Zchenden Buchs / Anderer Theil / Seidenwürme. 49?
rcr.und keineguteSeiden wird/als will er/ man soll siedick zusammen sich einspinnen lasten. Ich atm glaubefast das Widerspiel/weil die doppeln und driefachen/auch allzeit zwey und dreyWürmlein in sich hattcn/istswchrähnlicher / daß wann sie dick beysamen/ desio ehermehr/ als einer in einen Klumpen zusammen spinnen/als wann sie dünne siud/ da ein jedes Würmiem genugPlatz hat/sein eMesHäußlein zu sorniiren/und von derallzunahen Nachba» schafft nicht angebauet/ unddar-durch ihre Arbeit vermindert wird.
Acht oder zehenTage nach der letzten AbHäutung/
cken sich mrit den Füssen gar fest ein / -daß man sie her-nach weniger/ als wann sie noch unerwachsen sind/vondem Finger kan ablösen; ihre Füßlein werden durch-sichtig/fleischsärbig und h^'rig/dlc aber noch zumSpin-nen unzeitig siiid / deren Füsse scheinen gestutzt und ge-schwollen : daher soll nu>n sie vorder rechten Zeit nichtin die 8cäne^c> schließen / oder zum Spinnen antrei-ben /weil sie aus Mangel der Lufft ersticken würden.
Zu ihrer Spinnenhülten muß man nichts / wasDorn und Stach el hat/ gebrauchen/weil sie leicht/we-gen damaliger ihres Leibes Zättiakeit/ sich ver!chen;Et-
wsrden sie sich allgemach zum Spinnen fertig halten/ liche brausen auch Birekenrelse/wiewo! der Gmesterda muß man ihnen vorher zäckichteGerten undAestlein ihnen anoenchmer/ weil man aber dieserOrren diesesausrichten/daran sie sich hencken/ und ihre Arbeit ver- nicht haben kan/muß man sich der Bircken bedienen/! richten können/die Str.'.uchlcin aber müssen nicht grün ! die süllecmeinoben mit allerley Hobelspänen / die mani sondern dürre seyn/als vom dürren Roßmarin/Gene- von den Tischlern und Bindern haben kan / das haben! sier/Weinreben/Zweiglein oder Rütlcm von Kastani- die Seidenwürmlein sehr gerne. Die Reiß müssen un-^ en/ Eychen / Feldern /"Rüsten/ Eschen und dergleichen ten glatt abgehackt / und unten und oben angespreitzet! Bäumen/die schwanke Zweiglem habcn/die sich gerne - seyn / also/daß es oben wie ein Gewölbe ma^/undbeugen lassen/wann man sie unten ausschneidet/damit . eines an das andere anrühre/ werden auch Lavendel/! sie nicht so viel Platz einnehmen/kan mans aufdieRey- Spica, und andere wolriechende Kräuter an die Aejrehe nach den Tafeln/einesSchtches odtr ein wenigivei- ^ angemacht / daran sie sich desto lieber hängen/ und eherter voneinander/ ausrichten. zu arbeiten anfangen / da sie/ wann man solche / tvie et-
> Wo man dieserWürmlein wenig hat / macht man liche thun / herunten lässet / offt durch die Anmuth zuihnen nur ein 8.'ano??enweise unten eng und oben diesen Krautern/ von der Fortsetzung ihres Spinnens
wcitzusamm-gerolltes Papier/ darinn sie mit bessererRuhe ihre Spinn - Werck ansangen und vollführenkönnen.
Man merckt/ wann ihre Spinnzeit angelangt / sol-ches an ihrem Äopff und Hals / der Kopf wird etwasgespitzter/ auch der gantzeLeib/der zuvor grünlich war/wird gantz hell und durchscheinig / sie kriechen hin undher/ein taugliches Ort zu suchen/ und man sieht aus ih-rem Munde einen Seiden-Faden Herfür tragen / derSchweissist fleischfarbig / und sind am gantzen Leibgantz weichlicht uud gelind / und wann man sie angreis-
fet/legen sie sich alsobald um denIinger herum/und hen- ^ Reißhütten zu begebe«.
xxix.
Wie sie spinnen.
abgezogen / und verhindert werden. Wann nun ( siWdas Wienerische aus dem Französischen geteutschteBüchlein) gedachte Neißhüttlein nicht weiter sind alsanderthalb / und nicht höher als drey Schuhe / nachBeschaffenheit der Stellen/mag man kecklich bey zweyTeller voll der SpinngierigenSeidenwürme unter ein.jedes Hüttlein thun / aufeinsaubers Papier / und einwenig Maulbeerlaub ohn weitere Sorge/dahin legen;wann sie zum Spinnen anheben wollen / kan mansgleich erkennen / so sie keines Maulbeerlaubs sich mehrachten / sondern stracks ansangen/sich über sich aufdie
Jeses ist eine seltzsameWundergespunst/daß einWürmlein aus seinem Munde einen solchenlangen Faden mache» kan/ daß nicht einer zer-rissen oder ungleich wäre/ sondern gantz glatt und eben/von Ansang des Knollens biß zumEnde/ darein sie sichmir uncrdencklichcr Geradheit und Kunst selbst ein-wirken und einflechten; wann sie nun hin und wiederwandern / und ausdie Höhe sich begeben / und keinemehr auf der Tafel bleibt / ausser diefe wenige / so amletzten spath sind ausgebrütetworden / daher kan mansolche Spatling/wann die meisten auf ihre Zweige ge-stiegey / von allen Tafeln ausklauben / Und auf eine be-sondere zusammen bringen / und sie speisen? biß sieauchihr Werck ansangen; dann lasset man sie bey den an-dern/ so werden sie der andern Arbeit verhindern oderwol gar verwirren/ welches durch diese Absonderungbemittelt wird»
In drev oder vier Tagen wird ihre Arbeit verferti-get / welches man merckenkan /wann derSchall/ densie wie am Fressen / also auch amSpinnen/vsn sich ge-!ben / gantz hat aufgehört. Den ersten Tag bringt er
mit nichts anders zu/als mitder Floretseiden; den a»>-dem Tag verdeckt er sich gantz mit seiner Seiden ; dendritrenTa? ist er schon dergestalt bedeckt / daß man ihnnicht mehr sehen kan; die nachfolgeiwe / macht er dasHaußlein fest und dick/und allzeit mit einem enngenFa-den / der / wie der Author sagt/ fast auf zwo Meil aus-reichen würde. Etliche Tage vorher/ ehe dieWurmeraufihrenSpinnplatz aufsteigen / erkennet man solchesan den Glantz/ dann ihr gantzer Leib scheinet gleichsamdurchsichtig / wie eine wolzeitige weisse Weintraube/auch an ihrer Färb/weiß man/ welcherlei) Farbe Sei-den von ihnen zu gewarten sey/gelb oderGolVfarb/weißLeibfarboder grünlicht/von welchem fünffachenUnter-schied sie ihre Seiden machen.
Der Gewinn so mm von den Seiden-Würmenzu erwarten hat / ist die Seide/ und der Saame vonden Würmen. Wann man aber alle Mühe / undFleiß angewandt hat / und man erlanget nichts vorsolche / so ist man übe! zu friede«/es kan aber gar leicht-lich übersehen werden / wann man dieWürme in ihrenGespinst erschrecket / lassen sie si> bald den Faden in