Zwölfftes Buch /
Bucheckern besaamet/oder Spannenweise voneinan.der eingesteckt und eingeegt.
Etliche pflegen es zu thun/wann der Mond im Wid-der / Krebs/Jungfrau / Waag/ oder Steinbock/ist/und wann Saturnus mit Luna in einem guten Aspectstehet. Gleicher Gestalt soll man es auch halten mir denBuchen. Etliche machen mit Stecken nach der ReyheLöcher in den Acker etwann Fingerstieff/ und stecken injedes Loch zwey oder drey Eycheln oder Bucheckern/dar-nach auch gleicher Gestalt / wohin man Büsche undStauden haben will / mag man Haselnüsse also setzen.Das Feld/dahin man sie bauen will/muß em Jahr oderzwey vorher umgepflügt werden / um Liechtmessen hin,aus im Zunehmen deß Mondes / und hernach nocheinmal um St Veit. Andere Haltens für besser/ wannman Eycheln und Buchen in dem Monat Martio säet/wann sie Fingers tieff/ und eMen Schuhe breit vonein-ander erstlich gesteckt sind / so ists recht / wann sie gesäetwerden in derFasten/so gehen sie auf drey Wochen nachPfingsten.
Die Bucheckern aber saet oder setzt man ein wenigdicker als die Eycheln/ das mag seyn im October/ wannsie wol reiff worden/denn sieverfrieren nicht/ und wach-sen bald; will man sie aber im Martio ansäen / so gehensie zwischen Ostern und Pfingsten aus / und die Buchendarffman nicht stecken / sondern nur bloß ansäen/ dannsie wachsen gern.
Wann der Acker darzu allerdings wol bereitet ist/soll man alsdann mit einem Pflug eine Furch nach derLänge zimlich tieffgerad dardurch ziehen/und Mein an-drer mit einem Sack mit Eycheln oder Bucheckern ge-Met / dem Pflug nachgehen / und eines nach dem an-dern in die gemeldte Furche fallen lassen, so weit als er.will haben/daß ein Baum von dem andern stehen solle /aber doch'ist gut / daß man sie nicht allzuweit voneinan-der fallen lasse / dann besser ist es / daß sie dicke stehen/ somachen sie ihnen selbsten Schatten/Halten die Feuchtig-keit deß Regens länger,und wachsen gerader und schnel-ler auf/so kan man sie in drey Jahren ausheben/undin ihr blejbliches Ort versetzen/da man sonst wol 6. oder7 Jahr würde warten müssen. Und aufdiefeWeifesoll man eine Furche nach der andern und neben einan-der führen/ und einer Furche thun/wie der andern/ undwann die Furchen alle mit dem Saamen Eycheln oderBucheckern besetzt find / muß es fein wie dasKorn juge-egt und gleich gemacht werden.
Föhren /Fiechten und Tannen/kan man auch von ih-ren Zapffen setzen / dieses muß im Herbst / auch im Zu-nehmen deß Monds/geschehen. Etliche hauen die Zapf-fen entzwey in drey oder vier Stücke / und säm sie also.Etliche hangen die Zapffen an kleine höltzerne Steckenaus die Stecker /und vermeynen/der Saame soll vonsich selber in die gepflügte Aecker fallen. Die Tann-zapffen werden reiffim October/ man hängt sie ( wie ge-sagt ) an Stecken in die Felder / die sandicht find / undwerden also angehangen/ ein Zapffen oben/ und der an-der unten /gegeneinander/damit sie desto dicker vomWinde ausgeschlagen werden ; man kan sie / so baldman sie im October abgenommen / gleich säen/ denn derSaame versrieret nicht ; oder will man sie auf denBäumen lassen / und erst in der Fasten brechen und an-bauen/so ists gleich so gut/was damals angebauet wird/gehet um Michaelis auf.
