Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
465
Einzelbild herunterladen
 

Zehenden Buchö / Erst

Welschen/oder/in Ermanglung dessen/ inRheinischen/oder starcken Oesterreichischen Wein; wann dasWachs hartlich worden/so knette es mit rein-gewasche-nen Handen im Weil? / als einen Taig / wann du nunsolches ohngesehr eine halbe viertel Stunde getrieben/so zerlasse dasWachs wiederum ausvorigeWeise/kch-re es auch mitdenHändenwolhinundwieder/dicseAr-bett thue siebenmal; letzlich als zum achtenmal/ lassedcis Wachs fein langsam wieder zergehen/mische drey-mal so viel/als desWachses ist/wolgebranntepulveri-sirte Ziegelstein/ oder in Mangel Herer / ausZefchlemteAschen darein/rühre es fleissig und lang/ stätigs um/bißes beginnet hart zu werden / alsdann fermire Aiokuios,als Welsche Russe groß/darauS/chue sie in eine kccor-ren/lege vine Vorlag für/oder magst es wol auch p-r^.lemvicum thun/verwahre die junäiuren cum l^cc»lapienli« aufs beste / defilier es mit gelindem Feuer/und laß das OIsum ( Ars6atim suZmcnlancjo iZnem)so lang gehen / biß eine dicke mstcna, wie ein gelberwelcher Butter/zu kommen beginnet/so nimm die vo-rige Vorlag ab/ und lege ein anders Glas vor/ diesedicke matcna gleichesfalls aufzufangm wann nunnichts mehr gehet/ so laß das Feuer mählich abgehen /'>nd dieGefässe von sich selbst erkalten/thue eine jede be-halten« cjeüiii-tion a!s das Wasser / dasOel/.und dieletzte dick-herüber gegangeneMaterien/jedes in ein be-sonders Glas / behalte sie zum Gebrauch. Zumerckenaber ist / ehe man das Wachs mit dcm Ziegel-Pulveroder Aschen vermischet / und in den Glaskolben oderthut / ist nothig/ daß man zuvor denselben/sowol auch den Helm/Mit Baumöl oder Leinöl ein wenigbestreiche.

Dasherüber-gedistillirrevicum c-r-r, ist braunli-chzrFarbe/Iolches must du per Vclic^m oderoic-um gebührlicher Weise rcüikciren/fo b^kommts ei-neschönegelbeFarb/ und ist sehr pcnctrabci und durch-dringend/ erweichet/ resoivirt sttenuiret/ zertheilet/säubert/trocknet / erfüllet und heilet auch Schmertzenund Wehtagen/ lindett/ eröffnet dem/der dieStrau-chen oderSchnuppen hat/desHauptes Verstopffung/iüdie Nasenlöchergestrichen;wird mehr ausserhalb desLeibes/ als innerlich gebrauchet. Wer geronnen Blutim Leib hat/der bestreichedasOrt/wo er Beschwerungfindet/mitWachs-Oele/ so warm ers erleiden mag/wiederhole esofft/ und trinck ein wenigWachs-O.'! inguten scharsteil Wein-Essig/einen Trunck/lege sich da-raufzu Bette/ decke sich warm zu / und schwitze / so ge-neset er. > ' >

Für das Seitenstechen und dolicos «joiorcs in ei-nem Löffel voll Spiritus Vini, oder wann Hitz ist / imRosenwasser eingenommen/ so der Leib vorher gebühr-lich eröffnet ist; Item/ kan man diewch-thuendeSei-i ten mit diesem Oel auswendig warm schmieren; es er-weichet auch das erhärtete Miltz / dienet sür die Gelb-sucht/mit ein wenig zerriebenen Saffran imWein/undsür die Ruhr tn einer warmen Fleischbrühe ein^enom-:nen ? es leget allerley Russen / Wehetagen undSchmertzen/esseyGickt / Hüfftwche/ Lendenweye/Gliedsucht/ allei . vertreibt mitsamtdem Schmertzen auch die Geschwulst und Rothe / desTages drey-viermal oder öffcer geschmiert; wo Hitz

r Theil/ Bienenhütten. 465

vorhanden ist/ mit ausgepreßtem Lilien-Rosm-blauVeyel-Oel/geläutertem Lein-oder Nuß-Oel/wo aberkeine Hitz dabey ist / das Wachs-Oel für sich selbst al-^lein / oder in Wacholder-Spika-oder Camillen-Oel/oder mit Lpir-tu T'KerbinrtiivderLsiiszuvermischen.

