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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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858
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858 Des Ädel. Land-uno Feld-Lebenö ^

befundene Gewonheit/ noch mehr aber Opinio KeZins^uncji. der eingebildete Wahn/ und der zähe cappric.ciose Vorsatz/ eines zu erwählen/ und allem/ was dementgegen / zu widerspreche» / und unthulich zu schätzen/zu allen diesen grosse Ursachen ocb-n.

So muß auch / zum «Int er e. jedee' aufrichtigesund durch .^unst und Ersahtu " menschli-

ches Gemüthe/bekennen/gU^' r. .wius

in ^iz^lsu! oder j ö.ulkrum. darein alle

Wasser so wol rinnen/ als d»'r>^ entspringen / ausge-stellt werde; Also die o^conom^das Lenr^m undkcceptsculum sey / aus welcher alle nützliche Künsteund Wissenschafften ihren Ursprung nehmen/ und wie-der dahin einfiiessen; dpher / so wenig es einem alleinmöglich ist/die wahre grundlicheEigenschast desMeers/der Ströme/ der Flüsse/der Bäche und Bronnen/ un-wldersprechlich zu bestättigen; so wenig vermag einerallein dengrossenOcean/der so weit sich ausstreckendenWirthschassts-Sachen / in eine enge Eyerscbaalen derauch allerfteisiigsten Verzeichnis/ einzuschöpssen und zuverfassen/ daß man endlich ausrussen muß: ca.qus sei-

MUS, minimam psrlcm cl?c corum»0UX nsleimus.

Man jehe allein die alten Kräuterbucher / sonderlich»oniculturas an/ die vor ioc>. und mehr Jahren/ auchvon den allerfleiftgsten und arbeitsamesten ^utborensind beschrieben worden/so wird man so viel Krauter/Wurtzen-Gewächse/ Gesträuche und Bäume finden/die man heutiges Tags in den vornehmen Gärten sehenkan/davon jene nicht gewust/deren sie auch nicht geden-cken / also daß dieser offenbaren Warheit mit Grundenie zu widersprechen/ ja daß man frey bekennen muß/

Ocscunt, Hnnizcrclcentibus, ^rtcs.

Daher ich versichert glaube/wie die alten guten berühm-ten Lcoponici, wann sie jetzund leben sollen/ gestehenmüsten/ daß zu dieser unserer Zeit/coKnmo rerum na-turaliumSc osconomicarumweit vermehrter/ leichter/fürtrefflicher/ als bey ihrem Leben / zu halten sey: Alsoauch die itzt-lebenden äzncultur-eScripwrcz ihnen sowenig einbilden dörssen / daß ihre itzige Schrifften sovollkommen und accur-t (wie sie auch seyn mügen)ver-fasset sind / daß die künftigen 5-cuis nicht sehr viel er-öffnen werden/welches sie beyzutragen unterlassen/oderwol gar nie gewust/ und erfahren haben.

Das^xioma: Aikil clici potek, quocinon cli5tum

priu», findet in diesem nicht statt / indem viel neu-er-fundene Sachen zu unsern Zeiten ankommen / wovondie Alten nichts gewust haben; auch noch künftige Zei-ten viel entdecken dürften/ davon wir unsere Unwissen-heit in diesem 8-ecuIo würden bekennen müssen.

Diesem nachkan ich mir/fürs dritte/keineEinbildungmachen/als ob diese meine Arbeit gantz unmangelhastigwäre/und überlasse alles frey des scharffsinnigen LesersUrtheils Fallung und Ausspruch / nur daß die Lenlurund Erinnerung mehr mit dem Saly der Vernunftund Bescheidenheit/ als mit dem Gift des Neides undder Lästerung/ besudelt ftye.Jch bin bereit/alle freundli-cheErmahnunaen/Warnungen undLehrsätze/mit willi-gem und danckbarem Hertzen an-und auszunehmen.EsIst eben so wenig davon zu halten/wan man alles schän-det und schmähet / als wann man alles billiget und gutheisset;das ersteverräthet ein grob/stoltzes und boshaff-tiges/ das letztere aber ein alberes/ unfürsichtiaes/ oderfckmeichelhaftesGemüthe/dabey sowol die Bi lligkeit/

