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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
839
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Zwvlfflcs Buch/ Holtz und Wcidwcrck.

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Stanglein die beyderseits mit Leimspindeln bestecketwaren/ m eine lange Stangen angebunden/ und solcher4. 5. oder 6. an die äussersten Baume also angelähnet/daß die Spindeln über die Bäume empor gewesen:wann nun die kleinen Waldmaisen streichen / und sichin die Höhe wegzufliegen begeben wollen/hat er ent-weder seinen Hut mit Gewalt in die Höhe gemorsten/oder gepfiffen / oder mit dem Munde wie ein Pferd ge-prauset/da haben ihnen die närrischen Vogel einenSperber eingebildet / und weil in selbigem Feld für siekeine andere Zuflucht / als in dcn nächsten Bäumenwar/sind sie wie ein Sturm herabin die Leimspindelgefallen / und hat damit manchen Tag über <500. ofstauch aufiooO.und nochmehrMaisenbekommen.Habihm selbst dreimal mit Lust zugesehen.

Wenn iO. oder mehrMaisen an einem Lcimbaum ge-

hangen/hat man solche nur auf nächst daley eingescnck-te Gabeln geleimec/ die Vögel abgenommen / die Fe-dern abgebutzt/ und wieder aufgerichtet / und haben dieMaisen die gefangene angehenckte Vögel so weniq ge-schiehen/ daß sie nur desto lieber / (als ob sie ihnen helf-fen wollen) aufgesessen.

Die Leimstange ist mit einem Bohrer z.Finqer weitdurchlöchert/ damit die Spindeln desto fester steckenmögen / sonst würden sie am herab-sallen in dem Grasbald verderbt. Sie haben allzeit angemachten Leim beysich/ daß sie die abgezogene Spindel wieder erfrischen;nehmen nur einen Theil vom rechtenVogel-Leim/zweyTheil Scheffel - Pech oder Fichten-Pech / und Lein-Oel/und kochens also untereinander. Sind aber »m i-stentheiis/ was sie fangen/ nur kleine WaldMaislein/wie auch Kohl-undandemArt Massen auch aufsitzen.

cxi_iil.

Von den Wäschen und Sprenckeln.

Je Maschen/Schleiffen oder Schmissen/wiesie von etlichen genennet werden/gehen alsobaldan / wann die Vogelbeer / oder rothe Eber-Eschenbeer/ zeitig werden/welches bald nachJacodi ge-schiehet/dai! weil die rotheFarbe dieserBeeren überaussichtig/ und von dem Geflügel von ferne erblicket wird/stehen sie auch desto lieber ein; die Maschen werdenvon z. 4. oder mehr Pserdhaaren aus dem Schweiffoder Mähne zusammen geflochten/ und entweder in ei-nen Bogen / der in der Erden mit beeden Enden stecket/also eingehenckt/daß/wann er die Vogelbeer/so etwasniederer hangen/ gemessen will/ er nothwendig mit demKopf muß in die Mäschen kommen / und wann er nachden Beerenden Hals ausstrecken will/ ziehet sich dieMäschen zusammen/ und je mehr der Vogel zu entrin-nen sich bemühet/je festerund harter wird ihm derHals zugezogen/als» daß er endlich erwürgen/und dar-an hangen bleiben muß.

Die Roßhaar soll man (wie etliche vermeynen)nichtvbn verreckten umgefallenen / sondern von leben-digen/ oder von den Pferden / die von den S chindernund Waasenmeistern todt geschlagen sind / herneh-men.

Wann die Mäschen Anfangs von dem Weidmannaus Roßhaaren verfertiget sind / deren bißweilen etli-che hundert auf einmal gemacht werden / schleifst mansolche an ein rundes dickesHoltz/das so groß seyn muß/so weit die Maschen im Richten sich öffnen sollen/wirfft^ sie also angeschleifft mit samt dem Holtz in ein sied-heis-ses Wasser / lässet sie eine Weil darinnen sieden / undläßet sie also am Holtz etliche Tage bleiben/biß sie rechttrocken worden sind / dann ziehet man sie in das Ge-flecht von Bast oder Garn ein / und glaubt / daß ihnenhernaS Regen oder Wind destoweniger Schadenthun «olle.

Wer sie in den Wäldern richten will/thut am be-sten/ wann er ihm seine sonderbaren geraden Gangehin-und wieder macht / und seine gewisse Zeichen hat/darnach er sie desto besser ausgehen / und leichtlicherfinden kan; wann im Feld und in dcn Wäldern vielBeer wachsen / so thut diß Weidwcrck sel ten gut/ weil

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sie ohne diß allenthalben genug zu fressen finden / unddie von Natur geordnete Stellung der Beer ihnen ge-wöhnlicher / und weniger bedächtig fället / als derdurch Kunst bereitet worden/welche sie nur aus Hun-gers-Noth / und nie ohne Argwohn anzugreiffett pfle-gen.

Wann aber im Wald wenig zu finden/ gehet diesesWeidwerckwohl von statten/sonderlich wann kalt undungestümmes Regen-Wetter darzu schlägt; da siehingegen bey warmen schönen Tagen nicht leicht ein-fallen.

Die Kranawethvögel zu fangen / wo sie gewöhnlichihre Weide nehmen / pflegt man ihnen mit Maschen >also zu richten: Man steckt Gangweise/ zu beeden Sei-!ten/ grüneWachholdern auf vielOerter Crentzweisezusammen/also daß sie sich (wie Hen Minger schreibt)oben zusammen geben/ und bedecken / wie sie auch aufdem Tenne gesteckt werden; in der Mitten derselbenhencket man schön Stäudlein voll zeitiger Wachhol-derbeer/und machet vor dieseGänglein dieHaarschleis-sen je auf ein Pflöcklein ein oder zwo Mäschen/wel-ches Pflöcklein oben am dickesten nur mit einemMessergespalten und geöffnet / und das Schleifflein durch-zogen wird / oder man umhängt runde Bögen allent-halben mit Mäschen / und mitten hinein wohl-zeir geKranwethstauden voller Beeren fein starck in die Er-den gesetzt / als obs natürlich wäre. Es lauffe nun derVogel her/wovon er wolle/so kommt er in dieMa-sch en/und werden durch das Fladdern der Gefangenenim Winter/ die übrigen nicht so leicht abgeschreckt / alswie im Herbst geschiehet.

Loierus iilz, I s. c. schreibt/daß etliche anstattder rothen Vogelbeer von Holtz rothe Beerlein drä-hen/solche roth färben/zusammen hefften/und also denVögeln damit richten lassen; die dauren lang / werdenvon den kleinenVögeln nicht verwüstet/ und können/wann sie abfärbig/wieder neu erfrischet werden / sindaber nur im Fall der Noth /wann keine Beeren zu be-kommen/zu gebrauchen.

Die Mittags-Sonne (sagt Joh. Conrad Min-ger) ist denen Wald-Vögein sehr anoenchm/ und sol-

* Sss ss

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