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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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5oc> Des Adelichen Land-und Feld-Lebens

Cx?. XXXlV.

Wie ferner init der Seide umzugehen.

Ann sich etwann (sagt vorermeldter unserlkor) einigeHäußlein beftnden/die schondurch-sressen sind/ und ein Loch haben/ soll man solchegar beyseits thun/ und zur Floret-Seiden gebrauchen;gleicheBeschassenheithat es auch mit denen Haußlein/darinnen ein Wurm schon verfaulet ist/welche nicht al-lein alsobalddas Wasser an sich ziehen / sondern auch/weil der Wurm inwendig faulet / machet es den Fadenabreißen / und die Fäule des Wurms verursachet/ daßdie Gummichte Matcri / welche ein jeder Wurm hat/das Seidenhäußlein also steiffet/daß nicht einTropffenWasser mag hinein dringen/ dann ein Haußlein/ wel-ches keinen gefaulten Wurm hat' lässet sich biß aufdenletztenFaden abwinden/und fället eher ni>'! t zusammen/gleich einer Blafen/ welche mit Luffc angefüllet / ehe sieeröffnet wird; daher zu verwundern / daß die Seiden- ^würm fo lang ohne Lusst in den Haußlein können ver- ^schlössen bleiben /weil selbige so fest gemacht sind/ daßauch ein siedendes Wasser vor einer halben Viertel-stund nicht durchdringen kan/auch ungehindert/ daß siemit einem Besen im Kessel und warmen Wasser untersich getaucht werden/dennoch gleich wieder empor ge-hen/und bleiben ober demWasser/biß sie aufden letztenFaden abgewunden worden / und der Wurm endlichauf den Boden gefallen ist.

Die Grösse der Stränge macht man nach Belie-ben ; und wann der Abwinder geschickt ist/ kan er garleicht 2. Stränge auf einmal abhafpeln / wann er zu-gleich 2. Fäden durch beede eyserne Stange! auf denHaspel ziehet; wann man aber nicht wolte oder köntemehr als ein Strang a useinmal haspeln/soll er gleich-wol dieses mercken / daß er den Seiden-Faden / wannzwey eyserne Stängel an der Haspelbanck gemachtsind / jetzt durch eines / ein andermal durch das andereStanglein umwechsle / dann so er allemal nur das ei-ne brauchen wolte/würden die Haspelstangen (weil dieSeiden starck pflegt einzugehen) nnt der Weil also zu-sammen ziehen/daß sie brechen müsten/und detStrangverwirret würde. ' ,

So sollen auch die Stränge / wann man saubereund gläntzende Seiden verlangt / erst den folgendenTaa/damit sie am Haspel wol abtrocken/abgA'.ommenwerden/ widrigen Falls verbleibt die Seiden grob undrauch.

Man halt gemeiniglich für ein gantzes Taawerck/wann ein Seidenwinder drey Pfund Seiden des Ta-ges abhaspelt / und drey Stränge macht/ sintemal einStrang über ein Pfund Seiden nicht wäge» soll; dar-um solte von Rechtswegen der Hafpel so breit seyn/daßman drey Stränge darauf bringen könte / auch noth-wendig dieHaspelbanck drey eyserneStanglein haben/derentwegen auch auf dem Zwerchstecken um einenDrath mehr seyn solle / wordurch die Fäden aufdenHaspel geleitet werden; endlich auch eines aus den z.eyfernen stänglein zum Mittelstränge dienen könten.Wolte man aber nicht mehr / als nur ein halb PfundSeiden zu einem Strang nehmen/oder daß der Sei-denwinder des Tages mehr als drey Strange haspeln

könte / wäre in solchem Fall mehr nichts z^u thun / a,?daß man noch einen kleinen Haspel hätte/daß man denangefüllten könte ausheben / und den andern in dieHaspelbanck einsetzen. Weil die Seiden/wie gchgi/nicht eher vom Haspel zu nehmen/als biß sie daran wo!trocken worden.

Unterdessen wann der Seidenwinder zu Zeiten eiii-hätc/ solle man mit einer Spennadel die Floret-Sn-den / oder was sonsten unsauberS sich mit dem wmbenangehenckt/abziehen/mchl allem / daß man die Seidenftubere / sondern auch wann die Seiden noch naß ist/kan solcher Unrath besser ausgebracht werden / als her-nach/wann die Stränge schon am Haspel trocken wor-den/man würde auch damit der Seiden den Glantz be,nehinen. Was aber von dem Haußlein an dem Be-sem/mit welchem sie im Kessl umgekehret werden/han,gen bleibt/ soll nicht über den Haspel gewunden/ son-dern beyseits aufgehoben / und damit die Stränge ge-bunden und unterzeichnet werden; diese Unterbindungsoll am jeden Strang wenigst zweymal geschehen.

Wann man nun die Stränge vom Haspel abgezo-gen/legt mans doppelt zusammen/und hefftet jedes Ortwieder fest; ^ann nimmt man das erste Unterband/wormit der Strang / noch am Haspel / unterzeichnetworden/ hinweg/zu einem Handband / dabey man ihnmag an einen Nagel hangen;über diß wird der Strangabermal auf drey zwerch-Finger gegen der Mitten ge-bunden / und dann das andere Unterband/ so amHa-spel angelegt worden / dargegen aber abgelöset / undnach allen diesen muß der Strang zusamm gelegt / undwiede? mit einem besondern Band gebunden/ und alle,mal das erste Haspelband ausgelöset/und zu einemAuf,hangband gebraucht werden; alsdann auf der Mitten/wo das Stänglein zusamm gebogen wird/kommt wie-der ein Band / daß man also nicht zu fürchten / daß dieSeiden (die zwar am Strang so hart und rauch wieRoßhaar scheinet)zerrüttet werden könne.

Diese gemeldte Seiden / die man zum Unterbindender Stränge gebrauchet/kan man nachmals/so wol als!die Strang-Seiden / in gleichem Werth anbringen/.und damit man destoweniger an derselben verliere/wirdsie mit der Floret-Seiden gekartetschet/und amRäd-lein/oder am Rocken oderKunckel gesponnen,nndFlor/auch andere dergleichen Zeuge daraus gemacht. An un-terschiedlichen Orten/wo die Seiden gar wol gerathen/und sein ist / findet man kaum so viel Floret-Seidenan den Häußlein/ daß man könte genug Unterband ha,ben/ daselbst nimmt man Zwirn oder Garn zum unter,mercken.

Was die grobe und Floret-Seiden betrifft / ist die-ses zu mercken / daß man doppelt so viel Ende zu einemFaden nehme / als von der feinen Seiden/ als mannmnnt/wie gemeldet worden/zu einemFaden von seinerSeiden 8. Ende / so muß man von der Floret-SeideniS.Ende nehmen/und also zu Strängen haspeln lassen.Weil aber die Floret-Seiden nur halb so starck isi/alsdie seine/ muß man auch mit derselben desto geschmeidi-gem/damit si e nicht abbreche/ im Abwinden umgehen/

indem