.v - ,

-und Weidwerck.

als das anständige/uclicium zu ermanglen scheinet; ka-cilius cli csrpcre.cju^m imitari; darum sind Viel NNg-schatzige und unedle Gemüther/die sich alles dieses/wassie nachzuthun / ihnen nicht getrauen / mit ihrem Läste-rungs-Rus beklecken und bestecken/ und vermeinen/mitunzeitiver Bemailigung fremder Arbeit / 8c lic petlim?^x-nlio,ihr:n Ruhm zu vergrössern/weil sie solchen bc. Agcncjo zu erlangen nicht gelernet haben; sind abersolche ^oiii mehr zu erbarmen/als zu beantworten/weilsie mehr ihre knechtische abscheuliche Laster und Laster-Zung an Tag geben/als anderer gebührendes Lob da-durch (wie sie gern wollen) verfinstern.

Weil nun die Occvnomis eine solche weit aussehen-de/ viel in sich begreiffende Wissenschaft ist/ bin ich de-sto weniger zu verdencken / wo es etwann in einem undandern übersehen/das noch darzu gehörige ausgelassen/oder das etwann nich: darzu sich schickende / wäre bey-gefüget worden. Wolle mir also der großgünstige Leserdie begangenenFehler desto leichter und gutwilliger ver-zeihen/ und mir solche desto weniger für übel nehmen.

Ich bedancke mich gegen allen und jcden/(deren auchmeistentheils in diesem Werck rühmlich gedacht wor-den) die mir mit Rath und That treulich an die Handgegangen / und theils kein Bedencken getragen/ auchihre Hrcsna und absonderlich geheime Oblervationc,zu commu niciren/welchen ich hinwiederum gantz wil-lig und zu dienen jederzeit bereitet verbleibe.

Es sind zwar viel mit Offenbahrung ihrer 5ccreten/und was sie für nützliche Erfindungen/ Oblervstionc»,Probstücke/Wisscnschaften/Vortheil und Künste er,langet haben/so hinterhältig/ daß sie/gleichwie mancheGoldmacher und Chymisten glauben / sie würden ihrärcsnum nimmer kennen/wann es auch anderewissensolten/ da es doch etlichen besser wäre/sie wüsten es selb-sten nicht.

Wann dergleichenGeheimnissen nicht ärgerlich/svn,dem dem gemeinen Besten nützlich und förderlich kom-men/ ist es besser/ auch dem Nächsten damit dienen; diealten Heyden haben die Erfinder neuer und guter Kün-ste / unter die Zahl der Götter gerechnet/ welches biß-hero die Hochlöbl. Engl. Kön. Societät / so wol auchdas berühmte Lollcz. Luorios. per (Zcrm. und lc,S^svsnts in Franckr. löbl. gethan; dann wie sich dasGute selbst gern cammun. und mittheilet; also soll derverächtliche Neid/ Gewinnsucht und Eigennutz bey ed-len und hohen Gemüthern keinen Platz finden/ und wiewir alle das Leben/alle Güter/Künste und Erfahrungenvon GOtt/ unfern himmlis. grundgütigen Vatter/em-pssngen haben;also können wir in keinerSache/leichterund besser darthun und beweisen/ daß wir seine Nach-folger/Kinder und Erben sind/als wann wir alle Seineuns umsonst so willig/täglich und gütig geschenkteGna-den-Gaben/nicht/mit jenemSchalcksknecht/unser ver-liehenes Psündlein unter die Erden der Bosheit/Faul-keit und Vernachlässigung vergraben/sondern mit un-serm Nächsten cancliclo St iincero animo pürticipiren.

Damit geben wir GOee stin angenehmes Opf-fer/ vollziehen seinen Sefeh! / erweisen uns als gu-te fruchtbare Säume / und werden känffeig auchin seinem Gnaden-Reich an-und aufgenommenwerden; Darzu verh-lffe uns GOte / durch sein»

Varocherytgkele / um Christ» willen/ AMLN.

Kunst'