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Des Adeltchen Land? und Feld- Lebens
Xl^llZ.
Wie das weisse Wachs zu machen.
Je solches zu bereiten / will aus Herm öo8-r.res allhier anführen : Das gelbe und neueWachs wird erstlich in frischem klarenWasserzerlassen/in einem Kessel / unter dem Siedenfleißig abgeschäumt / darnach durch eine saubere u. zarteLeinwall) qesigen/damit aller Wust hinweg kome. Als-dann wird es zum andernmal auf einem gelinden Kohl-feuer zerschmeltzcr/in einem weiten Geschir:; von dannmnimmt mans heraus/und machet dünne subtile Blätleinund Platten daraus wie Papier / damit die Sonnen-Wä:me und Lufft desto besser eindringen/und nachVei-langen sie mctamorpkoiiren mögen. Diß zuwegen zu-bringen/netzt man eine höltzern-sauber-ausgedrechselteKugel in Wasser/fadrl alsobald damit in das zerschmol-tzene Wachs / das hängt sich sehr artlich und subtil an,lässt sich gernwieder herab nehmen/undHautelweise wieSchnitzlein vonPapier oderPergament beyseits legen/so vfftman die Kugeln aus dem Wachs nimmt/undselbiges wieder davon hebt / werden sie wieder aufs neuemit frischem Wasser genetzt / und also wird damit fort-gefahren/biß alles Wachs zu solchen subtilenScheilleingemacht worden. Diß Wachs wird hernach zum an-dernmal zum Feuer gesetzt/und wieder zu solchen dünnenBlätlein formiret/und damit die weisse Farbe desto ehersich ereigne / thut mans wol zum drittenmal und öffter /biß man siehet, daß das Wachs die rechte helle Färb Hai
angenommen / welche dardurch / ohne andere Geheim-nüß zu wegen gebracht wird. Die meisten lassen sichan dieser Wiederholung mit zweymalen vergnügen/sowol die Arbeit zu erspahren / als auch / weil deß Wach-ses durch öfftere Arbeit nur weniger wird / die Wachs-blätlein bleiben entzwischen im Wasser liegen / darausnimmt mans endlich / breitet sie aufHurlen mit Lein-wach überzogen / lasst es also an der Lusst und Sonnen-schein bleichen/auch daß der Thau / der frühe Morgensund Abends darauf fället / das dünne Wachs leichtlichdurchgehe/ und es in wenig Tagen zur Vollkommenheitder weissen Farbe bringe. Die Bienen seynd diesemWachs gefährlich / daher zu hüten / und solche schad-haffte Gaste abzutreiben / wie dann auch durch öfftersBegiessen zu verhüten / damit das Wachs von den heis-sen strahlen der Sonnen nicht schmeltze/ sonderlichMitrags-Zeit; Andere /anstatt daß sie das Wachs zuBlätlein machen / vergnügen sich/ daß sie es durch grosse durchlöcherte Löffel allgemach wie Schrott gießen »ikaltes Wasser / und bleichen es auf vorige Weise. ImMajo und Junio ist die beste Zeit darzu / weil damahlsdie meisten Thaue fallen/so zu der Beförderung diesesWercks absonderlich dienlich ; nachdem die Hitz großoder mittelmässig ist / muß auch das Sprühen mehroder weniger geschehen.
Nter allen / zur Artzney dienlichen / Wachsen/wird das von den jungen Bienen erstes Jahrsverfertigte und insgemein genannteJungfrau-Wachs/für das beste gehalten ; die langwuhrigeHu,sten zu i cmeäiren / wird das Wachs zerlassen / und derDunst davon/ durch einen Triechter/ in denHalß gelas-sen. Es ziehet auch Dorn und Pfeil aus / heilet Flech-ten und Zittracht/ und ist zu vielen/ so kalten als hitzigenGebrechen / sehr dienstlich / denn es zeitiget/ erweichet/zertheilet/ziehet Eyter/säubert/heilet und erfüllet dieVersehrung der Gedärme/und andereWunden/Blat-tern und Geschwäre / und wo man Schmertzen stillenwill, ist es darzu sehr behülfflich/also/daß'rkcopkrstiusl'arscciluz schreibet/Wachs sey eine Materia der Pfla-ster/welche dienet zu allen Schaden.
Daß denen Säugammen die Milch in den Brüstennicht gerinne / sollen sie Wachs-Körnlein/in derGrösse alsHirschkörnlein/im warmenBiereintrincken/und solches eine Zeit-lang täglich wiederhohlen. Itemdenen/so die rothe Ruhr haben/ist ein Lxs,crimcnl, daßsie ein wenig Wachs in warmer Brühe/oder wol lau-tichtem rothen Wein einnehmen/ und also mit dem Ge-brauch ein wenig anhalten/ wie die klcöuiia ckttiliatonabezeuget.
Das (si'ötum infr!Zic!ss>s tZgicni wird also berei-tet : Man zerlässet und milcirt/ nach der Kunst / schönneu und gutesWachs/mitRosen-Oel und Veyel-Oel/
>as vom Wachs in der Mtzney zu krauchen.
oder in deren Manglung/ nimmt man nur gutes reinesBaum-Oel / untereinander/ schäumet es fleißig ab / daßes von allem Unflat gereiniget sey / kühlet es hernach offmit kaltem Bronnenwasser / und knetet es allwege imWasser mit den Handen wol ab /giesset fürund für kaltes Wasser darauf/und arbeitet es/biß es endlich gar erhärtet / welche Arbeit in einem Mörser am süglichstenverrichtet wird/und legts/als ein anders Pflaster/ auf/kühlet alle alte harte und hitzige Geschwar / und weichensie; dienet auch zu brennenden um sich fressenden Carbunckeln/ und wieder das Rothlauff; insonderheit ist esgut in hitzigen Fiebern über die Brust geschlagen/es küh-let die prsecorciis, und löschet dieHitze in kurtzer Zeit; somans über den Meissel/ und den Ort der Leber/ derglei-chen an dieStirn und Schlaffe leget / stillet und lindertes die Hitze; wann der Ruckgrad schmertzet/ wirds mitgrossem Nutzen aufgelegt.
Das durch Kunst weißgemachte Wachs hat gleich-falls die Art abzukühlen / Hintersich zu treiben / zu trock-nen / zu erharten und zu stopffen / und wann solcheDin-ge zu rcmecjiren sind/ soll man das weisse Wachs alltve,gen darzu erwählen.
Das 0icum (^er-e wird / nach Beschreibung con.rs<ji kklmratkcs.in seiner ^lecjutlA 6ctti»gtoriZ, alsozubereitet: Nimm neu wolriechend Wachs/ so viel duwilt/zerlasse es in einem verglasirten Tiegel oder Topff/geuß es also warm in guten Malvasier/ Spanischen/!
' Wel7!