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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
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831
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ZwölffteSBuch/ Holtzund Wcidwcrck.

Mit Ausbreitung des Deckgärnleins / Aufsteckungder Steckgarne und Anstimmung desRuffs ist einegroße Obsichtzu haben/ daß es also geschehe/damit derAcker nicht nach derQuer/sondern nach Lange der Fur-chen/ zwischen dem Weidmann und derWachtel seye.Und auch dieGämlein gesteckt oder gedeckt also just da-zwischen ligen/ weil die Wachteln viel lieber nach der^urchenLänge lauffen/als daß sie übe:Zwe:chfeld ihren.ausnehmen sollen/und wo man dis nicht in acht nimt/fliegen sie lieber als sie lausten; welches gleichermaßengeschiehet/wann der ^aher/oder dasGrase vonThau/oder Regen naß und feucht ist. ^

Mit den Stecknehlein/ die matfkmi Ende etwa einpaar Ellen drmnen / in den Habern oder Hirßbrein

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richtet/wann man sie darin schlagen höret/werden auchso wol Mänlein als Weiblein von denWachteln/mchtweniger auch die Wachtel-König in denWiesen gefan-gen/wan ihrerZween mit einerRebschnur oderSlrick-lein/daran Federn und Schetlenangehestret/jeder auf.einerSeiten desAckers oder Wiesen gehet/ gemach ge-gen den Steckgärnlein den Strick in den Habern oderGrassch leistet/ und bisweilen den erschüttert/ und mitden Schellen klinget/ so lausten sie fort ins Garn/ wanman aber auf zehen Schrill davon kommt/ muß manstärcker forteilen/daß sie sich förchten/und desto cher ge-fangen werden. Mtt den grössern Stecknetzen werdenauch die Schnepffen gefangen.

cxxxv.

Von dem Pftisslein.

Eilen wir hier desWachtelfanges gedencken;istbillich/ daß wir auch etwas von dem Pfeiffleinanmelden. ZudenWachtelpseifflein sollen diecllerbesten seyn die Beinlein von den Katzen im Hor-nunq oderMertzen/wann sie rammlen/oder wie Min-ger sagt/ von den Storchen; darnach von den Haasengenomen/ ehe sie gebraten werden/oder wann sie schongebraten sind/ daß man die Fettigkeit erst in Asch - undKalchwasser fein aussiede / die schlechtesten Pfeiffleinwerden aus den Gansbeinen bereitet. In diese Bei-lein nun/ wird sast in der Mitten/ doch mehr unten alsobenwärts/einLöchlein geschnitten oder gefeiler/mitgel-bem Wachs inwendig gefüllt / und mit einem subtilenschmal-breitenHöltzlein oderFede:messerlein einKrins-lein durch das Wachs gemacht/ und gestimmet/so langbiß es hell/und den rechten Thon erklingt/darnach wirdvon Cordowan einSäcklein etwan anderthalb Fingerweit geschnitten/und sehr fest zusammen genähet ( mitü^ verlöre rclstum eli, corium eile sx

ocreA.czuZM toeminz vcl mcretrix pu-

blicsrs puäiciti- Zelüydiefts Säcklein nun/wird be-feuch tet/ über ein höltzern oder eisernes gleicher GrösseformigesSchräublem/von oder 8-Quinten gezogen/theils aber halten es für besser/ wann ein Holtz genom-men/ und mit 7. gleichen Einschnitten eingepfaltzet/ dasfeuchte Säcklein darübergezogen/ mit starckem Zwirnfest umgebunden / und also gedrucket/ausgepoliert/undhemach an dasPfeifflein gebunden/vocher aber inwen-dig mit ein wenig Baum-Oel gesalbet wird/daß es feingeschmeidig bleibe; hinten an dem untersten Ort desSäckleins wird ein doppelter Zwirnsfaden oder subti-les Lederlein gemacht / dabey man das Säcklein mitdem Daum und Zeigerfinger der linckenHand haltenkan. Mit der Reckten wird dasSäcklein in der mitten/wo es an die Pfeiffen gemacht ist/ergriffen/und gemachauf den llncken Daum-Nagel nieder geflossen.

Die Welschen machen nur gantz glatte/ aber etwasgrössere Säcklein/füllen sie mit gesottenen linden Roß-haaren/nehmens in die linckeHand/also daß die Pfelf-fen zwischen demDaum undZeigersinger heraus aehet/das Sacklein aber ausserhalb der drey äussern Fingeraufligt/ darauf schlagen sie nur mit dem Daum / Zei,

II. Theil.

ger und mittlernFinger der rechten Hand/die nicht ge,streckt / sondern als ob sie todt/ lahm und fchlencklichtwären/müssen geführt seyn. Man kan das Leder vonKalb-oder Hammelfthwäntzen/ glatt u. unauszeschnit-en abstzeissen/und bey denLederern also arbeiten lasten/.nwendig (wie gesagt) soll man sie/ ehe sie an dasPfeifflein gezogen sind/ durch eine Feder mit wenigBaum-Oel oder andern Fetten bestreichen/ so bleibt esgeschmeidig/ und wird nicht spissig. Das gibt die be-sten Säcklein / die die Luffr am besten haltt». Manhat auch Pfeifflein aufdie Rebhüner/ damit man siezum Russen anbringe / von einer Haselnußschalen miteinem Loch / oder andere gemachte Pfeifflein/ die ah-men ihre Stimme nach.

Auch hat man Rebhüner-Pseiffel vonHolunder,Röhren/ die einen kleinenFinger dick und 2 Finger langsind / darüber wird eine Saiten mit Pergament starrüberzogen / und mitten im Pergament ein Löchlein miteiner Aal gestochen/ auch zwey grobe Pferdshaar/dieam Ende einen guten Knopf haben / damit sie durchsLöchlein nicht durchfahren/durchgezogen werden: wanman nun locken will/ so benetze mit dem Speichel nichtallein dieHaarduzchaus/sondem auch die zwey vordemFinger/ welche von oben des Haars andrucket/ und amhinunterschnipffen girret es als die Hüner/ doch nachder Hüner-Lock / soll erstlich biß die Helffte gemach ge-zogen /nachmals gleichsam in einem Schnellaus / fi>bringt man die Hüner/ sonderlich früh am Verlosendesto eher zum Ruff; ist auch vom Herm Grafen vonPurckstall.

Zu den Haselhünern werden auch runde Pfeiffleinaus Messing auf der einen Seiten eingebogen mit ei-nem Löchlein gemacht/ dardurch die Männlein gelocktund betrogen werden. So werden auch zu Nürnberggrosse Pfeiffen aus Horn mit sieben oder acht Russen /als auf die wilden Tauben / grosse und kleine Endtcn)wilde Schweine/Füchse/Rehe/Haasen und Hirschen/nachdem sie umgedrähet werden/ verfertigt/ daraufman auch mit dem Tauben-Ruff den Guckcmck artlichlocken kan/ sind aber selten so just/ daß alle Ruffwol zugebrauchen sind.

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