Zehtnden Buchs / Anderer Theil/ Seidenwürme.
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und verrecken; hernach traA mans in einem Tuch zu- > Nkäusen wohl verwaiset, / dann sie beißen die Knollensammen gehauffl in eine frische Kainmer / nicht aber in ' suf/und fressen die Seidenwürme/dx Knollen oderikuen feuchten Keller oder Gewölbe; die Erstickung der ^ Seidenhäußlein hernach müssen «n einem trottmenjWürmer desto ehcr zu befördern/nimt man noch einen Zimmer wohl zugedeckt verwahret fcyn.
Kotzen oderDecke / welche gleichermassen an derSvn?neiustwol gewärmet worden / und schlagt die Häuß-lein hinein/biß aufden andern Tag / dardurch sie denngar bald hingerichtet werden.
Nach diesem kan man sie so lang Hütten / als manwill / weil keine Gefahr mehr zu sorgen ist; von wel-chem Ausdorren der Seidenwürme / die Seiden des-wegen nicht schlechter wird/sondern so gut / als die an-dere / die stracks abgehaspelt worden / ohne daß sie ander Sonnen ein wenig rauher wird/und denGlantz inetwas verlieret / hingegeil erlangt sie denselben im Zu-richten wieder/denu derSetdenwurm wird gantzdundarinnen / also / daß er mit seiner Feuchtigkeit die Sei-den nicht verunreinigen kan.
Solle aber eine Zeitlang die Sonne nicht scheinen/und Gefahr wäre/ die Wurme möchten die Sciden-Häuslem durchbohren / und verderben / wordnrch dasgantze Werck geringer! und verderbet würde / thutmans in einen Backofen / derselbe aber muß entwedernur mit Kohlen/ oder doch nut gutem dürrem Holtz ge-heitzt werden/ dann derRauch vom grünemHoltz wür-de der Seiden schädlich seyn; oder man thuts hinein /nachdem das Brod ausgenommen/ man thutdieSei-denhauslein in Säcke/ legt sie aufBretter/ und lässl sieeine oder anderthalb Stunden im Ofen / und das thutman so offt/ biß man in einen» Hauslem/das man eröss-ncrhat/spühret/daß der Wurm nichtallem erstickt/son-dern auch dürre sey doch muß man dieSeidenmit all-,zugrvsser Hitze nicht verderben/ man muß sie auch vor ^ wendige Hitz durchgehen.
04?. XXXtl.
Bonden Farben der Haustein und Wank der Seiden.
'Je muß ich aus demWienerischemmsTeutsche>vomFrantzüsischen übe:setztenBüchlein mit we-nigem beyfügen/daß die meisteSeid en gelbfär-big sich erzeige/und wiewol die weisscnHäuslein welsseSeiden/als die beste/ und jedes seiner Farbe ahnlichbringet/so wird sie doch/ wann alles untereinander ab-gehaspelt wird/alles gelb scheinen/weil diß thregemei-! neste Färb/ ist / welche die meisten Seidenhauslein ansich haben/darunter sind diePomerantzenfarben/ Isa-bellfarben und gelben: derSchwefelfarben und weisengibts gar wenig:Daß man aber alleFarben auesuchen/und jede besonders nehmen solle / findeich (sagt er) Weise schöne Seiden habe/soll man sich befleissen/diemehr einenFürwitz a'.SNutzen dabey/denn diese meiste/ Häuslein den 9. oderio.Tag längst/abzuhaspeln / und
Die grosteGcjr.hr i>i wegen deSO fens/daß dieSei-den nicht etwann möchte verbrennet werden; >o stelltman sich (jagt der Französische ^u,itor) solches zu ver-hüten/so lang/nächst bey dem Ofenloch/weiches lestund wohl mliß vermacht seyn/ biß daß mans höret/ wiesie in ihren Häußlem vvr Hitz knicke» oder knallen/gleichwie die Ameissen pflegen zu knicken / wann sie:nc'.ne Heisse Aschen geschmissen werden / alsdann mußmans gleich daraufwieder heraus nehmen/und m einewarme Kotzen oder Decke embauschen / biß daß dieWärmegantz und gar ausgedünstet hat/und vergan-gen ist/ solche Kotzenwärme dienet darzu am meisten/sonsten wann sie alsobald/da sie aus dem O sen genom-men sind / an die frische Lufft konimen / zu besorgen / siemöchten wieder zu sich selbsten kommen/ und wiederlebendig werden / wäre also nichts damit geholffen»Darum ist das Einschlagen und Einhüllen/so wol/wann mans von der Sonnen/als aus dem Ösen mmr/nothwendig. Im übrigen/wann sie in dem Kotzen schonausgedünstet haben/muß man dicHaußlein aufsaube-ire Tisih oder Bancke auseinander breiten und also daligen/und völlig ausdörre lasten/und des Tages etliche-mal umkehren ; doch wann mans will in den Ofenschieben / soll man erstlich die Floretseiden nehmen/und. die Körbe oder dergleichen/worinn die Seidenwürme^ in den Ofen gesetzt werdeü/ mit Leinwath überdecken /und je weniger die Körbe mit solchen Seidenwürm-häußlem angefüllt werden/ je bester kan solche die noth-
das ist, von den Würmern ausspinnen lassen / sonstwürde man um viel weniger Seiden kriegen. Undwann ein Schade geschehen solte/ist es noch besser/daßviel Häuslein von den Zwiesaltern durchbohret wer-den/ als sich mit dem Abwinden übereilen/ und nur diehalbansgespvnnene Häuslein abhaspeln / aus Ursach/daß dieser Schaden unersetzlich / hingegen sind die aus-gebohrten Häuslein noch zur Flvret-^eiden tüchtig;man kan auch die Bienfaltenn/ toiuo moäo, zu einerBrüt gebrauchen.
Damit man aber keine Zeit verliere/ undausalle
zFarben/ wann sie gesäubert werden / sind tauglich zumfärben, wie mans verlangt und haben will. Die Sei-den ( sagt ferner besagter Aurhor) welche von den jeni-gen Häuslein kommt/die niemal in den Ofen kommen/oder an derSonnen ausgedörret worden/wird weit ei-nen schönern Glanh und Schein von sich geben / alsdiese/welche gedörrt worden / doch wird ihr dadurchan der Güte nichts benommen.
Die Ansdörrung an der Sonnen wird der Seidennicht schaden / nnd ist gleichsam nothwendig/ehe mansm den Kessel wirfst/und ist zwar/wie gesagt/je eher dieAbhasplung verrichtet werden kan / je besser/doch mußman die Häuslein vor ganl; verfetigen Und vollenden/
so viel möglich / das Ofen-dürren gäntzlich vermeiden/sich aber bemühen/ daß man innerhalb 19 .oder2o.Ta-gen dieSeidenhäuslein alle abzuhaspein und inStren-ge zu fassen fertig sey / so wird die Seiden desto bessernGlanh haben.
Wahr ist zwar/ daß man die gedönte Seiden-häuslein lang kan ohne Schaden aufhalten / dock gibtes die Erfahrung / daß den ausgedoruen Seiden-wärmern durch die Hitz ein zäher gelber Sasst ausge-preßt werde / welcher sich an die Seiden innerlich wieein Pech anhänget/und bißweilen / wann sie lang ligenbleibt/ also durchschlagt/daß die Seiden hernach sichgar schwerlich abwinden und aufhaspeln lässer.
Ttt ij cä?.