484 Des Adelichen Lands und Feld -Lebens
Me/und wann die i
^^Ann man die Blätter/zu Unterhalt der Wür,me/eines nach dem andern abbricht/ l wie oben' gemeldet) so thut man zwar dem Baum we-
niger Schaden/ weil man aber(Zeitund Leutezu ersparen) sie hauffenweise abreistet/ist esunmüglich/daß esnicht den Baum in etwas verletze/so werden auchdie Blätter dardurch zerdruckt/und fressen sie die Wur-me nicht so gern/sonderlich von Zwiebel und Knoblauchübelriechend/wann die Hände deren/die es brechen/un-sauber und ungewaschen sind. Darum / wo man einegrosse Menge Seidenwürme hat/hält Herz cie Lerrcsfür besser/wann man mit Scheeren/die man im Gartenzum Stutzen brauchet/die Blätter und subtilen Aestleinabschneide/ und auf unterbreitete saubere Leilacher und. Tücher fallen lässet.
. j Die damit umgehen / müssen sich sauber waschen /und die Blätter in saubere Säcke einfassen kll>. ltn5 r<!will/man soll ein Laub nach dem andern abbrechen/ undallezeit an einem jeden Aestlein das äusserst und höchstestehen lassen / denn wiewol es verdrießlich / so sey es dochnützlich. Die Blätter sollen weder zerquetschet noch zer-druckt seyn/dann weil sie bald welcken und ungeschmack-haffrig werden/essen sie solche nicht gern ; indem man
Mütter zu sammle».
die Bäume ablaubet / sollen sie von allem dürrem undfaulem Holtz / und was ungeschlacht und unnütz daran'gefunden wird / sauber zugleich ausgeputzt seyn ; dieBlätter von den Bäumen/daran sehr viel Maulbeerstehen/haben wenig Safft/bleiben klein/ und dienen denWurmen nicht so wol/so wenig als ihnen auch die Beergesund sind.
Die Sammlung der Blätter muß zur Zeit seyn/wann sie vom Thau / Feuchtigkeit und Regen / durchder Sonnen Wärme an alle Statt trocken sind; dieBlätter müssen vorher/ehe man sie vorgibt/wol aus,geklaubt / und das böse undiensame von dem gutemgesondert werden; die Blätter bleiben (wie HmzZottmo Laiio sagt) an einem trockenen iüsfligen Ort/wol drey Tage gut/ und wäre schier am beDn/mangebe ihnen solche erst am andern Tage / nachdem sie ge-klaubt worden/sonderlich zum Anfang ihrer zarttn Ju»gend.
Die Blätter müssen taglich ein - oder zweymal um-gelü fftel seyn / damit sie nicht übereinander erhitzen / da-her »lim wol ein Vorrath zu schaffen / sonderlich wannein Regenwetter zu besorgen ; wo dieses vernachlässi-get wich^ gibt es grosse Verhinderung/dann die nassen
^ Blätter^
Wann unversehens eine gähe Kälte einbricht / mußman alle Fenster und Thüren zuhalten/und mit einemGlut-Feuer inwendig an etlichenOrten in Bereitschasststehen; wann die Wurme stincken/ so von den HäutleinI die sie abstreissen/und von den verreckten Wurmen her-kommt ist allein deß Wärters Nachlässigkeit daranschuldig / uucl) wann man das Uberbliebene von denBlättern/so sie nicht fressen mögen/und etwas grünlet /
zu lang liegen lasset. Hingegen/wo sie sauber gehaltenwerden/ riechen sie nicht das geringste; darnach muß erwol ausdie Blätter acht haben/daß sie gut und saubergesammlet/ zu rechterZeit/mit bequemer Maß/ sürgegs-ben seyen ; und in Summa von Ansang ihrer Ausbrü-rung / biß zu ihrem Ende / muß er alles und jedes thun /was allhier vor und hernach M bedencken und zu leistenfürgestellxt worden.