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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
855
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IwölffkS Buch / Holy-unv Weidwerck.

! Bey uns werden die Habicht und Sperber fast aufallen Feld-Tennen/ wo man Lauster und Ruhr-Vögelhat / gefangen / wann sie darauf stossen/ man muß abermit dem ziehen geschwind seyn/ und sie gleich imFlug be-stricken / darzu sind die Schlegel und Gewicht-Tenneam besten/ wegen der schnellen Zusamm schlagung.

Sonsten aber werden die fremden und BergfalckenauffolcheWcife gefangen: Man schlagt an einen Ort/wo man weiß / daß dergleichen Falcken vorbey strei-chen/so meistes auf grossen erhabenen Bergen/die obenkahl und ohne Baume undGesträuche sind/ein leichtzü-giges Netz mit einer Wand aufgerichtet: Oder auch/wol in der Ebene nahend bey einem Wald/worinn sichdergleichen Raubvögel gern aufzuhalten pflegen/her-nach setzt man «ine Tauben / die mit einem Leder ange-halffte« ist/aufdle Ruhr/die wird mit einer Regefchnur(wann man einen Falcken in der Nahe mercket) ange-sehen kan/so wird er bald auf sie stos-

;ogen/daß er solchessen/ und also überzogen werden.

Andere binden die Tauben an einen langen Hasen-Zwirn oder Schnur / die durch einen durchlöchertenPflock gezogen wird / doch muß dieser Pflock sehr festmitten m der Tennstatt eingeschlagen seyn / daß ihn dieNetze wohl begretssen mögen / und nicht fehl schlagen;wann sich nun ein Falck vernehmen lässet / wird an derSchnur vom Weidmann/ der nahend dabey in einemHüttlein liget / angezogen/ daß die Taube fladdert/ undwann sie fliegen will / wird ihr die Schnur nachgege-ben/ der Falck nun diß ersehend / stösst gleich zu/undfängt die Tauben entweder im Flug oder sitzend / undwann man siehet/ daß er solche mit seinen Waffen rechtanhält / wird er von dem Weidmann/mit samt der^Tauben (die er nicht auslässet) gemach gegen dem.Pflock gezogen ermeynet/ die Taube sey so starck/daßsie ihn fortschleppe/ und hält sie desto starcker/biß er na-hend an den Pflock kommt/da wird er überzogen undgefangen.

Im Strich / sagt Joh. Eonrad Aitinger / werden sievon etlichen Falckonirern also gefangen: Sie machenan Ort und Ende / wo diese Vogel ihren gewöhnlichenStrich haben/zwo hohe Stangen/ die haben jegliche inder Höhe ein Loch/dadurch wird em sehr langes starckesSchnürlein / darein ein mittlerer Raubvogel/ als eünBaum-Fälcklein/Sperber/ Sprintzen/ oder derglei-chen kleine Raubvögel/ und dann z. oder 4. Kiaffteroberhalb des Vogels ein ziemlicher dicker zusamm-ge-bundener Busch von Tauben oder Rcbhüner-Fedemangemacht/und zu desRuub-VogelsSitz,in envas er-habenes Bühelein oder Berglein von Rasen bereitetwird; wann nun der Weidmann die Schnur (woferner einen kommenden Falcken vermerckl) aufzucket/undderSperber fliegen muß/so fladdern dieFedern auch hmund wieder/ das scheinet alsdann von ferne / als ob derSperber einen Raub vor sich hätte / und denselben ver-folgte/ wann der wilde Vogel diß von ferne sihet/gibr ersich an den Ort nieder / da sind auf dreyen unterschiedli-chen Orten kleine Heerde und Wände/ etwas weit vonden Stangen/und allzeit ein Heerd etwas näyer als derandere / nach der Hütten gerichtet/ darauf stehen Tau-ben und andere Vögel auf der Ruhr/(Eulen undNachtvögel sollen sonderlich gut seyn) die werden als-dann gereget/wann der wilde Raubvogel annahet/undwann er daraufstösset/ wird er mit den Wänden über-zogen.

Andere setzen den Sperber mit den Federspiel/ odermit einem lebendigen Vogel/zwischen der Wände/ di«werden aufAnnahung des Falckens gerüttelt/wann ernun diesem schwachen Vogel / seinen Raub abzuneh-men/herab stösst/wird er mit dem Netz gefangen.

EtlicheJäger / der Falcken Ankuvfft desto leichter zuvernehmen / setzen einen Dorn-Träher/ i.sniu.n mino-rem, auf die Hütten/oder ins Fenster / der den fremdenVogel unglaublich weit vernimmt/ und mit seinem Ge-schrey verräth.

c^xs.

Wie dieBdgel zudömn und auf dem Heerde zu brauchen.

O du einen Vogel avsbalqenwillt/ so leg ihnauf den Rucken / thue die Federn in der Mittesauber voneinander/ und aufdieSeiten theilen/, und schneide von Mitten der Brust biß hinunter mit ei-nem Federmesserlein die Haut sauber auf/ und löfe dasFleisch heraus; wann du an den Füßlein zu den Knienkommest/schneide solche ab/daß sie an der Haut hangenbleiben/ingleichen wird derS'chweiffsamt demFleisch/auch dieFlügel bey dem erstenGleichlein oderGliedlein/und der Kopf an dem Hals abgeschnitten / das Hirnaber wird mit einem kleinen Schäufflem gar sauberheraus gehoben. Wann nun der Leib von der Hautgäntzlich gelöset ist/5ormirtmaneinensolchen/in gleicher^ Grösse von Strohe/ der mit Spähet wohl zusammen/gebunden wird/an statt derSchienbeine/wird ein eifer,nerDrat durchgezogen/ welcher hernach dem an derHaut Hangenden Füßlein/ biß zu den Keilen und Knien/gantz durchgesteckt wird/und damit wird derVogel auf«in Stöcklein aufrecht gestellt und aufgerichtet / dieBrust aber wird mit einemLeim zusammen müssen/auch

! die Flügel angeleimet werden. Darzu gehöret nun «ine! Geschicklichkeit und gewisser Handgriff/ so durch dieÜbung zu erlernen/ daß aber diese Vögel vor Schabenund Würmen sicher/ auch je älter sie werden/jc schönersie bleiben / also daß ihnen nie keine Feder ausfället/s»nimmweissen ^^l-nicum, und zweymal so viel Kups-ferwasser/reib alles wol aufeinemReibstein/und schüt-te starcken Brandwein daran / daß es dünn wird/ her-nach magst du solches in einem enghälsichten wohl ver-bundenen Gläslein so lang behalten/so lang du will/und wann man einen Vogel ausbalget/wird der Balginwendig damit bestrichen/ noch eher/als er mit Stroh >ausgefüllet wird; dieses nun lidert den Balg aus / und 5erhalt die Federn vor allem Ungeziefer. Diese Materi jkan man auch zu andern ausgebälgten Thierlein / alsEichhörnlein / Häslein/ und dergleichen gebrauchen/tso wird der Balg wohl gelidert / und gehen die Haarnicht aus. Es ist mir diß Stücklein von Henn HannS!Ehrnreich Geymann / Freyherm/ commumciret wor-den.

Altin-