Zehenden Buchs/ Anderer Theil / Seidenwürme. 499
lein hart würde können abwinden ; sbeN also würde esauch hergehen/ wann das Wasser gantz siedendheiß
wäre. : 2^. - > - . .
Sind nun die Häußlein im Wasser/soll der Abwin-der mit einem kleinem subtilen Besem/ odtr was an-ders dergleichen/welcher erstlich/wie anwn Kleider-oder Kehrbesen / auch die äusserste Spitzlein abstutzen/und dann die Seidenhäußlein wohl damit umher tau-chen und unter sich schwemmen/ biß so iang sich dieFlötseiden wohl daran hanget/dann soll er dieftlbige indie Hand nehmen / und einen Strich oder so viel abzie-hen/biß man einen rechten stäten Faden findet/NNd keinFiöt-oder fahrendeSeiden?nehrgesplihret wirdzwannnun die Häußlein von der Flötseid.'n rcin sind/alsdannnimmt man von unterschiedlichen Häußlein so viel Fä-den zusammen/als starck oder subtil man den Hauptfa-den haben will; zu Bändern macht man einen Fadenvon mehr nicht als acht Enden; will man aber die Sei-den zu Zeugen/Taffet/Sammet und Vergleich«» brau-chen / nimmt man wenigst 12. Fäden zusackMen / wirddennoch <in solcher Faden kaum so dick werden/ als einHaar ist/ darnach wird dieser Faden durch die Löchleinder eysernen StäNgelein aus den Spuhlen gezogen/welche vornen aus dem Zwttchschragen der Haspel-banck zwey Schuhe empor angemachr sind / welcherSpuhl verursachet / daß/indem die Ende oder die Fa-den darüber laussen/ der Seiden-Faden rund wird.Von diesem Spuhlen muß der Faden noch durch ei-nen Messingen Drath / welcher aus einem Stecken an-gehefftet/durchgezogen werden.
Der Stecken zwischen erst-erwähnten Gpuhlenund dem Haspel / erstreckt sich über die gantze Zwerch ederHaspelbanck/und liegt zu beeden Seiten z.Schuhehoch von dem Schrägen aus/aus der Seiten aber / woder Haspelmann sitzt / hat ös eine breite runde Spuh-len/ oder vielmehr ein Rädlein / so groß als ein tunderTeller/ aus demselben einen Schraubschlüssel / welcherdurch den vorgeäieldten Stecken durchgehet/und mußdieser ^n beeden Seiten in gleicherHöhe aufliegen/unddas zu diesem Vortheil/ daß sich die Fädtn/die man zu-samM gewundtn/aüsdemStecken überwinden und zu-sammen drähen / damit der Faden nicht platt / sondernrundlicht werde/solches aber geschiehet / vermittels ei-ner Schnur oder Säiten/die von dannen auf den Ha-spelbaum gehet / und im Umlauffen des Haspels auchdas Rädlem umtreibet/ und bewegt dardurch/ daßder Stecken/worüber / durch eingehessteten Messingenoder eysernen Drath/die Seiden geleitet wird/bald fürsich / bald hinter sich ziehet / solches neben dem / daß esden Seiden-Faden rund machet/cwch die Seiden/soohne diß/ wegen der gelben Materi / die sich in demwarmen Wasser im Kessel erweichet / und die Seidenetwas verunreiniget/desto bequemer macht/sich abwin-den zu lassem ^
Wann man nun die Ende an den Seidenhäußleingefunden / und solche zusammen ausdte Spuhlen / undvon denSpuhlen über den obbemeldtenStecken/durchden angehefften «ingekrümmten Drath gezogen Hut/
Muß man selbigen Seidens-Faden hernach auf demHaspel anbmden/nnd den Haspel eine starcke Person/jo geschwind / alsmöglich/ umtreiben lassen / damit dieim Kessel liegende Häußlein bald abgehaspelt werden/jeeherts geschiehet/ je schönernttd gläntziger die Sei-den wird.
Wer nun die Seiden abhaspelt/mliß auch stAts be-redet seyn/ wann ein Faden abbricht/ oder sich eine En-de verlieret/emen andern zu suchcn/odeNvelche Häuß-lein gar abgewunden / wieder mit andern zu ersetzen/welches leicht geschiehet/damit der Faden in gleicherDicke/ wie er angefangen worden/bey 8. oder 12. Fä-den dick erhalten werde / wann man alsobald ein völligabgehaspelt Häußlein mit einem andern ersetzt und an-hebtet. ,
Befleißen muß man sich / daß der Faden Nicht offrabreisse/welches meistentheils darum geschiehet/ wannman das rechte Ende ruHt findet/ oder daß vielleicht dieHäußlein nichr Floret und schlechte, als feine Seidenhaben / wie meistes die doppelten beschaffen sind / wel-che zwar grosse / aber geringe Seiden geben; des glei-chen bricht auch der Faden gern an den jenigen Häuß-lein/durch welche das Wasser dringt / die sich nichtgerne abwinden lassen; darum ist in solchem Fall von-nötheN / daß der Seidenwinder mit dem BesemstätSim Kessel umfahre / auf daß die schlimmen Ende undFäden alle an den Besen sich anhencken / und abgezo-gen werden / und weiter keine Ungelegenheit verursa-chen.
Wann es aber schon mit demHäüßlem auf die Nei-ge gehet/ soll er zu Zeiten jweyEnde zusammen nehmen/ausdaß/ wann ein Faden bricht/durch den andern er-setzt werde / und er soviel Zeit dabey gewinne / daß erwieder andere frische Häußlein kau in den Kessel legen/und nachmals an das abgerissene Trumm anknüpften;dann obwol man zu Zeiten ein oder zwey Ende/ oderFäden mehr zusammen nimmt/wird darum dieSeidendeßhalben / daß an statt der 8. Fäden 12. oder an stattder 12.14. koMmen/durch diesen Zusatz nicht desto un-gleicher werden.
Es geschicht auch offt/daß darum die Fäden abbre-chen/w?il der Seidenspinner oder Haspler/ indem erdie Häußlein ins Wasser und Kessel wirfst/ nicht beob-achtet/ ob die Flötseiden wol mit dem Besen abgenom-men sey oder nicht/oder!etwann sie auch gar zu srühe/ehe die Seiden gar aufgeweichet worden/ anknüpftet;befindet sich aber ein Häußlein / an welchem man dasEnde gar verlieret / weil noch einige Flötseiden daranist/ so kan er selbiges wol in die Hand nehmen/ und mitden Fingern den Jnsaden und Flotseiden abziehen/ bißer endlich ein rechtes beständiges Ende gefunden hat;darum Mancher Seiden-Faden / weil derselbe / wanner etwann noch mit einem unrechten Faden behenckt ist/aus dem Stecken zwischen dem Drath abbricht / odergeschiehet/daß manches Häußlein biß dahin Mit folget/und allda/weil es nicht durchpassiren kan/andereFädenmit abreistet.
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