486
D<6 Adelicheit Land-und Zeid-LebenS
dem Laub abgezer:te Baumknospern / das Lager derSeidenwürme untüchtig / daß man selbiges desto öfftersaubern und ausputzen muß. Eben solche Ungelegen,heit verursachen auch die Maulbeer/ welche unter dasLaub kommen / daß man derentwegen auch ein frischesLager für die Wurm machen müste; darum weil vonRechcstvegen kein Maulbeer unter das Laub gehöret/soUms.n diejenigen Baume / die wenig Frucht haben/
lieber/ als die voller Beer angeschlagen sind / (wiewvldas Laub davon eben so tauglich / als das andere) zuVerhütung dieses Ungemachs / ablauben / und die an-!dern stehen lasten. ^aureribesZius in l-iutticvItuiSsaget: In Lzntk^>ros kgnncos incjimuz juZIzncl^z,svellanss folic» ^c>n pro Lollibvcibu», 5« per sli.quvt fsptilDsass rcccnüs lcrvsmus , li bene iuerint
c>?. xx?.
Von der Seidenwürmer Eyern.
Er von neuen dieSeidenwürm-Zucht anrichtenwill/ und schone Seiten zu haben verlangt/mußauch die beste Art zur Brüt erwählen; die ausSpanien hergebracht werden / sind zwar klein undliechtschwartz/ sind aber die früchtigsten und besten/wann man sie gerecht haben kan; nächst diesen rühmetHer: -j- Seri -z die aus Calabria/ so wolvon derGüte/als Menge der Seiden/ die dardurch erzeugt wird/ weilsie grössere Seidenstöcke und Hauslein machen/als dieSpanischen; Her: linarä aber meldet/ die Eyerley ausk>icm9nt gerathen in ihrem Lande sehr wohl/sind etwasgrösser und weißlichter als die Spanischen/ aber nichtso gut/als die von andern Orten aus Welschland ge-bracht werden; die koioznssischen (sagt er) werden fürso gut / als die Spanischen geachtet / weil man sich da-selbst fürnemlich guter Brüt befielsset; die Sicilianischewerden für die besten aus allen andern gehalten / daherman sich auch befieisset/solche zubekommen; doch allediese Arten sind nur etliche Jahr gut/uns werden end-lich / so wol von der Eigenschafft derLufft / der Speise/als auch der Vermischung /
Erstlich / sind die Kornlein der Spanischen klein/unddunckelTannenfarb/ hernach ergrössern sie sich/und werden liechter; nach etlichen Iahren werden siegantz graulicht / je kleiner und dunckler aber die Spa-nischen Eyer sind / je bewährter sind sie / doch kan manein Körnlein probiren/und zwischen den Nagsln zer-drücken / krachet es / und gibt eine Feuchtigkeit von sich/so ists gut / ists aber gantz trocken/'so ists verdorben:sind sie erfroren/ fo ist die Feuchtigkeit zwar frisch/aber gantz nicht flüjsig/ ist aber die Feuchtigkeit darin-nen gar zu fliessend / so sind sie faul; am besten thut/wer von Jahr zu Jahren den Saamen allzeit wech-selt/was aber alter/als jährig ist / kan zur Zucht nichtdienen.
Wann man sie in gläsernen Flaschen / an einem küh-len Ort/ oder in liesse Bronnen/ über dem Wasser han-gen lässet/sowerden diejenigen damlkbetrogen/diesiekauffen/ dlß aber thun nur dieBetrieger/ die ihre Eyerzu rechterZeit nicht haben verkauften können / sind alsodie guten und bösen schwer zu unterscheiden/ wann mansie aber in die Hand nimmt/ und darunter blaset / wer-den die nichtige / geringe oder gantz lahre / gleich vondem geringsten Anblasen / davon fliegen/ die guten aberbleiben.
So gibt es auch Eyerlein/ die von einem Weib-lein herkommen / das sich mit einem Mannlein nichtgepaaret hat / werden den besten gantz gleich scheinen/aber dennoch zu keiner Brüt taugen / sind wie die
Wind-Ei)er/die von den Hünern ohne Hahn fallen;so wsl auch dieWürme/ die nur Flock-Seiden ma-chen / bringen zwar den andern guten Seidenwürmerngleiche Eyer/ an Gestalt und Gewicht/ gerathet aberihre Brüt nie wol/ machen auch gantz geringe Seiden;daher der Betrug / wo die Einkauffung der Eyer nichtgar durch treue und verständige Freunde geschiehet/schwerlich zu vermeiden/ ist also der sicherste Wege/selbst von einer guten Art Seidenwürme die besten zurZucbt auszulesen/ davon absonderlich hernach soll ge-meldet werden.
Wann man nun gute Eyer zur Zucht erlanget hat/legen sie etliche vorher in Malvasier / oder SpanischenWein / Äa dann was gut ist / zu Boden sinckt / und dasböse oben auf schwimmet / das schöpftet man dann ab/und wirffts hinweg/ das gute wird an der Sonnen oderam Feuer getrocknet / auf ein sauber Papier gelegt/ miteiner reinen Leinwath oderPapier wieder zugedeckt/daßihnen die übrige Hitze nicht schaden möge / und diesesWurmbad macht die Wurm auch kräfftig/ daß sie dieKaite leichter ertragen / und zu rechter Zeit ausfallen/dann was nicht zu rechter Zeit/ sondern zu spat kommet/versaumseliget alle Arbeit / dieselbe Brüt wird auchleicht unpäßlich / sterben gar/ stecken auch osst die übri-gen an.
So bald nun die Eyerlein aus demWein genommenund getrocknet worden/nmß mau sie bald zum Ausbrü-ten befördern/und sagt Her: äZoli'mo (Zalio, (der inder Wirthschasst wohl erfahrne Lrclcismsche Edel-mann) daß von diesen im Wein geprüssten Eyerlein einjede Untz beyläuffig io.vder 12. Pfund Seiden bringen/da hingegen die andern/ die man nicht in Wem legt/vonschwachen und starcken/ recht-zeitigen und spätlingen/tüchtigen und untüchtigen vermischet/ kaum die Helsstebringen wird/werden auch viel eher schwach und kranck/auch ihre Arbeit nie zugleich (daran doch am meistengelegen ist) verrichten können/darum soll man auf dieEyerlein vorher ein wachendes Aug halten. Artlich ist/ ^daß diese Eyerlein mit einer zähen schleimichten Fench- /tigkeit gebohren werden / also/ daß sie sich aufdas Blat Ioder Laub fest anhencken/und auf solche Weise auch/biß zur Brut-Zeit/ füglich st erhalten werden; am bestensind sie / wann mans auf Leinwath anhencken lässt/undan frischen temperirten Orten erhalt; zur Brut-Zeitkan man das Tuch/ mit samt den Eyern/ in einen Weinthun/ auf der einen Seiten das Tuch subtil kratzen/ unddie Eyerlein e«dlich mit einem Messer aemachlich ab-schaben/und wieder an einen massigen Ort/und nicht ander Soimen abtrocknen.