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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Zehenden Buchö/Anderer Theil / Getoenwürme.

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indem dieseSeiden von denWürmern gemeiniglich mitUnordnung gesponnen wird/ oder weil zween Seiden-würm sich ineinander versponnen haben/also etwas ver-wirret ist/ und derwegen die gute nnd feine Seiden mitFloret vermenget worden; also ist sie auch schwerer alsandere abzuhaspeln / und weil die doppelten H^usieinauch starcker am Faden sind/so brauchen sie ein warmesWasser / und daß sie stets mit dem Besem und mit derHand im Wasser umgettiebcn werden.

' Wegen des Wassers ist "dieses zu mercken/ daß einWasser/ zum Seiden-Abwinden/ bdsseräls das anderesey / indem die Erfahrung bezeuget / daß an einem Ortdie Seiden viel schöner und glänHigernird/als an deinandern /aber für alle maldiMtdas fllessendeWasser(wann es anders klar und lMist) viel besser darzu/ als

das Bronnenwasser.

Ferner muß man sich auch zu Zeiten / wegen desWassers nachBeschassenheit derSeidenhäuslun rich-ten /dann sind sie an der Seiden scst/ftbwer oder gering/ jso erfordert es auch/ daß das Wasser nach demselben ikalter oderwärmer sey/welche Regel aber nichtkan vor-geschrieben / sondern muß allein aus der Erfährung ge-lernet werden; darumivare das beste / daß /welche sichzu diesem Handel nicht amNften'wissen zu schicken/ sol-ches von denjenigen ersorscheren / welche mit dem Sei-denhaspeln gut und wohlumgehen können.

Gleich wie nun etliche Haustein gefunden werden/welche so gering und dünsichtig sind / daß man denWurm dardurch sehen kan; also wird man auch andere

/ finden/die keinen einigen guten seinen Faden/sondernlauter Floret in sich haben; wiederum sind etliche / dieschon durchsressen find / oder von den Würmern ange-faulet/diese soll man nicht abhaspeln/weil Zeit und Ar-beit damit verlohren/ sondern man soll sie mit einerScheer /-ehe mans einnetzet/ eröffnen / den Wurm her-aus nehmen/ nachmal solche Seiden am Rocken oderRadlein spinnen / wie nn folgenden Capitel weitläuffti-ger soll gedacht werden. Aus daß auch die Seiden schö-ner und besser werde / solle man billich zwey oder drey-mal das erste Wasser ausgiessen / und ein anders wär-men/welches dann Har ieicht unterdessen / wann derSeiden-Winder beym Essen ist/ damit mit dem Was-scr.varmen nichts versäumetwerde/geschehen kan/ undweil ohne diß die Haüslein / ehe dann das Wasser ge-wärmet ist/nicht sollen in den Kessel geworssen werden.Die Seidenwürme/wann selbige aus den abgehaspelteHäuslein heraus fallen/ muß man mit einem Schaum-Lossei fieisiig heraus thun / damit das Wasser/ wann siedarinnen zerbvrsteten / nicht verunreiniget werde.

Es foll aucb der Seiden-Winder stets ein Geschir:voll frisches Wasser bey sich haben/mit welchem er/wann ihn beduncket/das Wasser feye zu warm/ selbigeskönne abkühlen / und zur Mittelmaß bringen / auch dasFeuer/ wann das Wasser im Kessel von so grosser Hitzesieden wolte/zu dämpffen/würde man diesem nicht ab-wehren/ wäre die Seiden übel abzuhaspeln; ans beyge,fügtem Küpsfer wird man alles leichter absehen undnachmachen können.

XXX^.

Von der Floret-Seiden.

^ CH muß aus unserm ämkor? fortfahren / undA auch von der schlechtem und Flvret-Seiden/und wie dieselbe soll zugerichtet werden/ weiternBericht thun. Alle Seidenwürmc zu Fiöt-oder Floret-Seiden /wann die vorgeschriebenen nothwendigen Re-geln nicht beobachtet/ uiid die Häuslein von den Wür-mern (darzu sie ohne diß dic Mlur treibt) durchgebis-sen würden. Und wäre gewiß nicht ein geringer Scha-de/wann alle Seiden / durch dergleichen Zufällcl/inFloret-Seiden folteverwandeltwerden/zumalen ohne-diß/ über allen Fleiß und Aussicht im Abwinden/es den-noch nicht möglich / daß nicht allzu noch ein guter Theilvon einem Hauslein/wann die Seiden daran schon ans! die Neige gehet / welche man nicht gar biß aus das äus-serste kan abhaspeln / überbleibe / der zu einer Floret-

Seiden dienen muß.

Daher allen Seiden-Zieglern / zu einem Nachricht/folgendes nothwendig zu wissen/daß/wann man dieHaüslein biß auf das allerletzte Trum/wolte abwin-den/man nur die Zeit damit verlierete / und alfo besser/auf daß nicht der geringsteSeidenfaden zu unnütz kom-me / daß solche Neiglein zur Floret / als zur feinenSeiden gebraucht werden; unter diesen beeden hat esdiesen Unterscheid / daß die Flvret-Seiden sich nichtlasset abwinden/ sondern wird gantz auf eine andereWeife zugerichtet. Den Namen Floret-oder Blu-men-Seiden trägt sie derentwegen/wei! das Häuslein/woran die reine und feine S eiden ist/ in der Floret-

Seiden wie in einer Blumen ftecket/und ist diß ganh ei,ne andere Art/ als die feine Seiden. Kein meiden-wurm macht fein Häuslein als die Frucht/ohne Floretoder die erste Blühe-Seiden. Unter dem Namen Flo,retaber/ verstehet man alle Seiden/die sich nicht gleichvon denen Hauslein lässet abhaspeln/ und zur feinenSeiden gebrauchen/fondern nothwendig muß gekartet-fchet/und hernach amRocken oderRadlein gesponnen/oder zur Watte zugerichtet werden.

Nun gibt es unterschiedliche Neiglein und Abschnittzur Floret-Seiden/ und ist doch alles nur eine Seiden/aus welcher man dennoch unterschiedliche Sachen undZeuge wircken und machen kan: Dann es sind einigeHäuslein / welche man mit der Scheer muß abschnei,den; andere haben die Seidenwürme / wann sie sichmZwiefaltern verwandeln/durchgebissen; Item/wasder Seiden-Winder nicht gar abwindet und auch ausdem Kessel klaubt/ und dergleichen mehr / als nemlichauch die Seiden / mit welcher man die Strenge unter-mercket; mit einem Wort/ alles/woraus man keineSeiden-Strenge über dem Hafpel winden kan / daswird alles Floret-Seiden genennet / und darzu ge-braucht/welche man hernach auf folgende Weise zu-bereitet.

Alle solche oberzehlte Seiden - Neiglein und Zu-schnitt zur Florer-Seiden / nimmt man zusammen/wann alle Wurm daraus / und alle Unsauberkeit bey-seits ist/und thutsin ei nen Waidmiy oder son st in ei-nen