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Des Adeltchen Land- und Zeld-Lebenö
Haar/die Weiblein tragen ihre Jungen(i6.)Wochen;den Hunden/die in ihreGebäue kriechen wollen/könnensie grossen Schaden thun/ und hauen aufwärts wie dieSau; wann man einen lebendigen Biber in ein ledigesFaß einsperret / so kan er sich geschwind durchhauen/soihnen kein anders Thier so leicht nachthun kan; sonsthalten sie sich an grossen Wassern/in Lacken/oder woalte Riß sind/ da sonst der Strom hingeflossen/da nichtviel oder gar kein Wasser ist. Und wann sie ja nicht angrossen Wassernwohne/so ist es doch nicht weit davon/daß sie sich im Nothfall dahm retiriren können. Und esgeschiehet auch darum/daß sie vor der Eißfahrt/ wannder Stoß gehet/ sicher seyen / wiewol sie Frühlingszeit/wann dasWasser hoch ist/dennoch osst vertrieben wer-den/daß sie sich indessen auf einen Hügel begeben müs-sen. Der Biber liebet den Weidenbaum / so ihm einbesonderer Schleck ist/nagt davon mit Lust/macht auchseine Wohnung gern davon. Daher sagt ?iautus (si-lehnte ö-so>6(i in I kct ^raS.Iit.V^) du ligst an mirzu nagen / wie ein Biber am Weidenstock. "
Die so genannte und berühmteBibergailen sind nichteigentlich ihre Gailen / sondern zwo Blasen / mit einemHäutlein überzogen/darinnen ist eine gelbe/wcichlichte/und Wachssörmige Materi / eines schärften Geruchs;in einer jeden Blasen ist wieder ein kleiners Bälglein/und darinnen eineWachs-gelbeund stinckende Materi.Diß haben beede Mannlein und Weiblein / doch dieseso klein daß sie nicht über eine Unzen wägen wird/da je-ne / die in den Männlein sich finden/wol auf 1. Pfundwägen können / wie Lcsncrus bezeuget; sind in allenApotheken sehr im Gebrauch/ einerwärmenden undtrocknenden Eigenschafft/ von subtiler durchdringenderArt; aus Esiig eingenommen/dienet sie wider dieWin-de/Grimmen/ und Gisst; im Wein/ darinnen Rautengesotten / wider die Frayß und andere erkaltende Zu-stände des Hauptes/bewegt und stärcket das Hirn/ver--treibt die Schlaffsucht; der Rauch davon ist gut denen/die dieMutter-Frayß leiden.
oiau5 schreibt/ daß die Nordischen Wei-ber ein gewisses Experiment haben / daß sie einer zumKind arbeitenden Frauen einer Haselnuß groß Btber-gail in Bier zu trinckengeben/wavon dieGeburt merck-lich erleuchrert wird.- zur Zeit der lntcüion machen sieeinen Rauch davon / so alle gisstige Lusst verjaget; mitRosenwasser eingenommen / oder mit Rosen-Oel ge-mischt/ und den Kopssdamit bestrichen/macht es schlaf-fend/ ist daher den Unsinnigen sehr nützlich.
Merckwürdig ist / was l). I'komas Lartkolinus in j
HÄis Ne6ico-?kilosojzkicis tialnicnliku» volum. I.Obl-r v. 49. von den Znsuln 5orrocn ,so dem König-reich Dennenmarck unterworssen sind / meldet/ daß da-selbst bißweilen WallMe zu sehen/von denJnnwoh-nern k<c>el-uud Trold-Walen genennet die den Schif-fen gefährlich sind / und solche osst mit ihrem Ruckenmanchesmal m die Höhe schieben / da sie nicht mit we-niger Gefahr/ wie auf einen Klippen hassten; darwiderhaben die Inwohner allzettBibergail am vorderr.Theildes Schiffes in Bereitschafft/ und wann ein Waltfischunter ein solches Schiffkommt/ und denBibergail em-pfindet/sencke er sich/ gleich einem Stein in den Ab-grund. Dieser Author setzt auch ferner: Die Bibergailhabe solche Krafft/daß/ wer sie bey sich habe/und in Nef-fen Wassern schwimmen wolte/er solches nicht vermö-ge/sondern zu Grund fallen und untergehen müsse wiewohl und gut er auch sonst schwimmen könne. Und die-ses sey auch durch Erfahrung also bestätiget worden.
ttcpsr Lskoris. vcl I^utrse, vcl lcrpcnli, cum vi-no ^cncroso lotum, k exiiccatum . kujus pulverisZjj vel in vino c^^ctoniorum clctur, Sksubito ccssät^il fluxus' vcl kecipc 8snZuinis dervini torreiaüiZj, k misccstur oum succo verbense, Sc cietur -ezrolo
^vscntericci, prc>6cli.
Sonst dienet Bibergail-Oel wlder alle kalte Zu-stande/ sonderbar der Nerven und Flesches; ist gut fürden Schlag und den Kramps; den Ruckgrad gesalbt/vertreibt es die Kälte und Schauer der Glieder indemFieber; die Haut damit gerieben etliche Täge nachein-ander/wo kemHaar wachftn soll/ soll ein gutes küio.
^ Wann beyIemanden dieKindsblattern stecken blei-ben/und nicht recht ausschlagen wollen / soll man ihmein wenig/in ein reines Tüchlein gebundenes Bibergailin sein Ord inari-Tranck legen/ und davon trincken las-sen/ soll es ein sonderliches ärcsnum seyn/die Blatternbald/ glücklich und ohneMasen zu überstehen.
Der Balg wird zu Stutzern undHandschkefern mEkren gehalten / wann die groben Haar davon abge-gossen / sind die übrigen weichen erst gut den Hutma-chern/die ihre theure Biberhärene Hute daraus zu for-mtreu wissen; der Balg zu ^trumpffen gemacht/ sollden Podagrischen Leuten Linderung geben / Kne 5. re-
cent-s sclkibesntur.
Er Wird mit Hunden ausgespuhrt/ und aus seinemGescklelffin Netz oder Fischbeer gejagt/ oder wird mitGeeren gestochen/ zu Nachts kan man ihn bißwnlen zu
Land antreffen/und Hetzen.
cxix.
Vom Otter/ Seehunden/ Merkälber/Wallrussen
und Zrocodilen.
ErOtter ist etwas geschwinder/hurtiger und ge-schläncker als der Biber / wohnt nicht allein angrossen/sondern auch an kleinenWassern/Flüs-sen undTeichen/hat sonst einenKopff/sast wie dieBiber/aber subtiler/und Zähne wie einHund/ist auch am gan-tzen Leib länger und schmäler / mit einem langen glatt-härichtem Schweiff/ an der Färb etwas bräuner/ undje schwärtzlichter sie sind/je höher man sie hält/je leichter
ihre Farbe ist / je geringer sie sind / haben ihr Geschleissund Nester nahend an demWasser/da sie dann mit klei-nen Schlieff-undOtterhunden ausgespührt/ausgetrie-ben und gefangen werden.
Ich habe einen Mahrischen Cavalier/ vom Ge-schlecht einen Matthiaschovsky/zu Frayn in Mähren/bey Herm General von Scherssenberg seeligen ange-troffen/ der hat au f etli che Meilen an dem T etza-Fluß/
daselbst