?-und Weidwer ck. 5Ki
Die Tannen können auch gesetzt werden von den jun-gen Tannen von zwey Jahren/ die von sich selbst in denWäldern wachsen/je kleiner sie sind/je besser sie bekei-men ; diese sind im Mertzen leichter zu setzen / als imHerbst / man setzt sie sein dichte / so wachsen sie bald auf;in der Jugend muß man sie nicht beschneiden / denn esist ein Hartz darinnen/ das ist ihr Safft / der laufst aus/und wo der Baum nicht gar verdirbt, wird er docd amWachsen verhindert; sie wachsen z o. Jahr/und tragenSaamen innerhalb 20.Jahren.
Mir den Föhren hat es die Gelegenheit wie mit denTannen/ aber sie wachsen schneller und gerader auf/tra-genFrucht in i ci.ode: 12. Jahren/stehen gern imSand/man muß sie auch nahe beysammen setzen. Man ver,setz; sie im Mertzen/ziehet sie samt der Wurtzel aus/setzetsie aber nicht tieff/ stutzet sie auch nicht/ also gerathen sieam besten.
Der Bircken Saamen wird reiff/wann der Habernreist ist/ so nimmt man ihn dann/ hauet Zweige von denBäumen / da viel Saamen darauf ist / und setzet sie inFelder / wo es sandicht und etwas grasichr ist / so streuetsie der Wind umher» Oder man kan den Saamen mitden Handen austteiben/so kommt derSaamen daraus.Will man ihn auf die Haiden säen / muß man dasGras vor abbrennen / und alsdann dm Saamen säen/so tritt ihn das Viehe in die Erden/mU) er wächset her-nach ( wann er emgesriedet worden ) desto besser auf.Die Zeitigkeit deß Bircken - Saamens erkennet man/wann sich die Zapfflein beginnen auszuthuu/dennstreifftman sie ab/sie werden ungleich zeitig / theils vor/theilsin der Erndte / und theils um Bartholomäi; man säetsie in dem Martio.
Rüstenbaum- Saamen sitzt in denkleinen Fliderleinoder Vögelein / diese blühen in der Fasten / und zeitigenim Sommer.
Von dem Küenföhren-Saamen / schreibt Hm d«.leru« also: Man soll um Mitfasten die Küenäpffel ab,brechen/auf Hurten schütten/und nahend an einen war,men Ofen setzen/und also getrocknet wol umrühren/undmit einem Knüttel den Saamen heraus schlagen. DerAcker soll zur Saat mit einem Pflug/ doch nicht zu tieffauögeriffen / und die Furchen zimlich weit voneinandergemacht werden. Der Saame muß mit etwas mehrSand/als der Saame ist/ »ermengt/und aufden Ackerauf das dünneste gesaet seyn / hernach wird er eingeegt;in zwey oder drey Jahren soll das Holtz so groß wach,sen/ daß sich ein Haas darunter verbergen kan.
Den gar leichten Saamen/(sagtHer:von Rantzau)so kleineKörnlem hat/ als Fiechten / Tannen / Aespen /Bircken / Salweiden/ Rotweiden/Erlen/Weißbu,chen/ auch Haidensaamen/ Rüsten/ Ulmen/ hab ich mitSand und Erdreich wohl vermengen lassen/damit ernicht zu dick würde / hab es wieder ausdas geegte säen/und mit einer Waltzen glatt machen lassen/darmit sienur das kleine gesaeteSamlein / weil mans nicht unter,egen darff / ins Erdreich drucke. Ich habe etliches(spricht er ferner) in der Fasten mit den. Habern gesaet/auch etliches im Herbst unter den Rocken / und alsdie Erndte-Zeit kam / das Getrayd gar hoch schnei-den lasten / daß die Stoppeln wol einer halben Elenhoch geblieben sind / damit die Baumlein von der Ei,chel nicht berühret / unbelastiget bleiben / und diesespflege ich darum zu tbun / daß der Holtzsaamen unter
dem