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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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852
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Des Adeliche u Land-und Feld-Leben6

cx?. cl.ix.

Bon den Papageyen und Sittig / Indianischen Rabm

und Paradiß-Vogel.

Ch hatte dieses Vogels zu gedencken wol unter-lassen können ; weil aber dergleichen Geflügelin edlen Häusern/wegen ihrer Schönheit/ undartlichen Gelernigkett osstmals erhalten werden ; sol-che lang und über Menschen Gedencken manchmalsleben/auch nicht jederman weiß / damit recht um zu ge-sehen/habe ich derer eine kurtze Anregung thun wol-len.

Der Papazey ist ein artlicher / geschicklich - und ge-schwatziger Vogel/der nicht allein reden/sondern auchallerhand Stimmen der Thier/ als singen/krayen/bel-len/lachen/ weinen/ und dergleichen/nachahmenkan;sind von vielerlei) Grösse/Farben undArten unterschie-den/ werden aus Indien/die meisten von Luba undzu uns überbracht; es gibt auch eine Artgroß / schön von Farben/ aber etwas ungelerniger/ dieman Indianische Naben Heisset; auch sind etliche in der

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auben/etliche in derKranwethsvögel/auch etliche nurin der Schwalben und SpatzenGrösse; je kleiner abersie sind/ je einen längern Schweisshaben sie/ der Pa-pagei) hat etwas sonderliches an sich/daß er/ wie dasCrocodill/allein den obern Theil desSchnabels bewe-gen kan / hat eine sehr dicke breite Zungen/ und in deminnersten Theil des untern Schnabels eine Oessnung /fast einer Erbsen weit/ auf dem Schnabel sangt ersich/ wann er aus die Erden flieget/und hilfft mit demSchnabel dem gantzen Leib fort/ wann erab-oder aus-klettert.

Wann erlernen soll/muß man seinen Keficht bede-cke n/ ihm einen Spiegel auswärts anhängen / darinn jer sich besehen kanv und muß ihm etlichWort/ die erlernen soll/ gegen den Abend/ wann sie geflen haben /osst fürsagen / auch Morgens wiederholen / so ver-meynt er/ der Papagei) im Spiegel thue solches/ undbefieissiget sich desto emsiger es nachzudichten/ am bestegeschiehet dieses im Dunckeln ; eine Weibs-oder ^Kindes-Stimm wird er ehe nachsprechen / als eines !Mannes. i

Sie trincken vonNatnr nicht/aber baden sich gerne/ ^und ist ihnen sehr nutz/ wann sie osst mit Wein kleineingesprützet/genetzet/ und also befeuchtet werden/ ih-nen den Staub und das Ungeziefer zu vertreiben/ siekriegen davon sehr schöne Federn/dann sie lieben die ,Sauberkeit / sonst bekommen sie bald das Podagra /^und muß der Boden ihres Hauses allzeit über den an-dern Tag heraus genommen / ein anderer saubererhinein gethan / abgeputzt/und als» osst umgewechseltwerden.

Ihre beste und gesündeste Speise ist/ Semmel zer-brockt / oder die Schmollen gantz davon/ die muß inWasser geweicht/ die übrige Feuchte wieder ausge-druckt/und also in ihreNüsch lein täglich gelegt werden;theils weichen die Semmel auch in Wein oder Bier.Mich hat aber einPapagey-Händler versichert/daß ih-nen dasWasser am gesündesten u. besten sey/sonst kön-nen sie/ohn alle Getranck/gesundund frisch leben.Gibt

man ihnen aber Wasser oder Wein/ so schledern undtrincken sie wol/ist ihnen aber nicht gesund, und bekom-men davon leicht den Durchfall. Sie fressen auch sonstallerhand Obst/ Kesten/ Nüsse/ Aepssel/ Mandel / Zu-cker; am besten und unschädlichsten aber ist es ihnen/man lasse sie bey Semmel und Wasier verbleiben ;ge-saltzene Speise ist ihnen sehr schädlich / und sollen da-von verrecken. Wann sie recht gehalten werden/ lebensie auf hundert und noch mehr Jahr.

Die weissen Papagey/und die grauen mit den rothenSchweiffen/sind gelerniger als die andern/wiewol sichauch unter den grünen etliche gute befinden/ etliche aberlernen nichts / schreyen und kirren nur/ daß einem dieOhren davon gellen.

Die Sittich reden nichts/aber lachen und pseissen/weinen auch/derGleichheit nach/wie die kleinenKindn/wan sie kranck find/oder gestäupt werden/sind nicht vielgrösser als einDroschel/aber langschweifig/ganzGras-grün/und am Leib etwas liechter; derSchnabel und dieFüsse sind röthlicht und Fleischfarb/fonderlich aus-wärts/ inwendig sind sie etwas dunckeler.Das Mann-lein hat um den Hals ein Ringlein/ gelbgrün licht.

Ihre Speise ist gleich den Papageyen/ geweichteSemmel und anders Obst/auch Hanfs/ und Kernevom wilden Saffran; er lebt von zwölsi bis sunsszehenJahren/ wie l). oiina in seiner Uc>.c»icrs lol. 17 be-zeucht.

Beedes Sittich und Papageyen sind einer fremdenSpecht-Art/weil sie (wie diese) nur vier Zähen /vornen zwey und hinten zwey haben; die Füsje brau-chen sie/ wie der Mensch seine Hände/ und fressen ihreSpeise also/ daß sie die mit den Füssen zu ihrem Mun-de langen.

In der Indianischen Jnsul <ZrsccK-ms (wiegeln-,runneldet) werden sie gemastet/ und für cm Schleck-bislein gehalten/ und soll ihr Fleisch die Gelbsucht ver-treiben.

In der West-Indianischen Jnsul cuba (wielan 6-vermeldet) werden die Papageyen / als gar ein-fältige Vögel/ also gefangen: Man setzt einen Knabenvon il oder 12. Jabren auf einen Baum/ bedeckt ihmdas Haupt mit Gras /Laubwerck oder Stroh/setzetihm einen lebendigen Papagey aufdie Hand/ den derKnab auf den Kopf zwickt oder schlägt / bis er klaglichund laut zu schreyen anfängt/ da fliegen die wilden Pa-pagey häuffig zu/ und setzen sich ausdenfelbigen Baum/entzwischen hat dieser Knab in der andern Hand einStecklein mit einer Maschen / damit weiß er mit ge-schwinder List/bald dort/bald da/sie bey denKöpsen an-zufassen/ und zu sich zu ziehen/in emenSack zu werssen/oder zu erwürgen / und unter dem Baum herab fallenzulassen; also fangen sie/ so viel sie wollen/und eflen sie/weil sie jung sind/welches meistentheils im Majo vor-genommen wird.

Der West-Indianische Rab/ist wie ein grosserPa-pagey/sast noch einmal so groß/gar schön von rothen/

grü-^