DißOelstärcket die Nerven /ungetencke/ erstarretelind contracte Glieder / dient für dieKretzen/ zerschrun-dene LMcn und Haut/Frättigkeit des Leibs / und fürdie Schaden an heimlichen Orcen; nn Eyerklar abge-trieben/dienet es wieder denBrand/ mit einerHaanen-Feder offt aufges^richen; Item / ist es gut für erfrörteHände und Füsse/bringt die verrenckten und zerschlage-nen Glieder wieder zu recht/vettreibt dasSchwinden/und ist zu vielen andern Sachen gut / wie in besagterKic6u>!5 cicttliiatoriunach der Länge zu finden

Denckwmdigist/was vociar/ok. soack. L-ckcrin feinem ?arn«llc> ^icclicinzli illulirsto , parte l.^ooioKise WI. 88. mit folgendenWorten schreibet:Jchmuß gleichwol/ dem Wachs zu Ehren/ ein fein Stück-lein erzehlen/ darinnen sich das Wachs wol um michverdient gemacht hat; als ich ( sagt er ferner) ausSchaden reysete/gieng meinBruder einmal oben ausdemSchiffaufund ab/ nahm aber der Lücken unten nitgewahr/welche aufstünde / dieweil die Küchen/und ge-rad der Feuerherd darunter/woraufein grosses Feuerunter einem zimlichen Kessel mit siedenden Erbfen undSpeck war; siel derohalben unversehens / mit beedenFüssen/ in gedachte siedende Erbfen/konnte sich auchnicht heraus winden/ biß der Schiffknechte einer ihnoben mit dcm Haar heraus zöge. Nun waren die Füsseerschrecklich verbrennt/daßHaut und Fleisch miteinan-der abgieng; wir hatten keine Mittel/den Brand zustillen/auch keinen Barbierer ausdem Schiff/ hattenauch die Helffte unsererReyse noch nicht vollendet/warweder Land noch Stadt zu sehen noch vorhanden / daman Mittel hatte holen können / daß also das Lachenbey solchemZustand ziemlich theuer war. Es wäre aberabgedanckteOfficiers-Weiber aufdemSchiff/darun-ter eine den Rath gab / man sollte Leinöl warmen /Wachs darinnen zergehen lassen / also eine Salbe ma-chen/und solche über denBrand schlagen/welches unsdie Roth gut geheissen / Habens gethan/ und ist gedach-ter Brand so schön gelindert / ehe wir noch ans Landkamen/ mit Verwunderung geheilet.Die Pommerin-cken aufdemSchiff/ welchen derSpeck undErbfen zu-gehözt/zanckten sich nachmalen mit mir/und wolten den5Zpeck und Erbsen bezahlt haben; der Schiffer abergab den Ausschlag/ quocl non, derohalben satzten sichmeine gutePomerincken nieder/und assen den gepfeffer-ten Speck und Erbsen mit gutem Appetit auf/ dessenwir in unserm Unglück doch stlbst lachen musten. Eben(fährt er weiter fort) dieses Mittel ist mir einmal aufdem Schloß zu Würtzburg wol bekommen/ als sich inder Nacht einKoch heßlich verbrennt/dieThür aber be-reits verschlossen / und man nicht in die Stadt zurApo-thecken kommen können/ hab ich von dem ZeugwartWachs undLeinöl bekommen / unddamit dem gedach-ten Koch einen guten Dienst gethan; setze solches ( be-schließt er) darum hieher/ daß / wann dem Leser et-wann auch ein unveriehenes Unglück begegnen sollte/erinderEylein Mittel finden möchte.