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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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850
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85c» Des Adelichen Land, und Feld - Lebens

c^vk.

Weidwerck/ im ^ov»mder.

Jeses Monat über werden die Rebhünerauchmit dem Treibzeuge gefangen/bißweilen sängetmans auch mildem Nachtgarn/so aber gar sel-ten geschiehet/ ist aber blosses Gluck / und nichts daraufju bauen.

2. Biß aufMartini fängt man noch die Lerchen mitdem Nachtgarn / dann mit den Klebgarnen ist es nichtmehr der Mühe werth/ sonst sind sie gar fett.

z. Nunmehr sind die Zip-Droscheln und Amseln fastverstrichen/doch fangt man mit dm Lauff-Bögen jetztKranweths-Vögel/Zahrer und Wein-Droscheln/ diewerden dahin gerichtet / wo es viel Kranwethbeer gibt/dann in der Kälte fressen sie lieber Kranweth-alsEschenbeer / man macht auch viereckichte dick in einan-der geflochtene Zäun mit Kranweth-Skauden/ lässt einOrt allein offen/den überziehet man mit einemSpahet/und hängt etliche Mäfchen daran / hinein aber in dieMitten wirssl man viel Kranwethbeer hinweg / wanndiese der Vogel ersihet/wird er am Hineinschliessen ge-fangen. Dann jetzt ist der best« Strich ausdie Kran,weths-Vögel.

4. Jtzt kan man noch Schnepfen an mosechten Or-ten bekommen / so bald es aber anfängt zu schneyen / soverliehren sie sich alsobald / und streichen davon.

5. Jetzt gehet derMistler-Stich/ dieweil es gefreurt/und sie keine Würme mehr bekommen/als suchen sie dieMistlerbeer/und wollen andere nicht leiden / und ihrNeid verursacht ihren Tod / dann indem er den andernim Stichhäusel nicht leiden will / wird er selbst gefan-gen und erwürgt / das ist ein richtiger Fang / und mankan über 20. Stuck eines Tages fangen / das Stich-Häusel hängt man mit einem Hacken an einem Baum/wann nicht mehr da zu fangen ist / so geht man weiter/und hangt das Häusel an ein andern Baum / wo manZahrer merckt/ ist besser / wann es kalt und Schneege-witter/wann man 2. Lock-Vögel hat/ kan man einenTag um den andern abwechseln.

6. Jtzt weil das Laub abfällt/bleiben die Hasen nicht

in den Wäldern / sondern fitzen gern in den Dorn-Gesträuch/ und in freyen Feldern / auch in den Ge,Hagen / wo es Wäitzen-Aecker gibt/ da ist ihnen auf,zupassen.

7. Jtzt weichen die Füchse aus den hohen und schnee,ichtenGebürgen in die Felder/ und suchen Mäuse/ da,selbst man ihnen vorwarten kan / auch kan man sie mitdem Ottereisen sangen/das muß in eine Gruben gerich,tet/mit Baum-MieS und Reise verdeckt / und ein jun-ger Hahn dabey gerichtet werden / dem legt man einenschwartzen Zwirn um den Hals/und zieht ein wenig an/auf hundert Schritt in einem Hüttel / so unter einemStrauch ist / so schreyt der Hahn unerhört / und locketden Fuchsen bald zu sich/ wann man einen Baumheckelhaben kan/ists noch besser/dann sie schreyen greulichsehr.

8. Jtzt braucht man auch die Wolsss-Gruben/ diesind am besten hmrer den Gärten bey denMayr-undSchäfer-Höfen/oder wo grosse Strohtristen sind/dar,inn fängt man Füchse und Wölff/ auch werden jetzt sowol Füchs als Hasen/ mit den Zain gefangen/ den manan die Zaun-Lucken leget/wordurch sie zu schliessen pfle,gen / denen sehet man den Zain vor/so muß er hineinfallen / und Haar lassen. Die Zain werden von eiser-nen Drat gemacht / die Messingen aber sind die besten/weil aber dieses Aas-jägerisch und verbotten ist / willweiter ich davon nicht melden. Man fängt auch jetzt sowo!Füchs als wilde Katzen in den Falleisen / muß abermit grosser Vorsichtigkeit gebraucht seyn / daß keinMensch oderThier darein kommen/und sich verderbenkan; auf die Wölsse werden auch dergleichen Fallengebraucht/wie solche in der Straßburgischen eciinonHerm ^elckiori» ^ebi?ii, in des Laroli Stcpkimi ver-teutschtenBüchern/vom Feldbau im 15. Buch/ am 12.Cap. zu finden ist/dahin ich den günstigen Leser beschei,den will«

c»?. cl.vll.

Weidwerck / im v-c-mber.

Etzt halten sich die Kranwethsvögel/ Droschelnund Kernbeiß nicht so häuffig beysammen / undsind lieber in den niedern Kranweth-Büschen/daher fängt man in den Lauff-Bögen imSchnee mehr/als auf dem Leimbüchel/ hingegen im Jenner und Hor-nung schocken sie sich besser/ daher auch bequemer imLeimbüchel zu fangen.

2. Diß Monat-durch fängt man die Zahrer auf deneychenen Misteln in den Stichhäuseln.

Jtzt kan man auch / wann frischer Schnee fallt/die Rebhüner mit dem Schneegarn am besten fangen/und so fortan / fo lang der Winter währet.

4. Ist das Jagen aufdie Rehe/Hasen/Füchs undWölssam besten/weil die Spur im Schnee am leich-testen / auch werden die Wölsse mit Selbst-Geschoßgefalle t/bedarffaber grosse Aufsicht.

5. Jetzt fressen die Hasen gern allerhand Baum-Mi-stel mit den Beeren / wann man solche in den Waldstreuet/ und einmal einer darzukommt/ so kommt er ge-wiß die andere Nacht auch hin / da kan man seiner aufeinem Baum warten/ und ihn fchiessen.

6. Jetzt thun die Habicht bey den Häusern grossenSchaden / fangen die Tauben und Hüner sehr ab / di:werden mit viereckicht aufgerichteten Netzen abgefan-gen / wie an seinem Ort beschrieben worden.

7. Man soll des Weidwercks der wilden Schwein/allein vonS. Gallen an/biß aufdenChrist-Abend/oderlängstH.drey Känig-Tag/sich gebrauchen/weil sie her-nach die gute Kost von Eycheln/ Bucheckern/ Hasel-nüssen / Kesten/ und allerley dergleichen Früchten undGeäse verliehren/und weilen sie nach dieser Zeit anfan-gen in die Bru nst zu trett en/ und sich de n Winte r durch

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