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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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836
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8z6 Des AdellHm Land- und Feld - Lebens

herabfallende Vögel osst so ferne/daß man sie nicht fin-den kan.

Die Italiener brauchen zu den Käuhlein meisten-theils ihre grosse Leimruthen oderVcrzoui.die sie rings-herum gegen die Eulen auftichten / die fremden Vögel/wann sie.solchen anzuschauen/ darauf sich setzen wollen/desto eher zu teuschcn.

Der Plattbaum wird allein in den dickesten Vor-höltzern gemacht / wo gar viel Bäume beysammen ste-hen / da wird mitten drinnen einer ausgeschneittet/ undauf solcheWeise/ wie vorgemeldet/ zugerichtet/ darun-ter macht man eine Hütten / die oben nur mit dünnemTannen-Gras belegt wird / daß die Vögel in die Hüt-ten abfallen können.

Wann nun der Baum zugerichtet/ und die herumste-henden Bäume auch also beschnitten sind / daß dieseretwas einen Raum vor ihnen haben kan / so sitzt derWeidmann / nachdem der Baum mit Leimruthen ver-sehen ist/ in der Hütten/ darssweder Locker noch Käutz-lein/hat nur seinWichtel-Pfeifflein/aus 2. viereckicktenetwan eines kleinen halben Fingerbreiten aufeinandereingepfiantzten Höltzlcin/ nnt einer subtilen birckenenzwischen hinein gestemmten Rinden; damit kan mannun natürlich schreyen / wie die Käutzlein: Wann nundie Vögel diese gehässige Stimme ihresFeindes hören/eilen sie dem Geschrey zu/und sitzen auf die Leimruthen/fallen in die Hütten hinab/ und werdenden demWeid-mann gefangen.

Wann er einen Häher bekommt/und ihn mit Rups-sen und zwicken (welches leicht zu thun) schreyen ma--chet/fo werden gewiß alleHaher/die indemWald sind/die es nur hören können / zueilen/und sich fangen / son-derlich wann der Weidmann darzu wichtelt/ dann sievermeinen / ihr Gesell werde von dem Kautzen ange-sprengt/kommen derhalben / und wollen ihm wider denallgemeinen Feind helssen/und werden/aus guter Mey-nung/ ihren Cameraden zu retten/ von ihrer Einfalt be-trogen/und selbst gefangen.

Die beste Platt-Zeit ist/am Abend spat/wann es an-fängt dunckel zu werden/ da sitzen die Vögel/ absonder-lich die Droschel und Zahrer/ allererst recht ein.

Im Plattnen sagt Her: Graf von Purckstall/ist dergröste Vortheil:

1.Daß die Hütten von grünem dicken Gesträuch un-ten gemachtsey/'damit dte Vögel des Weidmannsnicht aewahr werden.

2. Daß man die Leimspindel nicht fest an denBaumstecke/damit die gefangenen Vögel nicht oben henckendbleibend/schreyen/und die andern erschrecken / sondernbald herab fallen.

z. Das Platt-Nehlein/das man unten um denBaum herum richtet/soll Erdfarb gefärbet/die Sprüs-sel wohl eingesteckt/auch das untere Stricklein des Ne-tzes wohl eingehackelt werden / sonst Messen die Vö-gel unten durch.

4. Man soll die gefangene Vögel nickt aufheben / solang noch andere herum sitzende verHanden sind.

5. Um den Fallbaum soll herunten ein kleines Plätz-lein von allen Stauden gesäubert werden / damit die

Vögel nicht daraus/ sondern an das rechteOrt sitzenmüssen.

6. Alle Plattbäum sollen zum 6. nicht allein in dieThal gesetzt/ wo die beste Gelegenheit ist/ sondern auchzugeschen werden / daß in der Nähe kein anderer hoherBaum gelitten sey / darauf die Vögel sitzen können/sonst fängt man kaum halb so viel.

7. Man macht auch wol/ an statt der lebendenKautz-lein/ höltzerne durch dieDrechsler und Bildhauer/üver-zieht sie mit Hasenbalg/und steckt ihnen an statt der Au-gen grosse schwartze gläserne Lvrallen hinein.

8 Man mag auch zwo heimliche Amseln inHäusleinneben den Plattbaum stellen / und wol mit grünemGesträuche verstecken / so fliegen die andern Vögel lie-ber herzu / und fängt man deren mehr. Wanns frischeZeit/ oder trüb/und Regenwetter / so fängt man am be-sten/ ist es aber warm/und Monden-Liecht/destv weni-ger.

9. An allen Orten/wo Weingebürg ist/und die Vö-gel viel Weintrauben gemessen / davon sie gleichsam ei-nen TummelimKopffbekommen/sind sie viel unachtsa-mer/und sitzen mit grösserm Geschrey auf die Leimspin-del/ als sonst an Orten / wo keine Trauben sind: da-her bey den Weingärten in den nächst-gelegenenWäl-dern/ wann man daselbst Plattbaum / je näher / je bes-ser dabey erwählen kan / werden die meisten Vögeldarauf gefangen / wie vorgedachter Grafe daselbst be-zeuget.

Die Leimbüchel macht man / wo es eine Gelegen,heitbey den Kranwet-Wäldern gibt/.wo viel Kran-wets-Vögel / Droscheln / Mistler und Kernbeiß strei-chen/da macht man von Tannen oder Föhren bey 4.oder 5. Stuck ein in die Erden / welche z. oder 4. Klass-ter hoch seyn sollen / dieselben sollen großbüschet seyn/alsdann setzt man an einen jeden Baum lange Föhre-ne Stangen/welche unten am Baum zwischen 2. einge-schlagene Pfeiler/ in die 2. durchgebohrte Löcher/mit ei-nem Stablein am Ende der Stangen/ so durchge-bohrt/ durch die 2. Löcher durchgezogen / daß also dieStangen von der Erden / und wieder in die Höhe ge-schoben werden / nachdem macht von einem Birckendicke Buschen an die Stangen/ mit Widen zusammen/und neben der Widen mit grünem Busch bestecket/ da-mit die Vögel nicht scheuhe davon werden/also wird esnun mitallenBäumen gethan/dieBäume werden vier-eckicht zu 2. Klassier weit von einander gesteckt/ wannman noch den fünssten darzu haben will/so gibt man ei-ne halbe Klassier noch zu/ unh setzt ihn in die mitten/dieHütte muß etwan z. Klassier von ferne seyn/ die Ruhr-vögel müssen nahend von ihm seyn / auch muß man ge-dönte Vögel (davon im 161. Capi. gedacht wird) aufdie Bircken also anstecken/ als ob sie lebendig darauffassen / dann steckt man die Leimspindel ein / henckt dieLock an die Bäume / so bald man fremde Vögel ver-merckt/zieht man die Ruhr/ so fallen die Vögel hinabauf die Leimspindel / und werden gesanqen.

Dieses Weidwerck aber hat viel Mühe / und gehetihm die Tels weit vor/daher man billicher bey derselbenbleiben solle.