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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
643
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Eilffteö Buch.

daselbst herum/ die Ottern micsonderbarerGeschick-lichkeil abgefangen / auch damals (weil es im Winterwar) einen Beltz von eitel Otter-Balgen angehabt/derhat mir erzehlt/ daß er Jährlich zu zo. 40. und mehrOttern in der Nachbarschafft allenthalben bekomme/und weil dlß Thier den Fischen überaus schädlich / hatman ihm diesen Frey-Fang nicht allein gern erlaubt/sondern ihn auch wol gar darzu erbetten; der hat mirgesagt / daß er eigene abgerichtete Hunde darauf halte/die/ so bald sie den Otter vermercken / stracks ihm eingewisses Zeichen geben / dem Geschleiff zueilen / hineinschlieffen/und den Ottern heraus treiben / die lasse eraber eher nicht hinein/biß es das Geschleiffmit einemNetz umsetzt hat/ und passe er mit seinen Leuten mitGa-beln/Gehren undHacken/auf/ daß er denOttem schnellanfasse und erschlage/ und habe im Herbst manchesmalin einem Geschleiff z. oder 4. Ottern bekommen.

Wann derOttcr einenFtftb im Strom vermerckt/sihlägt er mit seinem Schweiffms Wasser / davon derFisch erschrocken/denen Löchern undBaumwurtzeln amGestad zu eilet/und daselbst kan ihn der Otter/wie ksl-lonius schreibet/desto leichter abfangen;so bald derTaganbricht/ gibt er sich aus seiner Höhlen/ und schwimmtgegen dein Wasser einen weiten Weg / und wann ervon den Fischen gesättiget/ lässt er sich den Strom ge-mach wieder zurück tragen. Bißweilen wird er in dengrossen Fischreuschen gefangen / dann wann er Fischedarinnen merckt/schliesst er ihnen nach hinein / bekom-met ihm aber gar übel/weil er daselbst nicht wieder auf-tauchen und Lufft schöpffen kan/ muß also darinnen er-sticken.

Ich bin Anno '64 1. vom Krems nach Lintz auf ein erHohenau gefahren/ und als wir eine Nackt zwischenAZalsee und Achleuten/gleich an einer mit Sträuchernverwachsenen Gestade verblieben/ und ich früh ohnge-fähr aut dem Schiff gangen/ habe ich nächst am vor-dem Schiff einen halbgewachsenen Otter gesehen/ mitder Nasen über sich Lufft schöpffen / und wider sich un-tertauchen / da hab ich alsobald mein schon geladenesku6i genommen/aufgepasst/ und so bald sich der Otterwieder sehen lassen / ihn mit grossen Schröttm auf denKopffgeschossen/daß er gleich todt geölieben/unter dasSchiff geronnen / da da "N aus mein Zusprechen dieSchissleute unten am Scbiffgewartet/ und so bald sieihn erblicket/ mit Fischhacken codr in das Schiffgezo-gen/ ist ihm ein Schrot in das Aug/ und ein anders insHirn gangen/ der ihm Zweiffels ohne den Rest so baldgegeben hat/ sonst hat diß Thier ein langes Leben.

Wann man sie jung bekommt / werden sie heimlich/können lang ohne Wasser/ aber nicht ohne Fische le-ben; in deß Otters Geschleiffstmckr "s sehr von Fischn,/die er übereinander hinein trägt; (^lncruz sagt/ daß sieauch allerhand Obst/Ruben/und die Rinden vonBäu-men fressen / wie auch im Frühling die zarten Stößlin-ge von den neu-aufaehenden Kräutern.

Wann der Otter aus dem Wasser steigt / und her-aussen am Ufer Gruben macht / so versehen sich die Fi-scher gewiß einer Güssen/ weil er ihm daselbst eine Si-cherheit sucbt / dabey er des Wassers und der Lufft zu-gleich / seiner Natur nach/ geniesien kan / da er sonst/wo er in seinem alten Geschleiffverbleibe bey kommen-der / aus natürlicher 8s^ac>tät/ vorgesehener oder vor-merckter Güsse übersch wemmet / der Luff t entbehren/

M aster-Lust. 64z

und also ersticken müste. Und eben dergleichen pflegenauch die Bieder zu thun.

