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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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837
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ZwökffkeSBuch/ Holyund Weidwcrck.

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Wie man den Leim machen und embrennen solle.

En Vogel Leim rechtzu bereiten/ ist eine gerin-ge/ aber doch sehr wenigen bekante Kunst. Manninnnt nur die Beerlein von den Eychenen Mi-steln/ die am besten darzu dienen/so viel man bekommenkan /oderso viel mau zu seiner Nothdurfftbcdarff/röhr-let sie sauber ab/ und reiniget sie von den Stengeln undBlatlein/ thuts in einen starcken Topss/ giesst Wasserdaran/und last es also ein paar Stunden sieden/bis dasWasser alles ausdünste/ es wird un Sieden immerdarflüssig und anhabig umgerührt/ b»6 man meynet/daß esseine rechte Di cken habe/ hernach nimt man eine grosseSchüssel oder Weidling mit frischen kalteWasser gies-set denLeim hinein/damit er zähe werde legt ihn hernachauf einen Amboß oder Stein/schlagt ihn mit.Hamernund feuchten Prügeln wol ab/ wie ein Stockfisch/da-mit er nach und nach alle Körnlein von sich gehen lasse /die muß man fleissig wegthun/wieder ein frisches Was-ser daran thun/ihn wol abböhren oder abknette/bis mankem Körnlein mehr darinnen merckt/ hernach legt mand«i Leim in Wasser oder Leinöl / in einem Topf/daß ernicht staubicht wird/ u, hebt ihn also aufzumGebrauch.

O. (Ziov. pielro Olina in seiner llccellicra, dieAnno 1622. in Rom gedruckt worden/ lehret den Leimalso machen toi. 7z. Nimm die Mistelbeer / so viel duhaben kanst / je mehr je besser/ legs an einen feuchtenOrt / da sie verfaulen : darnach nimm diese Materi /und schlag und klopss es mit einem runden Stecken solang bis sie hell wird/und allenUnflath von sich gelassenhat/ dann dis ist ein Zeichen/daß es gut sey/man legtstn einen Topf/ verbindet!! mit Pergament/ und beHaltsan einem feuchten Ort. Wann mans brauchen will/ >nimmt mau aufein Pfund Leim/eine Unzen Baumöl/daß es bey dem Feuer sich miteinander vereinige / undwanns zergangen / und wie eine Salbe worden ist/nimmt mans vom Feuer/ und thut darzu eine halbeUn-zen Terpentin / mische es wol / so kan mans brauchen/wohin man will/ auch im Wasser.

(.'srdsnu» cje 8ui)ttlitsle ilä lcribit: Lx plsnta»rum rsclicibu», czu« lacemittunt.kr vilcum.Iac enimplsntzrum tenax eK , milceatur aulem succu» racli-cis plznt-e lac Leremi», cum I.aricis Iackr/m2 , 8c(irsecs f>ice, cum c»Ici mociico, 8:tsm6>u limul co-czuantur, cioncc cliliszkcnclc» non tranzatur. Dasallererste aber ist das allergewisseste.

Also aber wird er bey uns eingebrannt: Nimm vondem oben bereiteten Leim/ so viel du aufdeine in einerledernen Leimtaschen zusammen geordnete schwanckeund zähe Rüthlein zu giessen bedürfftig bist/thue solchesin einen Scherben oder Weidling/gieß Lein-Oel dar-über/ oder ein wenig Butter oder Schmaltz/ setz es aufein Glütlein / zerlaß es / laß aber nicht sieden / nurdaß der Lenn weich werde und zergehe; man mußhier-

innen die warme und kalte Zeit unterfcheiden. Wannman sorgv die Lelmruthen möchten also gestehen / daßsie keinen Vogel halten würden/ so muß man statt desLein-Oelsoder Schmaltzes/ Nuß-Oel nehmen; istaber warmes Wetter/so istLein-und Hanss-Oel/oderauchButter schon gut/darzu/man muß auch im Som,mer weniger Oel nehmen/und im Winter desto mehr/daß es in jenem nichtzu weich und flüssig ; in diesemaber «icht zu hart und unhalttg werde. Man magauch auf dem Fallbaum/damit man nicht gesäumt wer,de/ zwcycrlcy Leim mitnehmen/ so mag man einen oderden andern aufstecken/ nachdem sich die Witterung an-lasset/damit aber der Leim bey warmen Wetter festbleibe/soltduzu drey ViertelPfund Vogel-Leim/ einViertel Pfund föhrenes Pech mengen / man zerläßterstlich den Leim/daß er schmeltze/aber nicht siede/wie oben gesagt: darnach zerlässt man auch das führenPech/und rührets eine viertel Stund lang darunter /so wird er zähe und wohl haltend/daß sich kem Vogelloßreissenkan.

Wann der Leim an den Spindeln von langem Ge,brauch / und vielen anklebenden Federn schwartz wird /soll man den Leim in warmenWasser von den Spind-len abziehen / und schlägt ihn wol/ so waschet sich dasschwartze fein aus/ und kan man ihn hernach wiedereinbrennen und gebrauchen.

Die Leimtaschen wird von einem starcken schwartzenLeder/nach der Lange derLeimruthen geschnitten/damitselbige oben einer zwerch Hand breit heraus gehen; aufder einen Seiten ist an der Tafchen ein langer ledenerFlügel/ an demEnd mit einem starcken Band/daß mandie Flügel einmal oder zwey um die Taschen wickeln/u.denLeim desto besser verwahren kan;wan nun der Leini-ruthen von schwancken Bircken glatteRüthlcin/40/50.mehr oder weniger darinnen ligen/ (nachdem man vieloder weniger haben will)so macht man dieLeimtaschen/die nur etwan einer zwerchen Hand breit vom Bodenan/in die Höhe zugenähet/ der Rest aber offen ist/gantzauf/und giesset den zerlassenen Leim miteinander aus dieLeimspindeln in dieTaschen/rühret und walcket die Ru-then in den Leim/ daß er sich allenthalben anhänge/dra-het eine Spindel nach der andern gemach heraus / bißsie alle wohl und genugsam beleimet sind / und die magman brauchen wie man will/ nur daß man sie nicht ge-rad heraus zucket/sondern allgemach heraus drähet-

Wann man die Finger mit einer Speckschwartenbeschmiert/ so kan man den Leim angreifte» / undhin-nnd wieder zausen/bis er mmbwird/ alsdann thut manihn wieder in den Scherben/ und macht ihn an.

Der Leim/ wann er frisch und neu ist/scheinet erschön gelbgrünlich / wann er aber alt/ und lang ge-braucht wird/ scheinet er schwartzlicht.

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