482 Des Adelichen Land- und Feld -Lebens
Cx?. XVll.
Stellen und Stände der Seidenkvürmer.
Ann nun dieWohnung und dasZimer für dieSeiden-Würme bereitet ist/ muß es auch mitdenen darinn-gehörigen Stellungen und^o-bili-nnachGebühr versehen seyn/es werden vier starcke
Stangen sowol unten auf der Erden / als oben amBoden / starck befestiget / darein man die unterschied-lich abgetheilten Bretter und Stände/darausdieSei-denwürme/ sowol ihre Mahlzeiten einzunehmen ihre
Verände-
ivendig und auswendig beschaffen/ der besehe nach der'LangeO.^n^rc-e^ibavii, eines gelehrten ^eciici. Hi-storische Beschreibung der Seidenwürme/die er Anno1599 zuRotenburgan der Tauber mit grossem Fleiß
Hon dem Sciden-Wurm - Hausse.
As Hauß muß sauber und weit / von allen stin-ckendenOrten entfernet/ohne Feuchtigkeit/ beywarmen Wetter kühl / und bey kalten laulichrseyn/ mit einem saubern obern und untern Boden; hatman aber die Gelegenheit nicht darz'i/und muß derOrtauf der Erden seyn/soll er doch aufs wenigste z, oder 4.
Schuhedaroberhöhetund mit Lädmwol verschlagenwerdender sonnen Strahlen müssen nie aufsie ste-chen/kein Viehe muß sie verunruhigen/ und sind inson-derheit die Hüner/die ihnen sehr aussätzig / und sie mitgrosser Begierde wegfressen/davon abzuhalten; ist desHausvatters Wohnhauß so groß / daß man sie darin-nen halten kan/istesderObsicht halber desto besser/unddabey viel zu ersparen. Auf Würmer / die von zehenUntzen Eyren ausgebrütet worden / ist ( nach Hermcic Scrrcs Meynung) groß genug ein Saal von siebenKlassiern lang/ drey breit / und zweyen hoch/ darnachman sich auch im Gebäue zu richten hat.
Das Ort muß liecht/ hell und lüsstig seyn/ die Fen-ster Müssen an zweyen Orten gegeneinander über / vov
künstlich und weitläussttg geschrieben hat/ welches ich/weil es einemHausvatter zu wissen wenig dienet/ Weit-läusstigkeit und Verdruß zu meiden/alllM anzuziehenunterlassen wollen.
XVI.
Morgen gegen Abend / oder von Mitternacht gegenMittag stehen/damit die Lufft durchstreichen könne/undwelche man / nachdem man Abkühlung oder Wärmevonnöthen/öffnen oderschliessen kan/welches ihnen alsoauf beederlevFall wol zu statten kommt/sonderlich wansie in der höchsten Arbeit sind/bedörffen sie der Lufft ambesten/ doch müssen sie entweder mit Glas oder Laden/auch mit engen gestrickten Gältern von Zwiern oderDrat/damit keine Schwalbe / Spatzen und derglei«chenVögel hinein mögen/verwahret und versehen seyn,die man auch gehabe/wann kaltes Wetter einfällt/ ver-schliessen soll/ weiche ihnen in ihrem Anfang so groß undviel / als die Hitz zu ihrem Ende / gefährlich und schäd,lich kommt. Die Wände müssen innwendig glatt be.worffen/ und mit Kalch geweisset seyn/ damit die Mäu-se nicht mögen an denWanden auflauffen/und soll mannirgends einige Kläfften oder Löcher finden/damit we-der Mäuse nochGrillen/ oder Ameissen/ Eydechsen unddergleichen Ungeziefer/ nicht einherbersenmözen,