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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Des Adelichen Landmnd Feld-LcbenS

wäre dann/daß sie zugleich heraus grüben/welches abergar selten geschiehet.

Ehe man dieHäaklemzur Brüt erwählet/ ist auchdiß zu mercken/ wie unser Frantzösischer ^ulkor ver-mahnet / wann m n> prüfen will / in welchem Häuslemgute oder ' hlimme Würme zuZwiesaltem seyen / soll'man das Häuölem a» das Ohr halten / und ein wenigerschüttern / w'rd man bey diesem gewahr / daß derWurm inwendig sich aufdak Schütteln nicht beweget/so ist er gewiß M; so er sich aber gar leichtlich und ge-ring bewegen lässet / so ist der Wurm verdorben.

Die ihre Eyerlein gleich in Schachteln bringen wol-len / müsien gewisse Flechten von Bimsen / oder kleineRohrdecken/vom rauhen Rohrgeflochten/nehmen/dievom Bimsen aber sind die besten / indem unangesehender Seidenwürmer BrUt sür sich selbsten fest anklebt/sowird es sich doch von sich stlbsten von den Biknsen-undRohr-Flechten gern ablösen / sonderlich wann solcheerstlich grün sind / hernach aus Dürrigkeit eingehen;oder man löset endlich solche Flechten gantz aus/ undnimmt ein Bimsen oder Rohr nach dem andern heraus/auf welchen hernach Eyerlein gesunden werden / diestreicht man mit 2. Fingern herab in die Schachtel.

Wann die Bienfaltern aus ihrem Scidenbäusleinkommet/ setzt nan sie aus solche Fechten/ oder MeinenSammeten-oder Lamlot-Fleck/lässt sie beysammenvom Morgens biß Abend/wann sie in derZeit noch bey-sammen hencken/ mag mans wol voneinander scheiden/dann die Männlein weiter zu nichts nutz sind / als denH inern vorzuwerffen; man muß aber das Weiblein indiesem nicht anrühren / sondern nur das Mann-lein/ weil jenem bald mit unbescheidenem DruckenSchad möchte geschehen / an diesen aber nichts gelegenist / und wann sie von Frühe an biß Abends gepaaretbleiben /ist es schon genug/imfall sie aber eher voneinan-der abliessen/ müste mans wieder zusammen bringen.

Die Eyer nehmen unterschiedliche Farben an sich/erstlich/wann sie gesetzt werden/scheinen sie weißlicht/bald darausbekommen sie eine grünlichte Farbe / danneine röthlichte / auf dieses nehmen sie nach und nach diegraue Farbe an / welche sie stetswahrend behalten / undje dunckler sie sind / je besser und gerechter sind sie; danndie bey der ersten weissen Farbe bleiben / sind gewißnichts nutz.

Viel sind der Meynung / ein Weibleiislege nur ic-o.Eyer/Her: isnarcl aber sagt/ jedes Weiblem kge ge-wöhnlich zoo. Eyer gleich nacheinander/ etliche mehr/

und etliche auch weniger / indem allemal Weiblein ge-funden werden/ welche alle in sich habende Eyer nichtausschütten können / daß sie manchesmal mit den übri-gen/die sie im Bauch behalten haben/verrecken; dieEyerlein sind dieser Zeit vor Mäusen/ Ameissen /len/ Spatzen und Hünern wohl zu verwahren/ dann siedenselben gleich so sehr nachstreben / als den Seiden-würmern selbst, die Brüt soll man bißweil-n mit frem-den Eyerlein erneuren / und von den fremden dieHäWlem zu einer nemn Brüt / aufs nachkommendeJahr/ erwählen; die fremden Eyer werden das andereZahr besser/ als das erste / in diesen Landen gerathen/und biß in das fünffte Jahr nicht von der Art lassen/länger aber ist nicht rathsam von ihnen Brüt zu samm,len.

Die Weiblein find viel weisser / und haben viel grös-sere Bäuche / als die Männlein/ dieses erkennet manauch an dem starcken Fladdern mit den Flügeln/ biß esein Weiblein gesunden / und sich mit ihm gepaaret hat/hingegen aber die Weiblein bewegen ihre Flügel bey-weiten nicht so geschwind / als die Männlein zu thunpflegen: zur guten Brut/dörffen die Bienfaltern nurvon Frühe biß auf den Abend / und nicht 34. Stunde(wiebißweilen geschiehet) aneinander hangen bleiben/oder'vcm Abend an biß den andern Ta^ezu frühe/wosie aber eher von ii.cmder abließen/ muß man sie wiederzusammen thun. Es braucht schier mehr nicht / als daßman / von frühe an biß auf den Abend / aufsehe / weildie Bienfaltern insgemein / des Morgens bey Auf,gang der Sonnen / pflegen aus den Häuslein zu krie-chen/ünd auch alsbald sich zu paaren/und darüber thunsie sich gar wenig bewegen. Wäre es aber / daß etlicheMännlein hatten darum von den Weiblein/ vor derrechten Zeit / abgelassen / weil sie ihre Krässten verlohnren/ soll man andere darzu nehmen / darum man billichdie frischesten und muntersten Männlein zu solchemWerck behalten fvlle. In kalten Ländern bleiben dieBienfaltern 18. biß 2s. Tage / in warmen aber nur 14.biß 16. Tage in ihren Häuslein. Wann man / dieEyerlein auszufangen / kein Bmftm oder -Rohrdeckenhätte/ und man nothwendig Lemwath oder andernZeug'darzu gebrauchen müste / soll man diese Fehen mitden daraus gesetzten Eycrlem biß über das Jahr aufbe-halten / und solche / wann man sie zur Brüt bedörsstig/nicht mit einem Messer oder Eysen / sondern mit einersilbern oder gülden Müntz/ meine Schachtel/ mit guterManier/abstreiften.

xxxi.

Wie die Seidenwürm-Hüuslein abzunehmen.

S wäre zu wünschen / daß'die Seiden/so baldman die Knollen oderHauslein abnimmt/solcheunverzüglich könttn abgewunden werden / weiles alsdann am allerleichtestcn geschehen kam weiches/jelänger man wartet/je beschwerlicher hergehet/indem derLaim/ damit die Seiten aneinander gepicht ist / je alterer wird/je mehr er verhärtet/ daher auch die Seidennicht so schön bleibt/so hat man auch/wann man es baldthut/nicht zu fürchten/daß die Würmer die Seiden ver-derben / weil ihnen durchzubohren die Zeit abgeschnit-ten ivird. Weil es aber/wo ma n viel Seiden hat/schier

unmöglich in so kurtzer Zeit damit fertig zu seyn/oder mittauglichen genügsamen Leuten nicht versehen «st; mußman dieZwiesaltern / ehe sie durchbrechen können/ dar-innen also ersticken Und umbringen/man legt die Häus-lem/wann warmes Wetter ist/an die Hitz der Sonnen/von lo. Uhren Vormittags biß 4. Uhr Nachmittags/oder/wie Her: 6c 8c,rc»'sagt/Vormittags zwo/undNachmittags auch 2. Stunden an die Sonne/und dißthut man an unterschiedlichen Tägen z. oder viermalauf leinenen Tüchern dünn ausgebreitet / und kehret sieosst um/ so müssen die Wurme vor grosser H i tz erstick en, und