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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Äcs Adelicken Land- und Zeld - Lebens

xiil.

Andere Arten/die weissen Maulbeerbäume zu vermehren.

^kle andere Sorten desPeltzens / wie sie auch

k Namen haben/kan man gleichermassen bey die-sen Bäumen gebrauchen / so kommen sie auchdardurch viel eher zu ihrer Vollkommenheit/sonderlichthun sie gut/ auf den schwartzen Maulbeeren / weil diesemehr als andere Bäume um dem Stamm von derWurhel anfangen auszuschlagen/kan man sie darausäugeln / oder auf andere Weise / wie man will/ peltzen/den Beysak unten mit Erden beschütten / daß er destoeher eigene Wurtzen erlange/und h«rnach/wann solchesgeschehen / weiter/ wohin man will/ versetzen.

Die Zeit zu äugeln oder zu peltzen / muß auf alleWeise genommen werden/wie oben in dem Baumgar-ten zur Genüge erwehnet worden; daher unnothwen-dig/ allhier wiederum zu rspetiren / dabey allein dieses ,zu bemercken/ daß mau so wsl die Zweige als die Aeug-lem/nicht vonjungen B^men/sonders auch von alten >

nimmt und abbricht/ die nicht allein fruchtbar/sondernauch das schoneste und zarteste Laub haben / so müsser.auch solche nicht inwendig zwischen den dickenZweigen/sondern am äussersten und obersten Theil des Baums/gegen Morgen oder Mittag/an der Sonnen stchend/er-wahlet und gebrochen werden.

In Summa/ dieser nutzbare Baum kan mitHäfe-leinoder einem Körblein / der entweder in der Mittenein Loch hat / oder von zweyen Stücken zusammen ge-setzt ist/an einen oder mehr schöne Zweige gelegt/mit Er-den gefüllt/ angepfälet / und also / biß er einwurtzell/ge-lassen werden/nur daß er (so weit der Zweig'in demGeschir: mit Erden bedeckt) ein wenig an der äusser»Rinden geschehlet wird;nicht weniger kan er auch durchdas «bisüiren auf einen nahend stehenden Wildlingabgezogen/eingelegt/verbunden/ und also veryiehmwerden.

XIV.

Wie die Manlbecrbäume ferner zu warten.

Je Alten sind der Meynung gewt sen/der Maul-, einem alten / schönen guten Baum darauf impfen / undbeerbaum vergleiche sich der Weiden oder dem' je mehrBäumemanpeltzet/je besser es ist/dann dieseFelberbaum / die wenigstes alle drey Jahr ein- tragen viel ein besser / geschlachter und zarter Laub; das

mal abzustümmeln. Unser ^urkor aber des Frantzösischen zu Wien vetteutfchten Büchleins fazt dasWi-dersp iel: Es bezeuge die Erfahrung / daß man keinen al-ten erwachsenen Maulbeerbaum stümmeln solle/weil essein Verderben wäre/werde auch kein schöner Maul-beerbaum aus den gestümmelten zu finden seyn. Undwen vor allen dahin zu trachten/daß ein solcher Baumgroß wachse / muß mans demnach also anstellen/daßman ihn inwendig vsn allen unnützen Aesten reinige/al-les/ was dür: und faul ist/ ausputze / ja auch diejenigenAeste / die zu tieffvon dem Stammen/gegen der Erdensind/ abhaue/damit er schön und Laubreich bleibe.

Das erste Jahr / wann ein solches Bäumlein an sei-nem bleiblichen Ort eingelogirt ist / werden alle übrigeAeste/biß auf5.oder6.der schönesten/abgeschnitten; dassolgendeJahr lasset mannurz. der schönesten/die gleichgegeneinander über stehen / und dem Baum eine schöneGestalt geben / und an statt der Haupt-Aeste dienen/die übrigen werden alle abgeräumet/dieselben drey blei-ben immer / und schneidet man hernach nichts mehr da-von/ausser was dür: wird/oder was ausser dieser dreyenanderwärts sich sehen lässet; denen drey Haupt-Aestenwerden die nächsten Schößlinge / die zwey oder dreySchuh vom Stammen stehen / weggeschnitten / undmit Laim und Kühmist bestrichen/ daß sie desto eher ver-wimmern.

Im Jahr hernach/ müssen diese Haupt-Aeste wie-der sckormirt / und also beschnitten werden / daß keinerüber zwey oder drey Neben-Schößlein behalte.Mannsich unter diesen Bäumen einer fünde / dessen Blätter

Peltzen ist am besten/ wann sie noch in der Peltz-Schulstehen/und je näher es bey der Erden geschehen kan/jebesser ist es/ auf diese Weise kan man auch auf dieschwartzen gemeinen Maulbeer diese weisse Zweigleinsetzen. >

Welche viel solche Maulbeerbäume ausihren Grün-den haben/ und mehr/ als sie selbst bedörffen/ die mögensie andern im Bestand verlassen : Her: ^uZulimoLslio schreibt/daß viel Edelleute in Italien und zu örcs-ci« .die zu viel solche Bäume / und zu wenig Leute undMittel haben/ Seldenwürme selbst zu halten/ unter-schiedlichen andern ihren Nachbarn diese ihre Blätterverlassen/die hernach ihnen die Helsste deoSeidenkneu-len zur recompcns wieder überlassen/ welches auch ge-dachter xutkvr für besser hält/ als wann man das Laubum Geld verlässet.

Der Hm llnsrcl sagt / daß in Franckreich deren vielsind/welche von einem Baum zu drey auch vier Gul-den/ für das Laub allein davon zu gemessen/Bestand-Geld einziehen/und dem Laubsammler niemals zugelas-sen wird / weder grün noch dürres Nestlein abzuhauen/und mit sich zu nehmen.

Mit den Ablauben der Bäume ists am besten / manhabe deren so viel/ daß man allzeit die Helsste ruhen las-sen/und die Helsste ablauben könne/dann ob ihnen woldas Ablauben nicht s^ädlich/ so tragen doch die geruhe-ten Bäume ein überflüssiger und nahrhassters Laub/alswann man sie kein Jahr ruhen lässet.

Wann man will/daß die Bäume etwas früheraus-treiben/ muß man imFebruano kleinen Mist an die

mailig/ befleckt / zerschrunden / oder die Aeste verwirret' Wurtzen (doch nicht gar daran) im Neumonden legen/in einander gewachsen / auch die Blätter den Wurmen l und mit laulichten / nicht warmen / viel weniger kaltemnicht angenehm / sondern schädlich wären/ alsdann soll Wasser begiessen/dißsoll bey schönen stillen Wetter undman ihn abpeltzen/ und einen Zweig oder Aeuglein von I warmen Sonnenschein verrichtet werden / auch muß

man