Ihr Fleisch ist zahe und ungesund/wird als wie derBieber den Earthäusern erlaubt zu essn; das Fette da-von soll gut seyn die Glieder zu schmieren; die Gauendavon sollen auch in derFrayß gut seyn/ doch nicht sokrasjtig als dieBibergailen; die im Backofen gedortteLeber gepulvert/ soä die rothe Ruhr vertreiben; derBalg/wielonttonuz bezeuget/aufgelegt/ist M für denSchlag/Schwindel litwHauprfchmertzcn; Strump-fe daraus gemacht/ lindert es das Podagra.

Sehr grossen Schaden thun die Ottern in den Tei-c hen/ wo ihnen die Fische mcht entrinnen können / undist das ärgste daß sie nur die schönsten und bestenFischeangreiffen und heraus fangen / und mehr todt beissen/als sie fressen können / daher daselbst desto fleißigeraufzupassen / damit dieser schädliche Gast keinen Zu-tritt habe/und wo er zu spühren/ alsobald weggefallenwerde.

Die Otter haben ihre Geschleiffe oder Ä5asierbauunter den Ufern sie find/ wie Her: Joh. Täntzer schrei-bet/ auch neun Tage blind/ und wohnen weiter von dengrossen Wassern ab/als die Biber / öffcers auch gar ankleinen Wassern/ worinnen Fische sind/wo auch etwannicht weit davon Teiche zu sinden sind/ doch machen sieselten ihr Lager dabey/sondern an andern Orten/ da sienicht so leicht gesucht werden; nach vier Wochen/gehendie Jungen schon mit den Alten / so längs«« aber nochim Geschleiffe bleiben/ bringen ihnen die Alten kleineFischlein mit sich/ welche sie dann hitzig verzehren/ undsieisstg der Mutter Ankunsst erwarten; sie werden auchin kurtzer Zeit auf die Fisch so eiferig / daß/ wann sie einFifchlein am Rande des Wassers sehen / sie fort hineinfailen/dasselbigc zu fangen/welches ihnen aber meisten/theils fehlet / biß sie es besser und geschictlicher lernen.Endlich solgen die Jungen den Alten/wohin sie nach ih-rer Nahrung gehen / jedoch führen sie die Jungen nachund nach weiter/weil/ indem die Jungen von sich selbstzu sischen (wie sie von den alten sehen) noch nicht voll-kommen sind / geben ihnen die alten von dem / was siefangen / immer etwas zu Hülffe. Unter dieser Zeit/werden ihnen auch alle Gänge/Teiche/Revieren undWasser bekandt / daß sie endlich selbst ihre Wege su-chen/ und sich so dann von den alten sblemiren. Wannzwey Jahr vorbey / sind viel vollkommen / und sind dieBalge deren / die aufkieinrn Wassernwohnen/besser/als die aufgrossen sind. Es ist ihnen lustig zuzusehen/wann sie fischen / sie können oben auf dem Wasser stillligen/und schießen dann hinunter wie die Endten / undkommt emer nach dem andern in die Höhe / Athem zuhohlen / und bleiben darum »den ein wenig länger/umdurch d.n Wind die Menschen zu vermercken; wannsie unter demWasser ein Fifchlein fangen/bringen sie esherauf/und verzehren es oben / weil sie es unter demWasser nicht thun können / ist es aber ein grosser Fisch/so schwimmende mit nach vem Land/verzehren ihn da-selbst/ und lassen osst viel davon liegen. Sie sind so ge-schwind unter dem Wasser / schier als ein Fisch / und ^wann man einen lebendigen Fisch-Otter hat / ob ergleich nur halb gewachsen ist / und hat eine feine grosseWasserbodding/ da man biß aufden Grund sehen kan/und thut etliche lebendige Fische/und endlich den Otterdarein / so w ird m an Wunder s ehen / wie er sie ve r- folget