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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Des Adelichen Landsund Feld-Lebenö

<^k>. cxxxv/.

Von den Nacht-Garnen.

^JlNacht-Garnen zu gchen/wird/aufjer demEi-Wgenthumcr des Wildpans oder Raisgejaides /^sonst dtülch allen andern verbotten/weil nicht al-lein damit dieLerchen/sondern auch Wachteln/und wolgargantzeHünerkütte, auch junge Haasen/ und allesAMpret von Geflügel/ was im Feld übernachtet/da-durch hingerafft u.verderbt/auss wenigste verjagt wird.Das wird allein im finsternWetter gcübet/dann wannder Mond scheinet/wird nichts oder gar wenig gelange/das Netz ist von vier und zwantzig Schuhen ohngefehrlang/und von 6o. oder 70. Schuhen breit/aufbeedenSeiten werden zur rechten und lincken HandStangenangehesstet/u. ansEnde oder demNachschleppe desNe-tzes hencken etliche Federn an/damit von ihrem Anrüh-ren/der Vogel aufgeschreckt werde;wann es uunNachtwords/sö gehen zween vornen/jeder recht und lincks beyeinerStangen/und hinten einer/der den SchweiffdesNetzes fein niedrig bey der Erden nachtragt/ also gehensie etliche Furchen in einen Acker/so viel dasNetz über-reichen kan/aufund an den nachstenFmchen wieder ab-fladdert etwas unter dem Garn/so pfeifft einer dem an-dern/ legen das Netze nieder/ würgen den Vogel/ oderthun solche in die Weidtaschen/und gehen weiter sott.

Nach Verfertigung der Netze/ gehen -.Personen/welche 4. Fingerbreite Riemen um die Achsel herumnehmen/ und unten ein Ellen langes Stricklein/undnehmen die 2. Stangen unter die Achsel/winden dasStrickelumdieStangen/und Haltens miteinerHand;. hingegen die Riemen auf den Leib/so schneiden sie nicht! in dieAchsel/ wo etwas fladdert/muß man dasStrick-! lein aus und die Stangen niederfallen lassen / wannsgar finster ist/ geht man gar langsam/ ists aber ein we-' mgdunckel/muß man desw geschwinder gehen/ist auchnicht böse/wannS ein wenig windig ist/ so werden dieLerchen der Menschen nicht so bald gewahr.

Damit sie desto mehr fangen/ werden von etlichendie Lerchen verkundschaffret / auf welchem Felde desAbends viel oder wenig Lerchen streichen; und wo sieeinen Ort derMühe werth seyn finden/ treiben sie spatAbends die Lerchen auch wol zusammen in die Felder/die sie überstreichen wollen/ dahin gehen sie hernach mitdem Nachtgarn.

Das Netz muß nicht so gar enge Maschen haben /daß man die erwürgte Lerchen dadurch ziehen kan/ist esaber zu enge/ muß man die todten Lerchen aufden Ru-cken legen/damit der jenige/der nachgehet/ wann dasNetze fortgezogen wird/ die Lerche bey dem Weißenam Bauch in der Finstern erkennen/ und also aufhebenkan.

Her: coi-ru« sagt/ es sey gut/daß man bisweilenbey diesem Weidwerck etwan/ wie die Habicht oderNachr-Eulen pfeiffet/ dann also halten sie sich desto lie-ber; auf den Feldern / wo man des Tages vorher dasVieh hat gehalt'c/wud es wenig geben/weil sie von demViehe aufgetrieben/an solche unruhige Oerter zu ligen/ungerne kommen.

Dis Weidwerck muß bald nach dem Schnitt / undallein bey dunckeifinstern/ doch trockenem Wetter für-genommen werden / sonst werden die Netze übel besu-delt/ ligen auch die Vögel nur gern an erhöhten sträu»chichten Orten bey nassem Wetter/ wo man mit denNeken wenig kan ausrichten.

Etliche sind der Meynung/ die Lerchen/ welche manin dem Nachtgarn/ oder des Abends in dem Klebgärn-lein sänget/ sollen besser seyn/ als welche man bey Tagesänget; wie dann alles Geflügel / das man zu Abendsbekommt/ fetter seyn solle/ als dasjcnige/welchesMor-gens vozmutag gefangen wird/stehet doch jeglichem sei-ne Meynung frey / ob ers glauben wolle/ oder ob dieErfahrung mit diesem Wahn einjWme / vder nicht.

Czi.. cxxxvil.

Bon den Mb-Garnen.

St eines von den schönesten / lustigsten undnütz ichsten Weidwercken / so auf die Lerchenkönnen gebraucht werden / gehöret nur für dieHerzschafften/ und wird gemeinen Leuten/ ob sie schonden Lerchenfang in Bestand hatten/ nicht erlaubt/ diedaraufgehenden Unkosten verbieten ihnen solches auchvorhin; dan erstlich müssen der Netze wenigst zwantzig/wo aber grosse Felder sind/viertzig/ sunsstzig/bis achtzig/und hundert seyn: sie werden anderthalbKlafftern hochbeyläufig/und zwölff oder sunffzehenKlaffter lang/nachBelieben/also gestrickt von stocken ungezwirnren unge-bleichten Garn etliche manchen sie auch wol vonSeide/doch muß dasGarn undSeiden nicht dick/sondern garsubtil/damic es desto gefangiger seyn / gestrickt werden.Die Maschen müssen so weit seyn / daß einer geden-cken möchte/eine Lerche solte durchfliegen / welchesaber gleichwol wegen weiter Ausbreitung ihrer Flügelnicht seyn kan.

Wann nun im Herbst die Erndte eingebracht/undein schönes heiters/sonderlich Wind-stilles Wetter ist/dann im Winter ist diese Übung gantz vergeblich/ weilsolche subtile Netzlein von den Winden gar zu leicht-lich aufgehoben werden / daß die Lerchen durchstiegen /und sich nicht einstricken mögen ; also muß diesesWeidwerck stilles und heiters Wetter haben; wannman nun richten will / werden Nachmittages dieseGärnlein etwan um drey Uhr/iO / 15/ 20/ viel oderwenig/ nachdem viel Garn verHanden/ oder die Fel-der weitsichtig und groß sind/ aufgerichtet; an allendiefen Netzen sind oben von Horn oder Bein etwaneiner halben Spannen weit voneinander angeheffte-te Ringlein/ damit man sie an die Archen anfas-sen/ und allzeit ein Netzlein zwischen zweyen starckenGabeln sehr fest angespannt/doch den Tag nur bey--jamm gerollt gelafsen/an der andernGabel hänget/ aufeiner Seiten das andere Netze / also daß zehen solche

Netze