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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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841
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Zwöisstes Buch / H

Item / wann man Luder und Geschoß fürs Wildwill aufrichten/ kan man vor die Hände und die StrickmitRoß-Koth bestreichen/ oder die Hände mitAsanckwaschen/oder an statt dessen/klein geriebene streen oderMeer-Rettichwurtzeln/ so etwas säuberer.

Wilde Tauben oder andere Vogel auf hohenBäumen zu schiessen/muß die Zündpfann gegen demKopfdes Weidmanns / ein höhers Schildlein haben/damit wann er das Rohr in die Höhe aufrichten muß/das Zündpulver nicht herab reisse/oder weil es parallelgegen den Augen kommt/ dieselben nichtverletze.

Wer bürschen will/muß die Zeit/die Gelegenheitdes Orrs / das Gewitter / sonderlich aber den Wmdwol macht nehmen/weil aber theils schon imEufftenBuch im 104. Capitel von der Waster-Bürsche Anre-gung geschehen will ichs hier desto kürtzer machen/alleindiß melden / daß fast keine Art des Weidwercks zu fin-den ist/ dabey so viel Aberglauben / verbottene Stück-lein und Hexereyen gebraucht werden / davor sich einjeder Christ billich zu hüten / und keck zu glauben / daß/welche Künste und Vortheil mit unbekannten ( liara-Ä^en/seltzamen Geister-Namen / gewissen Segenund Worten mit vorgeschriebenenZahlen/Zeichen undZeiten gethan werden müssen / solches eitel Lockvögelsind/ den Menschen in des Satans Stricke zu liefern;und obwol andere Stücklein natürlich scheinen/und inder Prob ein oder mchrmal angehen / deren ich in die-sem Werck genug hätte anziehen können/davon dieBü-cher von der nstursli voll sind / und die Jägerschrprsäticiren / ist doch einem Christen anständiger/dergleichen fürwitzige/ von müssigen Leuten erfundeneja vom Satan selbst lubomirte Pößlein zu meiden/undalles / was er nicht wolte/daß man ihm thun solte/ auchandern zu thun nicht vorzunehmen.

Das Lufftschiessen aber ist ein edles und schöneskxe^ckici-n. davon man vorher in unsern Landern we-nig gewusthat/ und/dieWarhettzukkennen/ ist esmehr eine Lust/ als eine Wirthschafft zu halten; weilerstlich die Kütte-Hüner dardurch zerstimmlet/schrick-lich und scheue gemacht werden/ daß sie hernach mitkeinem Treibzeuge mehr zu bekommen; so werden auchviel Vögel im Flug getroffen/die dennoch nicht bekom-men werden / und hernach unnütz verderben und crc.piren müssen / und wann der Weidmann keine Oiscr«-.tion braucht / im Frühling gleich so ferne gehet / als imHerbst / wann man eines von den schon zusammen ge-paartenHünern/Phasanen oder Schnepssen wegschie-set/dardurch aus dasselbe Jahr die gantze Brüt verder-bet/ sonderlich aber/wann die alte Henne getroffenwird/welches aufdiefeWeiseleichtlich geschehen kan/so wird das Reisgeiaid nicht verbessert und gemehret/wie es billich seyn solle/ sondern ausgeödet und ver-derbet.

Dieses Weidwerckhab ich zum erstenmal gesehen/Von l^eneipe klattkiz6c K1c6icis, damals bey unse-rer Käiserlichen Armee Feldmarschakien / der nichtallein mit dem 5u6>, Hüner/ Wachteln/ Schnepssen/und dergleichen/gewiß schiessen/sondern auch mit demBalester so fertig gewesen/ daß er seiner Edelknaben ei-nem eine Kuczel von Dohnin die Höhe werssen lasten/und sie am Herabsincken mit dem Balester / durch eineandere Kugel so gewiß getroffen/daß beede Kugeln dar-über zuStucke zersprungen/welches ich selbst/als Sei-

II. Theil. "

»ltz tm bWeldwerck. 84^

ne Durchl. Anno rSzz. so viel ich mich rrwnerc / imStifft Bremen zu Bvxrehude nnQuailier gelegen/undich zu unterschiediichen mahlen/ diekurtzeZett/ als wirdannnen waren/bei) derselben aufverHauplwache ge-wesen/ und allzeit (wie er dann ein überaus freundli-cher und gegen die Teutsche Ration wo bewogener undhöffitcherHer: war) zurTasel beruffenwvrden^tllchemal mit Augen gesehen.

Das Luffr- Schlissen habe ich das andere mahl imLand ob der Emß von Ihr Durchl.PfaltzgrafRuper-ten gesehen/ der mcht allein Rebhüner/ Schnepfen undGibih/sondern auch Schwalben iii derLufft geschossen.Die Flinthen/die sie darzu brauchen/mussen nicht übriglang seyn/ weil sie allein vornen am Rohr die Fliegenbrauchen/ hinten aber das Absehen meistens tMwegthun/und also ihr Augenmaß nur nach der Flachen desRohrs aufdieFüegen/und von dannen auf das Thierzunehmen/ können sie also das Absehen leichter und ge-schwmderzusammen bringen/ als wann das Rohr garzu lang wäre. Des Pulvers nehmen sie nicht viel undder Schrott desto mehr/ die aber vor und nach mit Re-he-Haaren gefüttert werden.

Und ist dis auch im gemeinen Schrott-Schiessen inacht zunehmen/ daß eine kleine/ doch genügsame Pul-ver-Ladung (deswegen jeder seine Maaß haben soll«)die Schröt viel gewisser und besser zusammen trägt;hingegen wann des Pulvers ein wenig zu viel geladenwird / treibt es nicht allein zu hoch/ sondern wirsst undcliiliplrt auch die Schröt gar zu weit voneinander; da-her so wol in der Luffi/alS auch zuWasier und zu Landemanche Fehlschüsse nothwendig geschehen müssen.

Ich will die Regeln / so dabey zu observiren/ die mirHer: Georg Ferdinand Pernauer/ FreyhenvonPer-ney/ der auch in diesem Lusst-Schiessen sehr wol erfah-ren ist/ mündlich communicirt hat/ mit wenigem on-zeigen:

Erstlich/wann der Hund einen Schnepfen/ Reb-hun/ Wachtel/Phasan/oder dergleichen austreibt/mußder Weidmann fest an einem Ort stehen/ allein dengantzen Leib bewegen / und mit der lincken Handdas kuttl regieren/ also daß er stets im Absehen ver-bleibe.

Fürs andere / wann ein Vogel ausstehet/ und einenBund machet/ muß man warten/bis der Bund ge-macht ist/ und der Vogel geraden Strich / Klaies. seinen Flug fortsetzet/ und alsdann erst nach-schössen.

Drittens/ muß man nie gegen dem Vogel/ wanner einem entgegen fliegt/sondern allzeit / wann er denRucken weist/ nachschießen.

Vierdtens/ soll man nicht mit der Hand fürhalten /sondern im Flug das tempo nehmen/welches geschehensoll mit vorwärts - gebogenem Leibe.

Fünfftens / auf hundert Schritt/ auch noch weiter /mag man wol schießen.

Sechstens/ man muß noch so viel Schröt als Pul-ver nehmen/nicht dem Gewicht nach/ sondern nach derAugenmaß.

Hiehergehort auch derVortheil/dieSchröte recht zugießen/ die mir gleichfalls Her: Peruaner/ Freyher: /gegeben hat: Man lässet kupfferne Schüßlein/am Bo-den mit Lächern grösser oder kleiner/nachdem ma n die

^Sssssij Schröt-