Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
644
Einzelbild herunterladen
 

644

Des Adelichen Land- und Feld-Lebens

folget und fanget. Wann Her Otter von Mischen fatt^ist,so fetzt er sich gern an die Sonne / und trocknet sich/,allein es geschiehet meistenthetls auf Stämmen / so insWasser hangen / oder anf Stöcken / so darinnen ligen/davon sie/wann sie etwas wittern/ bald m das Wasserfallen/und in ihre Sicherheit eilen/dann sie seyen / wosie immer wollen/ so geben sie genaue Achtung auf denWind von dem Menschen/ und vernehmen denselben/so bald / als em Thier thun kan / und Mrd gewiß Nie-mand an sie kommen/ etwann Hinen zu fchicssen/ eSfeydann / daß der Wind von ihm auf den Schützen zu-komme. Auf Forellen -Bächen / sind sie am allerlieb-sten /Lno wann Wichern daraussmd/(wie meistens ge-schihet) damit man das Wasser auf die Mühlen oderWieftn führet / so machen sie ihr Quartier gerne dar-unter / da sie dann hart sind heraus zu bringen. DieKrebsen fressen sie gerne/mitsamt denSchaalen undScheeren. Wann ein Fisch-Otter feine Losung vonsichglbt/ so legt ers gern auf einen Stem/welche in denKrebs-Bächen offtmals häuffig ligen/und wann mannun auf die Steine Achtung gibt / so sind m gemeldterLosung meistens Krebsschaden. Sonstist sich auch zuverwundern/daß sie die offenen Löcher im Eiß alfo wis-sen in acht zu nehmen^aß/wo das Wasser/einen gros-sen Stuck Weges / zu und gefroren ist / sie unter demWasser nicht weit tvcgsahren/um eine andere offeneStädte zu suchen/ fondern sie kommen allzeit an demOrt/ wo sie hinein pajsirt/ wieder heraus / weil sie dar-unter möchten ersticken; da aber aushungert Schrittohngesahr em Loch verHanden / das wissen sie richtig zutreffen/und daselbst heraus zu kommen/ im übrigen ge-het ihr Weg über das Eiß fort/ daß sie suchen / wo et-wann ein offenes Loch befindlich/ daß man sie in demSchnee spühren/und ihre Führte letztlich erkenen kan;sie gleichet sehr den Martern / nur daß sie viel stärcker/und an den Wassern ist / dahin die Marter nicht kom-men; den langen Schwang/ welche siehaben/gebrau-chen fle zu ihrer Wendung im Wasser/welchen sie dann

starck bewegen kennm/dieLäuffte aber müssen ihnen dieFärb machen; ihr Kopff ist ihnen rund und gleich denBibern/Haben auch kleineAugen und Ohren ;si« gehendem Wasser nicht nach/sondern entgegen/ohn wann siewund sind; sie brunsten im Februario/und trageniz.Wochen /Haben Zungen im Majo / die verlasst die Alteleichtlich nicht; wann Hund in ihr Geschleiff kommen/so beschädigt sie dieselben sehr übel/ und jagt die Hundheraus; ihr Balg ist so starck/ daß sit die Hund nichtleicht erwürgen / und offt das Wildprät gantz zermal-met ist / und doch der Balg nicht durchlöchert wird.Dieses alles / wie auch im zwvlfften Buch noch mehrsola-n wird/ ist genommen aus Herm Täntzers neulichausgegangenem Jagt,Buch. Bißwellen werden auchdie Bieder und Ottern mitHunden und Netzen also ge-fangen. Man soll sie mit Hunden aussuchen/ und dieHunde am Wasser / der Länge nach / auf-und abfüh-ren und suchen lassen/die Jäger sollen zu beeden Seitenauf Otter und Hunde gute Achtung geben: Waim fieaber denOtter/wegenBreite des WasserS/nichtfindkawürden/ sollen die Jäger Netze nehmen / und dieselben/so weit/als sie verminen/ daß sich der Otter halte /dieLänge desWassers/zu beydenSeiten ruhrend/einwerf,fen/und richten. Die Netze aber sollen brsit ,eyn/damttman beede Seiten des Wassers wol beschliessen möge;das eine Theil soll man mit Bley behencken/daß es denBoden berühre/ das ober« aber mitPant»ffelholtz/n>iesonst die Fischer-Rehe zu seyn pflegen, und zu unterst/am Hpffel des Netzes/so!! auch ein Zug-Seil seyn/wel-ches eMer aus den Ottern-Jägern am Ufer des Flus.s-s / halten solle / damit er/ wann der Otter etwann imNetz seyn würde/am Regen und Bewegen des Seils/solches eigentlich fpührenund vermerckenmöge. Regetsich nun das Seil / so ist ein gewisses Zeichen / daß daOtter aesangen / darauf die andern Jäger so bald dasunterste Seil mit dem Bley au, heben / um das Netze

zusammen ziehen/und also den gefangenen Otter KdR

BlbttdamitbejMssen.

Kwar nicht inunsa'n Ländern/doch inDvmnmn> am Meerstrand /findet man Seehunde /wie iVticesiiusi in seiner Pommersschen Chronik bezeugt / sie sind vonscharffen Aätznen / beissen w:e ein Hund / haben weiß-lichte Haar/ die vordem Füsse wie ek. anderer Hund/die hindern aber sindbreir /wie an einer Gaus/sie wers-fen ihre Junge wie andere Thi <r/ sind meistentheils imWasser/ ist aber schön Letter / so egen sie sich entwe-der aufgrossc Stein im Wasser/oder an dem Strandan die Sonne/ und ver ^tttru sich; man hat befunden

an solchen Lmen/ da sie gute Lager haben / daß daselbstvon 4. biß soo. Stuck starck beysammen gesehen wer-den / kommt nmn aber mit Schiffen an / so schießen sieins Wasser/kommen doch bald wieder heraus/und spie-len um das Schift her/und hören gern/ wann man mitdem Maul pftifft/werden sie aber geschossen/ so könnensie nicht unter dem Wasser bleiben/und werden von denHunden/die darauf abgerichtet sind/zu Lande gehohlet/doch fähet man sie auch mit Netzen.

Ihr Fletsch kocht man wjeWildprat;von ihrer Fei-

sten