine blosseHaut findet / die man mit einem scharssen Messerleineröffnen kan/ damit soll man fortfahren / biß an denOrt/wo die Flügeln stehen / dann die Seiten durchbiß auf des Burtze'ls Ende / hernach mag mans mitdem Finger gemächlich mit Gedult abledigen/ unddie Flachsen und Nerven/die am Abstreiften verhin-derlich fielen/sachte abschneiden / biß es gar herab ge-
bracht wird/ die Flügel und Hüffte mag man abbre-chen / den Kopff/ wann er k>ein ist/ mag man inwendigmit Kalch und vermischter Myrrhen einstreue» / daswenige Fleisch darinn zu dörren / oder man kan dieHaut gar abstreiften. An statt des Stroh-wischet for-dert er Baumwoll/ die man mit einem Faden geschick-lich binden/ und zum Leib und Hals lvrmiren kan/ dar-unter ein wenig Wermuth-Pulver gemischt sey / wirddie Haut subtil darübergezogen und zusammen genä-het/Füsse und Flügel aber werden mit einem Drat art-lich angemacht/ doch muß der Handgriffhierinnen dasbeste thun. Und also werden die Vögel und Thierleingemacht /die man in die Grotten / Zimmer / oder aufdenTenn/ brauchen will.
Will man aber von den Antrichen das schöne grüneTheil vom Hals und Kopff zu Stutzen/ oder zu andernFutter gebrauche/so muß man die abgestreiffteHaut/diePflaumen inwendig aufeinBret fest aufmachen/undmit einem Faden also anspannen / daß sie wohl ausge-streckt werde/ so dann nimt man mit einem Messer weg/was etwan noch vomFleisch oderFeisten daran hanget/und nähet es subtil zusammen / wo es etwan zerrissenwäre/mit einem Seidenfaden; dann macht man einenPapp von Mehl / mit ein wenig Saltz und mit gutemweiften Wein angemacht / daß es dünn wird/wie manes zum leimen sonsten braucht/ und bestreichct die Hautgantz damit/lasst sie alsdann wieder in einem Schattentrocken werden; ist es dün / wird es mit einem Messer-lein sauber abgeschüppt und geputzt. Im Fall das Fellnoch einige Feuchtigkeit übrig zeigte / wiederholt mandieseBaitz noch einmal/ und wanns abgetrocknet wor-den/legt mans in eineSchachtel/und gepulvertenWer-muth und Rosenholtz darzwifchen/und auf diese Weisemögen die Felle von Endten/Phasanen/Pfauen/Hun-garischenHaher/Eysvogel/Grünspecht/Gibitzgebrau-chet werden; mit diesen Flecklein pflegen die Indianerartliche Figuren und Bilder zu machen.
Will man aber Brustfleckvon Schwanen/Geyrenund Storchen machen/ nimmt man zur Baitz / an stattdes Weins / starcken Eftig / darinnen ein wenig Saltzund ülume cil kocca cliliolvirt worden.
Die Vögel / die man auf die Tenn brauchen will/müssen bey Windstillem Wetter ihren Dienst verrich-ten/und also gestellet seyn/ daß sie niedrig stehen / derWind und die starcke Lufft über sie fortstreiche/ und ih-re Federn nicht aufwühle oder zerrütte.
Er Fürwitz der Menschen/ist so wol bey unsernZeiten vermehret / als auch noch bey den Altenm grossen Beruffgewesen / daß auch der weiseSencca klagen muß: ()uicqui6 svium volst, czuicquiäpilcium nstZt , czuicquici scrsrum cliscurrit, oostris
scpclilur vcnlribu,. und hänget an diß denckwürdigeLpipkoncma: ()uXre nunc, cur lubitö morismur,quia mortikus vivimus. Und möchte solches noch PS8-iiren/ wann wir uns mit denen Speisen/ die vor Altersbekannt und berühmt waren / vergnügen liessen / undnicht immer nach ungewöhnlichen fremden und vor un-erhörten Speisen/Trachten und conciimemisuns ge-
Cx?. ci-X!!.
Bon den Khinefischen Vögel-Nestern/die man zu essen pfleget.
lusten lassen, daher der bekannte und scharffe Sat^ricu-/uvcnalis schreibet:
Quku» klemcnta pcromniaquXrunt.Man streitet und durchwühlet alle Element« / nur derGurgel ihren Fürwitz zu büssen. Wer wolte (wann er ^der Sachen Warheit und Beschaffenheit nicht wüste)!glauben/ daß auch die Vogelnester zu Leckerbißlein die-nen müsten? wie ich hier kürtzlich anzeigen will. !
?. Hlkan-ilius kirckcru» in (kinZ illukratZ psrts4. csp. 8. lol. 198. berichtet / daß zwischen Lonckin.ckinsm und derJnsel ttainsm, einOrt sey / unfernevon dem Sinischen Gestad / mit grossen mittlern und^ kleinen ,